Deutschland Weltmeister bei der Windenergie

Von 20. März 2006 Aktualisiert: 20. März 2006 17:19
Das Energie-Zeitalter des Erdöls geht zu Ende — umweltfreundliche Energien ersetzen die alten fossilen Brennstoffe

In Zeiten steigender Erdölpreise nimmt die Bedeutung der alternativen Energiequellen immer mehr zu. Von vielen noch immer nicht ganz klar wahrgenommen hat sich in den letzten Jahren viel auf dem Markt der Erneuerbaren Energie getan. Nicht nur die Solarenergie hat sich zu marktreifen Produkten entwickelt und steht bei der Entwicklung der zweiten Generation von Solarzellen kurz vor einem weiteren Durchbruch. Auch die Windenergie setzt ihren Siegeszug mit unverminderter Geschwindigkeit vor.

Von dieser Entwicklung konnte sich Anfang März die Besucher auf der Europäischen Windenergie-Konferenz EWEC 2006 in Athen überzeugen. Diese jährlich stattfindende größte europäische Tagung zum Thema Windenergie bot mit rund 2.000 Teilnehmern und 150 Ausstellern einen Einblick in diesen boomenden Wirtschaftssektor. Europa steht vor einer großen Herausforderung auf dem Sektor der Windenergie. In Anbetracht der zunehmend angespannten Lage auf dem Weltenergiemarkt sehen sich die europäischen Weltmarktführer der Windenergie immer stärkerem internationalen Druck ausgesetzt. Der internationale technische Vorsprung bei diesen High-Tech-Maschinen lässt aber einen sehr optimistischen Blick in die Zukunft zu.

Absatz an Windkraft in Europa im Boom

Die Chancen für den deutschen Anlagenbau von Windrädern  im Ausland waren noch nie so viel versprechend wie heute. Nach wie vor hält der Boom bei der Windenergie  unvermindert an und sie weist in den nächsten Jahren das mit Abstand größte Wachstumspotenzial unter allen erneuerbaren Energien auf. Alle anderen alternativen  Energielieferanten hat sie bereits weit hinter sich gelassen.  Nicht nur der Windenergiemarkt in Deutschland boomt, auch bei unseren europäischen Nachbarn drehen sich fleißig die Mühlen. Im Jahr 2005 waren die fünf stärksten Absatzmärkte in Europa Deutschland mit 1.808 MW (Megawatt), Spanien 1.764 MW, Portugal 500 MW, Italien 452 MW und England 446 MW. Die aufgebaute Windenergiekapazität war in Deutschland insgesamt mit 18.428 MW, in Spanien mit 10.027 MW und in Dänemark mit 3.122 MW am höchsten. Wenn man berücksichtigt, dass die gesamte europäische Windenergiekapazität 2005 um 18 Prozent auf 40.504 MW angestiegen ist, dann kann Deutschland ein gutes Stück von dieser „Wind-Torte“ für sich in Anspruch nehmen, nämlich 46 Prozent, gefolgt von Spanien mit 25 Prozent. Gerade die deutschen Firmen mit ihrem technischen Know-How haben hier in den vergangenen Jahren die Effizienz der Windenergie-Anlagen (WEA) stetig gesteigert und durch verbesserte Profile der Flügel oder Rotatoren aus glasfaserverstärktem Kunststoff, optimierte Kontrollmechanismen, neue Generatorkonzepte und robustere Komponenten tatsächlich enorme Leistungssteigerungen erzielt. Diese Verbesserungen ermöglichen es den Weltmarkt jetzt mit anzuführen und sich gegen die Konkurrenz aus den USA und China durchzusetzen, die dabei sind aufzuschließen.

