Der Hund weiß genau, was ihm bei Hitze gut tut: Abkühlung.Foto: Sergei Supinsky/AFP/Getty Images

Hunde und Katzen raus aus dem Auto und Käfige in den Schatten

Von 25. Juli 2012 Aktualisiert: 25. Juli 2012 8:00

 

Endlich Sommer! Mit allen Vor- und Nachteilen. Denn: Hitze kann für Hunde, Katzen und andere Haustiere leidvoll bis tödlich sein. Autos und Dachgeschosswohnungen werden zu Brutkästen. Wie steht eigentlich der Kaninchenstall? Laut Tierschutzbund sterben jedes Jahr unzählige Tiere, weil Tierhalter nicht bedenken, wie gefährlich die Sommerhitze für ihre Tiere werden kann. Darum behalte man seine Haustiere gut im Auge.

Schatten und reichlich zu trinken

Zur Vorsorge gegen unnötiges Tierleid oder gar den Hitzetod ermögliche man den Tieren, sich jederzeit an schattige Plätze zurückzuziehen. Hunde, Katzen, Meerschweinchen, Hamster und andere Haustiere kühlen weniger oder gar nicht durch Schwitzen ab, sondern durch Trinken beziehungsweise durch Hecheln. Ausreichend frisches Wasser ist deshalb überlebenswichtig. Das Gassigehen mit dem Hund verlege man in die Morgen- und Abendstunden – auf schattige Wege, in den Wald oder in die Nähe von Gewässern, wo der Hund ein kühlendes Bad nehmen kann.

Die Wohnung lüfte man morgens gut durch, anschließend wird sie so verdunkelt, dass zwar noch etwas Licht in die Wohnung kommt, aber keine aufheizenden Sonnenstrahlen.

In Aquarien überprüfe man die Wassertemperatur und fülle bei Bedarf kühles Wasser nach.

Katzen vor Kippfenster-Syndrom schützen

Katzenhalter sollten die Fenster nicht ohne Katzenschutz gekippt offen stehen lassen, denn Kippfenster sind eine sehr häufige Ursache für schwerwiegende Verletzungen bei Katzen. Wenn eine Katze versucht, durch den Spalt eines Kippfensters zu klettern, rutscht sie in den nach unten enger werdenden Spalt. Die inneren Organe werden gequetscht und mit jedem Versuch, sich daraus zu befreien, rutsch und verletzt sich die Katze noch tiefer. Entweder man vermeidet gekippte Fenster, oder man sichert die Öffnung, sodass die Katze nicht mit ihrem Kopf hindurchpasst – mittels Begrenzung der Kippöffnung oder durch spezielle Katzenschutz-Gitter für Kippfenster aus dem Tierfachhandel.

Haustiere nie im Auto lassen

Selbst für den Menschen noch angenehme Außentemperaturen verwandeln das Fahrzeuginnere in eine Sauna. Sogar bei bewölktem oder schwülem Wetter ohne direkte Sonneneinstrahlung kann die Temperatur im parkenden Auto rasch auf 50 Grad und mehr ansteigen. Außerdem dreht sich die Erde und das im Schatten abgestellte Fahrzeug steht nach kurzer Zeit wieder in der Sonne. Ein geöffnetes Schiebedach oder das einen Spalt breit geöffnete Fenster sorgen in keinem Fall für genügend Abkühlung im Auto. Für das Tier unerträgliche Temperaturen sind schnell erreicht. Man stelle sich vor, man selbst wäre in einer Sauna eingesperrt. Dem Hund geht es nicht anders. Die Folgen sind Übelkeit und Kreislaufprobleme. Im schlimmsten Fall sterben die Tiere durch die Überhitzung qualvoll an Kreislaufversagen. Darum lasse man niemals Hunde und andere Tiere alleine im Auto – auch nicht für wenige Minuten, denn es kann immer etwas Ungeplantes passieren, was aus den Minuten eine halbe Stunde werden lässt.

Käfige und Außengehege in den Schatten

Man achte auch auf die im Käfig oder im Außengehege lebenden Tiere, zum Beispiel Vögel, Kaninchen, Hasen oder Hühner. Sie müssen sich immer in den Schatten zurückziehen können. Ställe und Käfige sollten im Hochsommer den ganzen Tag über im Schatten stehen.

Hitzeschlag beim Haustier erkennen

Glasiger, eingefallener Blick, tiefrote Zunge, helles Zahnfleisch und Hecheln mit gestrecktem Hals sind einige Anzeichen dafür, dass der Hunde oder die Katze mit der Hitze schlecht zurecht kommt. Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen und schließlich Bewusstlosigkeit sind weitere Anzeichen für einen Hitzeschlag, der im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führt.

Vögel, die ihre Flügel von sich gestreckt ausbreiten und heftig mit geöffnetem Schnabel atmen, brauchen schnell eine Abkühlung.

Erste Hilfe bei Hitzeschlag

Wenn Symptome auftreten, die auf einen Hitzeschlag deuten, muss das Tier dringend an einen kühlen Platz. Das Tier selbst muss ebenfalls gekühlt werden, zum Beispiel mit kühlen Wickeln oder man benetzt das Tier mit einem Schwamm mit Wasser. Das Wasser auch über Zunge (wenn sie aus dem Maul hängt – kein Wasser einflößen), Beine und Bauch laufen lassen. Kein Eiswasser verwenden und den Hund, die Katze oder das Kleintier auch nicht ins Wasser werfen! Eisbeutel höchstens zur Kühlung der Umgebung verwenden, nicht direkt auf das Tier legen. Die Kühlung des Tieres sollte allmählich erfolgen und die Körpertemperatur soll nicht unter den Normalwert fallen. Sind der Hund oder die Katze bei Bewusstsein, sollte dem Tier etwas zum Trinken angeboten werden.

Vögel bringe man sofort in den Schatten, besprenkele sie mit Wasser oder kühle sie mit einem Ventilator.

Die Tiere müssen dann so schnell wie möglich zum Tierarzt – möglichst in einem klimatisierten Fahrzeug. Für Tierhalter wäre es ratsam, immer die Telefonnummer des tierärztlichen Notdienstes dabei zu haben. Ist der Hund oder die Katze bereits bewusstlos, muss man wie beim Menschen auch darauf achten, dass das Tier nicht an Erbrochenem erstickt; ggf. das Maul frei räumen. Zusätzlich eine leichte Massage der Pfoten und Beine könnte ebenfalls hilfreich sein.

Hinschauen und handeln

Sieht man einen stark hechelnden, vielleicht sogar schon apathisch wirkenden Hund, eine Katze (im Katzenkorb) oder ein anderes unter der Hitze leidendes Tier in einem fremden Fahrzeug eingeschlossen – die Fenster oder das Sonnendach nur einen Spalt breit offen, das Fahrzeug vielleicht sogar in der prallen Sonne stehend – versuche man bitte, den Fahrer zu finden. In einem Einkaufszentrum oder auf Veranstaltungen kann man den Fahrer ausrufen lassen.

 



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