Streamingdienste: Verschiedene Länder, verschiedene Angebote

Die Anbieter arbeiten mit regional unterschiedlichen Programmen. In der EU hat Geo-Blocking inzwischen zwar ausgedient. Allerdings ist der Zugriff auf den US-Markt immer noch nur über Umwege möglich. Werden neue Dienste daran etwas ändern?

Unterschiede sind für Nutzer der Streamingdienste auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu entdecken. Schließlich haben sie keinen Einblick in die unterschiedlichen Angebote. Warum bekommen Nutzer aus dem deutschsprachigen Raum nicht alle Inhalte, die zum Beispiel der Streamingdienst Netflix im Angebot hat, zu sehen?

Ein Grund liegt darin, dass Inhalte vor einer Ausstrahlung in verschiedenen Ländern zuerst synchronisiert werden müssen. Selbst, wenn eine Ausstrahlung mit originaler Audiospur geplant ist – Untertitel sind auf jeden Fall einzupflegen. Und es kann einen weiteren Grund gegeben – das Lizenzrecht. Für einige Länder kann es schlicht verboten sein, die Inhalte zu zeigen.

Aufgrund solcher Unterschiede unterscheidet sich das Angebot der Streamingdienste für einzelne Länder.

Länderprogramme trotzdem empfangen

Dass Streamingdienste ihr Programm variieren können, ist einem technischen Detail geschuldet – der IP. Hiermit lässt sich eine Nutzeranfrage einer Region zuordnen. Was passiert, wenn ein User aus Deutschland mit einer US-amerikanischen IP unterwegs ist? Streamingdienste würden dann das US-Programm ausspielen.

Und genau dieses System macht sich VPN-Technik zunutze. User steigen damit über beispielsweise einen Server in den USA ins Angebot ein. Und können so die amerikanischen Inhalte der Streamingdienste anschauen.

Achtung: Das sogenannte Geo-Blocking ist nur für die EU gefallen. Was Netflix mit den US-Inhalten macht, kann die EU nicht einfach entscheiden.

Wie werden die neuen Dienste starten?

Innerhalb der EU ist Geo-Blocking für Bezahldienste inzwischen weitgehend vom Tisch. Trotzdem dominiert nach wie vor der US-Markt für die Anbieter. Eine Tatsache, die sich nicht nur an der Auswahl ablesen lässt.

Viele der angekündigten Streamingdienste – sei es bei Filmen und Serien oder Spielen – werden zuerst in den USA starten und den Markt hier noch einmal deutlich größer werden lassen. Allen voran richten sich die Augen auf Disney+. Der Dienst soll in den USA am 12. November 2019 an den Start gehen. Ein Start für Deutschland ist bisher nicht bekannt. Mit den Niederlanden ist nur ein europäisches Land mit dabei.

Im Hinblick auf das Streaming wird der Herbst 2019 aber noch aus einem anderen Grund spannend. Mit Stadia wird ein Gaming-Dienst an den Start gehen, der auf Streaming setzt. Bleibt abzuwarten, inwiefern sich dieses Konzept durchsetzen kann.

Fazit: Streaming über Grenzen hinweg

In der EU ist dieses Credo inzwischen Realität. Schließlich hat die EU das Geo-Blocking gekippt. Trotzdem werden deutsche Nutzer von Streamingdiensten auch weiterhin neidvoll auf den US-Markt blicken. Hier ist oft nicht nur das Angebot größer. Viele Blockbuster sind eher in den US-Portalen zu finden. VPN-Technik bietet zwar eine Alternative. Allerdings ist bereits zu erkennen, dass die Anbieter deren Nutzung am liebsten einen Riegel vorschieben würden. Es bleibt also abzuwarten, ob Nutzer die Sperren der Anbieter in Zukunft auch weiterhin überwinden können.

Quelle: https://www.epochtimes.de/tipps-rat/streamingdienste-verschiedene-laender-verschiedene-angebote-a2978880.html