Wind gibt es ja nicht nur hier bei uns und die Zeit der billigen fossilen Brennstoffe ist sowieso schon ein Relikt der Geschichtsbücher. Noch traut sich keiner mit lauter Stimme zu rufen: „Der alte König fossile Energie ist tot, es lebe der neue König der erneuerbaren Energie“ aber immer mehr Nationen wachen auf und sehen sich nach echten Alternativen zum teuren Erdöl/Erdgas um. Dinotopia läßt grüßen! „Schluss mit dem billigen Öl“, das pfeifen inzwischen auch die Spatzen von den Dächern. Stellt sich also die Frage, ob das eingeläutete Ende der alten, verflüssigten Dinosaurier nun durch lebendiges Säugetierfrischblut aus High-Tech-Forschungslabors ersetzt werden kann und eine Neue Epoche der Energieerzeugung sich seinen Weg bahnt? Es sieht sehr danach aus.

Wende in der Energiepolitik in Sicht

Einen Monat vor dem Energiegipfel der Bundesregierung am 3. April hat sich die SPD klar zum Atomausstieg bekannt und eine Wende in der Energiepolitik gefordert. „Wir müssen in unserer Generation die Weichen stellen, damit Deutschland sich von den Risiken der Atomkraft und den Zwängen der Ölwirtschaft lösen kann“, forderte der SPD-Vorsitzende Matthias Platzek zum Auftakt der SPD-Konferenz „Neue Energie“. Platzeck warnte davor, in Zukunft weiterhin auf die alten Energieträger zu setzen. Die Erfahrungen mit den internationalen Krisen der vergangenen Jahre und die Ereignisse der letzten Monate seien Warnzeichen. „Wir werden in den kommenden Jahren einen weltweiten Schub an Investitionen erleben, der die erneuerbaren Energiequellen erschließt und ihre Technologieträger wachsen lässt“, prognostizierte der SPD-Parteivorsitzende. Bereits jetzt machten erfolgreiche Solarunternehmer aus Deutschland „auf internationalen Märkten Furore“. „Die Exportquote bei neuen Energietechnologien ist überdurchschnittlich hoch. Dabei sollten wir beachten, dass nicht nur die großen Konzerne, sondern gerade auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Markt der neuen Energien wachsen“, unterstrich Platzeck. Auch der Bundesumweltminister, Sigmar Gabriel, betonte, die Energieproblematik werde zu einer der zentralen Schlüsselfragen des 21. Jahrhunderts: „Wenn wir frei bleiben wollen, müssen wir die Abhängigkeit vom Öl ebenso verhindern wie die vom Uran“, mahnte Gabriel. „Deutschland ist Ideengeber und Vorreiter innovativer Energiepolitik geworden, und wir werden dafür sorgen, dass es so bleibt.“, erklärt Platzeck weiter, und zu Recht, denn die Konkurrenz ist groß und schläft nicht.

Nicht nur hier zu Lande, auch unsere europäischen Nachbarn sehen hierin immer mehr eine Alternative zu ihrer Energiepolitik und zeigen Interesse an dieser Energie. Onkel Sam, die USA,  mit ihrer Vorliebe für heiß geliebtes und umkämpftes billiges Erdöl und schwere PS-starke Benzinkutschen, ist mit der klaren Stimme seines „Erdölpräsidenten“ vor kurzem erwacht und hat die Aufholjagd auf dem Markt der Alternativen Energien eingeläutet (s. DNE-Ausgabe 10). Das Thema der Erneuerbaren Energien boomt nämlich nicht nur in Europa, auch in den USA sind die Wirtschaftskräfte dabei umzusatteln.

USA: Großes staatliches Programm für erneuerbare Energien

Das Ölzeitalter geht in seine letzte Runde und die USA, das Land der Superlative, haben das größte staatliche Programm für erneuerbare Energien angekündigt, dass es je gegeben hat. So hat sich die US-Windbranche ebenso wie die chinesische Windbranche vorgenommen im Wettrennen um den Wind-Weltmeistertitel Deutschland bald zu überholen. Die USA will nun noch verstärkt in den wachsenden Windmarkt investieren und expandieren.

Die Bedeutung der globalen Windenergiemärkte nimmt zu.  Das zeigt sich auch daran, dass immer mehr Länder ihre Investitionen in die Windenergie-Technologie im Jahr 2005 deutlich erhöht haben, nicht zuletzt die USA und Indien. Noch haben wir in Deutschland einen Vorsprung und guten Rückenwind.                                     


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion