Daran erkennt man, ob Fisch aus ökologischer Quelle stammt!

Von 8. Juli 2015 Aktualisiert: 8. Juli 2015 18:22

Wir alle wissen, dass die Meere so ziemlich leer gefischt sind. Und trotzdem landen weiterhin jeden Tag bedrohte Fischarten auf unserem Teller. Dazu gehören der Hering, die Nordseekrabbe, der Dornhai und der Kabeljau.

Für die beliebte Pizza „Tonno“ sterben beim konventionellen Thunfischfang Millionen Delfine, auch Tausende Schildkröten und Wale bleiben in den Schleppnetzen hängen und werden entweder durch sie erdrosselt, oder beim schnellen Hochhieven platzen ihre Lungen auf, da ihnen ein so schneller Druckausgleich nicht möglich ist. Durch die Schleppnetze werden zudem wichtige Korallenriffe am Meeresboden zerstört, die einen wesentlichen Beitrag für das ökologische Gleichgewicht leisten. Durch ihre systematische Zerstörung entstehen gigantische Unterwasserwüsten, in denen kein Leben mehr möglich ist.

Jedes Jahr gibt es 40 Millionen Tonnen Beifang. Das ist die Menge an Fischen, die pro Jahr nach einem Fang wieder ins Wasser gekippt werden, da sie nicht gebraucht oder verarbeitet werden. Ein paar leben vielleicht noch, aber die meisten sind tot, wenn sie ins Meer zurückgeworfen werden.

Kein Entkommen - Aus diesen engmaschigen Netzen können unbrauchbare Jungfische nicht entfliehen. Sie werden meistens bereits tot massenhaft als Müll zurück ins Meer entsorgt. Es gibt allerdings bereits Fischer die Netze mit größeren Maschen benutzen.Kein Entkommen – Aus diesen engmaschigen Netzen können unbrauchbare Jungfische nicht entfliehen. Sie werden meistens bereits tot massenhaft als Müll zurück ins Meer entsorgt. Es gibt allerdings bereits Fischer die Netze mit größeren Maschen benutzen.Foto: BORIS HORVAT/AFP/Getty Images

Man müsste nur die Netze größer knüpfen, damit die kleinen Fische wieder hindurch schlüpfen können. Eine simple Methode die noch längst nicht überall eingeführt wurde.

Christliches Symbol

Früher waren die meisten Menschen Fischesser, besonders bei den Christen galt es als Hauptnahrung, und heute müssen wir uns regelrecht Gedanken machen, ob wir überhaupt noch Fisch essen dürfen. Damals machte Fisch fast 40 Prozent der insgesamt verzehrten Speisen aus. Das ist mittlerweile nicht mehr zu verantworten.

Das Fischen als Industriezweig ist noch gar nicht so alt. 1885 lief in Bremerhaven der erste Fischdampfer Richtung Nordsee aus. Geschichtlich haben wir Menschen in einer erschreckend kurzen Zeit die Fischbestände dermaßen dezimiert.

Heute werden weltweit rund 140 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr gefangen. Durch diese Massen gehen aber auch wichtige Brut- und Rückzugsregionen der ursprünglichen Meeresbevölkerung verloren. Trotz dieser gigantischen Zahl ist dieses Grundnahrungsmittel in vielen Kulturen knapp geworden. Wenn es so weitergeht, muss man damit rechnen, dass es in spätestens vierzig Jahren überhaupt keinen Fisch mehr geben wird.

Die Einhaltung von niedrigen Fangquoten ist dringend notwendig geworden, um die Gefährdung der Fischbestände zu unterbinden.

Aquafarmen – der gefangene Fisch

Um den riesigen Bedarf an Fisch zu stillen, wurden die Tiere jahrelang mit Medikamenten vollgepumpt, bis die Organisationen Greenpeace und WWF diesen Irrsinn publik machten. Obwohl mittlerweile viele Aquafarmen unter Beobachtung stehen, leben noch heute viele Fische in nicht kontrollierten, völlig überfüllten Aquakulturen, gegen ihre natürliche Art. Um sie resistent gegen Krankheiten zu bekommen, schütten Aquafarmer Antibiotika in die Teiche, außerdem sollen Betäubungsmittel den Bewegungsdrang der Fische eindämmen. Zusätzlich mischen die Farmer Pestizide und Parastizide unters Futter, und die Fische hausen in ihren eigenen Exkrementen. So wurden schon ganze Seen „eutrophisiert“, das heißt, sie wurden überdüngt, bis in den Nutz-Gewässern durch die übermäßige Ausbreitung von Algen ein absoluter Sauerstoffmangel herrschte und damit das ganze Ökosystem durcheinander geriet. Und die wilden Fische, die eigentlich noch das Glück hatten, in Freiheit zu leben, mußten genauso unter diesem Wahnsinn leiden wie die gefangenen Zuchtfische.

