Die deutsche Autoindustrie sollte keine besonders großen und schweren SUVs mehr bauen, fordert die Umweltorganisation BUND.Foto: iStock

„Taschenspielertricks der Autoindustrie“: BUND verlangt Abkehr vom SUV

Epoch Times7. September 2019 Aktualisiert: 7. September 2019 13:46
„Die IAA ist die Bühne der falschen Mobilitätspolitik der vergangenen Jahre.“ Wenn sich das nicht schnell ändere, werde sie überflüssig, sagt der BUND-Vorsitzende Ernst-Christoph Stolper.

Die Umweltorganisation BUND verlangt von der deutschen Autoindustrie einen Strategiewechsel.

Die Unternehmen müssten aufhören, besonders große und schwere SUVs zu bauen, sagte der BUND-Vizevorsitzende Ernst-Christoph Stolper im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. In diese margenträchtigen Sportgeländewagen nun Elektromotoren einzubauen, reiche bei weitem nicht aus.

Der Wechsel zur Elektromobilität mit nachhaltig produziertem Strom sei prinzipiell schon der richtige Weg, meinte Stolper. „Aber innerhalb dieses richtigen Wegs geht die Automobilwirtschaft wieder den falschen, indem sie ihre bisherigen Autos einfach nur mit dem Elektromotor versieht. Sie setzt weiterhin auf ihre Oberklassenstrategie, statt das Auto von unten neu zu denken.“

Für die Pendler in den Ballungsräumen fehle ein vernünftiges und preisgünstiges Elektroauto für vielleicht 15.000 Euro als Mobilitätsergänzung zu Schiene und ÖPNV, die vor allem ausgebaut werden müssten.

Die IAA müsse aufpassen, dass sie nicht das Schicksal der eingestellten Computermesse Cebit ereile, sagte der BUND-Vize. „Die IAA ist die Bühne der falschen Mobilitätspolitik der vergangenen Jahre.“ Wenn sich das nicht schnell ändere, werde sie überflüssig.

Die Zeit zum Umsteuern dränge, mahnte der Umweltschützer. „Wir haben für die Einhaltung des Pariser 1,5 Grad-Ziels nur noch sehr wenig Zeit von 10 bis 15 Jahren. Die Maßnahmen müssen deutlich beschleunigt werden. 2050 reicht nicht.“

Stolper verlangte einen höheren Kontrolldruck, was die Einhaltung von Grenzwerten und Klimazielen anbelange. „Die Autoindustrie hat in den letzten 20 Jahre alle Anstrengungen, zu verbindlichen Grenzwerten zu kommen, torpediert oder hintertrieben. Vieles ist nur auf dem Papier erreicht worden“, sagte er.

Der nächste „Taschenspielertrick“ laufe bereits, indem zunächst Motorenkombinationen aus Verbrennern und Elektroantrieben massenhaft in die Flotten gebracht würden. „Mit Hybrid-Modellen ist nichts gewonnen, wenn sie auf langen Strecken gefahren werden. Sie fahren nur die ersten Kilometer elektrisch, gehen aber mit sehr niedrigen Werten in die CO2-Statistik ein.“ (dpa/sua)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion