Auf Augenhöhe: Phänomenale „Vogel-Perspektiven“

Von 23. Oktober 2012 Aktualisiert: 23. Oktober 2012 8:00

Vogel-Perspektiven – kennt man die nicht schon? Viele Vogel-Freunde sind schon etwas verwöhnt, wenn es um atemberaubende Aufnahmen von Vögeln und anderen Wildtieren geht. Leidenschaftliche Ornithologen, Filmer und Fotografen harrten stundenlang in der Wildnis aus, zum Teil an gefährlichen Orten, um ein paar Sekunden Momentaufnahmen zu machen, die uns zum Staunen bringen. Mit diesen Aufnahmen konnten wir Vögeln bei der Balz, bei Revierkämpfen, bei der Jagd zusehen und wir haben in ihre Nester geschaut. Somit könnte man meinen, dass ein Buch mit den Titel „Vogel-Perspektiven“ nicht viel Neues bringt. Weit gefehlt.

Der britische, mehrfach ausgezeichnete Tierfilmer John Downer zeigt uns die Welt der Vögel aus Perspektiven, die sonst wirklich nur Vögeln vorbehalten waren. Oder hat man zum Beispiel Zugvögel schon mal so nah neben sich ziehen sehen, als sei man ein Teil des Vogel-Schwarms? Nur wenn man Anfang Oktober die fünfteilige BBC-Dokumentarfilm-Serie „Federleicht und flügelweit – Die fantastische Reise der Vögel“ bei arte sah. „Vogel-Perspektiven“ ist das Buch zu diesem Film. Die Aufnahmen bringen den Betrachter so nah an Papageien, Gänse, Kraniche, Pelikane, Flamingos, Weißkopfseeadler und andere Vögel, wie ihnen sonst nur Artgenossen kommen.

Den Vögeln ganz nah

Wie wurden diese Aufnahmen gemacht? Zum Teil – klar – mit versteckten Kameras; manche am Boden, andere in Drohnen, die über die Vögel am Boden hinweg flogen. Aber wo versteckt man die Kameras, um fliegende Vögel im Himmel zu filmen? Nicht alle Vögel lassen sich von Flugzeugen und Helikoptern aus vor die Linse nehmen – schon gar nicht so nah, wie man es im Buch „Vogel-Perspektiven“ sieht. Also wurden ferngesteuerte Vogel-Attrappen genommen. Und echte Vögel, die man an den Menschen gewöhnte. Diesen Vögeln wurde zum Teil eine Kamera auf den Rücken gesetzt. Andere Vögel flogen neben „ihren“ Menschen her, die sich in einem Boot oder in einem Ultraleichtflugzeug befanden. Etwa die vier Aras, die – bereits seit Monaten in der Freiheit lebend – ihre Menschen wiedererkannten (und sich offenbar an die Vorzüge kraulender Hände erinnerten).

Oder die Nonnengänse, die von einem Kameramann aufgezogen wurden. Gänse halten ja das erste Wesen, das sie nach dem Schlüpfen erblicken, für ihre Mutter oder ihren Vater. Das ist eine große Verantwortung, denn die jungen Gänse müssen alles von ihren „Eltern“ lernen: Gefiederpflege, auf Raubvögel achten, Schwimmen, Fliegen – und die Zugroute ins Winterquartier.

Das Buch „Vogel-Perspektiven“ und der Film begleiten die Vögel auf ihren Zugrouten und Standorten in und über allen Kontinenten. „Vogel-Perspektiven“ zeigt sowohl die Landschaften, als auch die Artgenossen und andere Tiere aus dem Blickwinkel der Vögel, wie sie zuvor kaum ein Mensch gesehen haben wird. Es lohnt sich, im Bücherregal etwas Platz zu schaffen, denn „Vogel-Perspektiven“ ist für Vogel-Freunde ganz sicher eine Bereicherung.

John Downer: Vogel-Perspektiven. Die fantastische Reise der Vögel, München (blv), 2012,
240 S., Hardcover, ISBN: 978-3-8354-0966-8, 39.95 € (D) / 41,10 € (A) /53,90 sFr.

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