Heute stammt jeder dritte Speisefisch aus einer Aquafarm. Das heißt aber nicht, dass damit die natürlichen Fischbestände vor dem Aussterben geschützt werden. Es existieren noch große Fanggebiete, die nicht kontrolliert werden können, und die Ausbeuterei findet nach wie vor tagtäglich statt.

Fischgründe brauchen auch die Möglichkeit, sich zu regenerieren, und meistens wird ihnen diese Zeit nicht gewährt. Umweltverbände plädieren daher für eine Ausbreitung von geschlossenen Aquakulturen, die einer strengen Kontrolle unterliegen. Es muss gewährleistet werden, dass weder Krankheitserreger noch Parasiten oder Fäkalien in den natürlichen Kreislauf gelangen und dass die Fische in den Aquakulturen durch spezielle Filtersysteme ebenfalls geschützt sind.

Diese Art der Aufzucht ist ein Relikt aus dem Mittelalter. Schon die Mönche züchteten in Deutschland in ihren Teichen Fische, die dann vor allen Dingen zur Fastenzeit genossen wurden. All dies fand hinter verschlossenen Klostermauern statt.

Saubere Aquakulturen und Auswildern von Fischen

Diese Form wurde 1980 wieder ins Leben gerufen, und mit der Aufzucht von Lachsen feierte die Aquakultur ihre Renaissance. Natürlich ist der gezüchtete Lachs in Farbe und Geschmack nicht mit dem Wildlachs zu vergleichen. Der wilde Lachs hat nicht die handelsübliche Rotfärbung und ist nicht so fetthaltig, da sich die Tiere viel mehr bewegen. Es ist ein Kompromiss. Die Betreiber versuchen mittlerweile unter anderem, den Fischbestand im Meer zu stabilisieren, indem sie einige der Tiere in ihre natürliche Umgebung auswildern. Dieses Auswildern ist eines der sinnvollsten Begleiteffekte der Aquakultur. Damit kann auch das Ökosystem Meer in seiner Artenvielfalt erhalten bleiben.

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Neben dem Lachs werden zum Beispiel auch Forellen, wie die Regenbogen- und Blauforelle, und der Karpfen in dieser Art aufgezogen. Insgesamt werden weltweit mittlerweile 150 Fischarten in Aquakulturen gehalten. Auch Muscheln, Krebse und Algen werden verstärkt in Aquafarmen unter strenger Kontrolle gezüchtet.

Erst seit ein paar Jahren gibt es bei einigen Fischsorten das Siegel: „Marine Stewardship Council“. Hier werden die Tiere so gefangen, dass die Fischbestände erhalten bleiben. Und bei Zuchtfischen kann man sich an Biosiegeln halten.

Ozeane – die neuen Mülldeponien

Das hilft leider nicht gegen die riesigen Mülldeponien, die im Wasser herumschwimmen. Forscher sprechen von hundert Millionen Tonnen an Abfall, die durch die Menschen bislang verursacht wurden. Das heißt konkret, dass jede Stunde ca. 675 Tonnen Müll im Meer landen.

Am schlimmsten ist der Kunststoff. Viele der Meerestiere verenden elendig, sobald dieses Zeugs im Verdauungstrakt landet. Das, was vom ultravioletten Licht der Sonne langsam in seine Einzelteile aufgelöst wird, kommt über die Nahrungsaufnahme der Fische irgendwann auch wieder zu uns zurück. Über diese Umweltverschmutzung wird noch viel zu wenig berichtet. Alle Strandurlauber sollten sich dessen bewusst sein, dass jedes Eispapier, jede Windel, jeder Pappbecher und jeder Zigarettenfilter durch die Strömung aufs offene Meer gelangen kann.

Jeder könnte auch stärker die Fischer unterstützen, die mit viel Elan und harter Arbeit in regionalen Teichen in natürlicher Umgebung ihre Fische züchten. Dort kann jeder sich das Tier vorher aussuchen bevor es dann auf dem Teller landet.

Rund um Berlin gibt es einige Fischer, die in naturbelassenen Teichen eine relativ natürliche Aufzucht anbieten, zum Beispiel von Forellen. Es lohnt sich wirklich, die paar Kilometer zu fahren, und damit nicht nur einen Beitrag für die Gesundheit, sondern auch für die natürliche Aufzucht von Fischen zu leisten.