Ist Ihr Büro noch auf dem Holzweg?

Umdenken beim Einsatz von Papier
Von 18. Februar 2009

Von wegen papierloses Büro: der Papierverbrauch ist auch im digitalen Zeitalter immer weiter gestiegen – und damit der Verbrauch wertvoller natürlicher Ressourcen. Obwohl die Deutschen fleißig Altpapier sammeln, greifen sie beim Einkauf immer noch zu Papierprodukten aus Frischfasern. Das Bundesumweltministerium (BMU), das Umweltbundesamt (UBA) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordern zusammen mit der Wirtschaftsallianz der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) den verstärkten Einsatz von Recyclingpapier in der öffentlichen Verwaltung und in der Privatwirtschaft. Denn man könnte mit Recyclingpapier umfassend und spürbar umweltgerechte Einspareffekte bewirken. So lasse sich bei der Herstellung des Recyclingpapiers im Vergleich zu Frischfaserpapier jeweils rund 60 Prozent Energie und Wasser einsparen. Bereits der Einsatz von 1.000 Blatt Recyclingpapier spare so viel Energie wie 70 Computer mit Flachbildschirm für einen Arbeitstag benötigen, erfährt man vom Umweltbundesamt. Sie lesen richtig: nicht wie sieben sondern wie 70 Computer.

„Bei unserer Vision, Deutschland zur ressourceneffizientesten Volkswirtschaft zu machen, weist Recyclingpapier wegen seiner vielfältigen Vorteile beispielhaft den Weg“, sagt dazu Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Das klingt überzeugend. Wenn man aber in den Büros nachfragt, warum sie trotzdem immer noch Papier aus Frischfasern verwenden, hört man, der Servicetechniker oder der Verkäufer der Drucker hätte vom Recyclingpapier abgeraten: Durch die kürzeren Fasern des recycelten Papiers würde es mehr stauben, was den Druckern schade. Was nützt also die Forderung zum Umdenken, will Epoch Times von Bernd Krause vom Umweltbundesamt wissen, wenn die Einkäufer für Bürobedarf fürchten, sie müssten sich beim Einsatz von umweltfreundlichen Papieren letztlich für höhere Gerätekosten verantworten?

Der Blaue Engel steht auch für Qualität

„Es gibt qualitativ gleichwertige Recyclingpapiere“, antwortet Krause, „ein Kriterium, bevor wir ein Umweltzeichen vergeben, ist eben auch die Gebrauchstauglichkeit. Das Produkt, das aus Recyclingfasern besteht, muss die gleiche Qualität haben, wie das Produkt aus Frischfasern.“

„Wenn der Blaue Engel verliehen wurde, kann man also davon ausgehen, dass es auch Papier guter Qualität ist?“, wollen wir weiter wissen. Krause: „Das ist richtig. Der Blaue Engel ist auch ein Qualitätszeichen.“
Verwirrende „Gütesiegel“

Der Blaue Engel für Recyclingpapier garantiert also nicht nur die höchsten umweltschutzbezogene Standards. „Papier mit dem Blauen Engel ist eindeutig die erste Wahl, da er umfassend den Umwelt- und Verbraucherschutz sichert. Er ist in seiner Aussagekraft deutlich von Siegeln zu unterscheiden wie dem FSC oder PEFC, die ausschließlich über die Bewirtschaftungsform der Wälder informieren“, sagt auch Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes.

Viele „Gütesiegel“ auf Papierwaren sehen nach Umweltlabels aus, sind aber reine Werbelogos. Eine Übersicht finden Sie im Internet unter: http://www.treffpunkt-recyclingpapier.de/initiative/einkaufshilfe/papierlabel_bewertung.pdf

Recyclingpapier macht den Alltag nicht grau

Spricht noch etwas gegen Recyclingpapier? Wer glaubt, das gäbe es nur im „schäbigen“ Grau, befindet sich auf dem Holzweg. Es gibt viel Auswahl auf dem Markt. Das merkt man in vielen Bürofachmärkten zwar noch nicht, das kann man aber oft durch gezielte Nachfrage ändern. Es gibt auch Anbieter, die sich auf nachhaltigen Bürobedarf spezialisiert haben. Lieferantenlisten und viele weitere nützliche Informationen – auch für Servicetechniker – bietet die Initiative Pro Recyclingpapier unter: http://www.papiernetz.de.

Erschienen in The Epoch Times Deutschland Nr. 07/09



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