Hurrikan „Dorian“ wieder hochgestuft: Gefahr für die Nordküste – Bahamas meldet bereits 20 Tote

Epoch Times4. September 2019 Aktualisiert: 5. September 2019 7:25
"Dorian" ist der schlimmste Hurrikan, der die Bahamas je heimgesucht hat. Der Karibikstaat beklagt mittlerweile 20 Tote. Nun zieht der Sturm an der US-Küste weiter gen Norden. Für die Küstenregionen warnen die Experten daher vor „lebensbedrohlichen Sturmfluten und gefährlichen Winden“.

Hurrikan „Dorian“ hat auf seinem Weg entlang der Südostküste der USA wieder an Kraft zugelegt. Das Nationale Hurrikan-Zentrum stufte den Wirbelsturm in der Nacht auf Kategorie drei von fünf hoch. „Dorian“ ziehe derzeit entlang der Küste in Richtung Norden – für die Küstenregionen der Bundesstaaten Georgia, South und North Carolina sowie Virginia warnten die Experten daher vor „lebensbedrohlichen Sturmfluten und gefährlichen Winden“. Derzeit erreiche der Sturm Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 km/h.

Nach dem verheerenden Hurrikan „Dorian“ ist die Zahl der Toten auf den Bahamas auf 20 gestiegen. Die Opferzahl könne jedoch noch weiter ansteigen, sagte der Gesundheitsminister der Bahamas, Duane Sands, am Mittwoch gegenüber örtlichen und US-Medien. Die Rettungseinsätze sowie die Suche nach möglichen Opfern in überschwemmten Häusern habe gerade erste begonnen, sagte Sands. Zuvor hatten die Behörden von sieben Toten durch den Wirbelsturm gesprochen.

Nach Angaben der UNO benötigen etwa 70.000 Menschen auf den Bahamas „sofortige Hilfe“. Die Menschen benötigten Lebensmittel, Wasser, Unterkünfte und Medikamente, sagte der UN-Chef für humanitäre Angelegenheiten, Mark Lowcock, bei einem Kurzbesuch auf den Bahamas. Die Vereinten Nationen hätten eine Soforthilfe von einer Million Dollar (900.000 Euro) zur Verfügung gestellt.

„Dorian“ – einer der stärksten jemals registrierten Tropenstürme im Atlantik – hatte mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern auf den Bahamas gewütet. Am Mittwoch bewegte sich der Hurrikan weiter auf die Ostküste der USA zu.

Bereits 20 Tote auf Bahamas gemeldet

Auf den Bahamas ist die Zahl der Toten durch den verheerenden Hurrikan „Dorian“ auf mindestens sieben gestiegen. Zwei Verletzte seien nach ihrer Einlieferung in ein Krankenhaus gestorben, sagte Regierungschef Hubert Minnis am Dienstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatten die Behörden von fünf Tote gesprochen. Minnis rechnet nach eigenen Angaben mit einem weiteren Anstieg der Opferzahl.

Der zuletzt leicht abgeschwächte Wirbelsturm zog am Dienstag weiter in Richtung des US-Bundesstaats Florida. US-Präsident Donald Trump rief die Bevölkerung dazu auf, trotz der Herabstufung von „Dorian“ zu einem Sturm der Kategorie zwei wachsam zu bleiben. „Viele sehr schlechte und unvorhersehbare Dinge können passieren“, schrieb Trump auf Twitter. Bis Mittwochabend (Ortszeit) dürfte sich „Dorian“ nach Angaben der Wetterbehörden der Ostküste Floridas nähern.

„Dorian“ ist einer der stärksten jemals registrierten Tropenstürme im Atlantik und wütete mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern auf den Bahamas. Das Rote Kreuz schätzte die Zahl der beschädigten oder zerstörten Häuser auf 13.000. Mindestens 61.000 Menschen sind nach UN-Schätzungen auf Lebensmittellieferungen angewiesen.

Rettungseinsätze beginnen

In den betroffenen Gebieten beginnt nun das Aufräumen. Helfer nutzten Boote und Jet-Skis, um Menschen aus Überflutungsgebieten zu holen.

In der Nacht werde ein Schiff der britischen Marine die Abaco-Inseln erreichen und die Bewohner mit Lebensmitteln versorgen, sagte Minnis. Die US-Küstenwache war bereits seit Montag im Rettungseinsatz.

Insgesamt lebten etwa 76.000 Menschen in den besonders betroffenen Gebieten. Im staatlichen Rundfunk und in sozialen Medien meldeten sich zahlreiche Bahamaer, die Angehörige vermissten. In weiten Teilen der Inseln war der Mobilfunk gestört.

Zahlreiche Vermisste

Bilder aus der Luft und Satellitenaufnahmen zeigten weitläufig verwüstete Landstriche, die unter Wasser standen. Mehr als 60 Prozent des 6000-Einwohner-Ortes Marsh Harbour seien beschädigt, sagte Minnis, nachdem er sich erstmals aus der Luft ein Bild der Lage auf den Abaco-Inseln gemacht hatte. Die Armensiedlung The Mudd, in der vor allem haitianische Einwanderer lebten, war ihm zufolge komplett zerstört worden.

Schicksal der Abaco-Inseln noch unklar

Der Wirbelsturm hatte am Sonntag zuerst die Abaco-Inseln im Nordosten des Karibikstaates getroffen und dabei Windböen von fast 300 Kilometern pro Stunde entwickelt. Er gehörte damit zu den Hurrikans der gefährlichsten Kategorie fünf. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas seit Beginn moderner Aufzeichnungen.

Der Regierungschef sprach von weiteren Hilfsangeboten und bat um Spenden. Es handle sich um eine der schwersten nationalen Krisen der Geschichte des Landes. Er kündigte auch den Einsatz von Sicherheitskräften an, um die öffentliche Ordnung zu bewahren. (dpa/ks)

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