Gegen Klima-Panik: Katastrophen-Thesen zur Klimaentwicklung für 90 italienische Wissenschaftler „substanzlos“

Von 10. Juli 2019 Aktualisiert: 10. Juli 2019 20:17
Während deutsche Medien den apokalyptischen Unterton in ihrer Berichterstattung zum Klimawandel weiter forcieren, haben in Italien 90 Wissenschaftler, hauptsächlich Geologen und Physiker, eine Petition an führende politische Verantwortungsträger gerichtet. Darin erklären sie alarmistische Thesen zur Klimaentwicklung für substanzlos.

Die Geschichte der Moderne ist auch eine Geschichte der angekündigten Weltuntergänge. Knapp 100 davon gehen seit Mitte des 19. Jahrhunderts auf das Konto religiöser Endzeitsekten wie Zeugen Jehovas, Davidianer oder Sonnentempler, oder jenes von Esoteriker und Zahlenmystikern, die an Ereignissen wie der Jahrtausendwende, dem Gründungsjubiläum Israels oder dem Ende des Maya-Kalenders Anstoß nahmen. Bislang hat sich allerdings keine dieser Prognosen als treffsicher erwiesen.

Dem stehen die streng wissenschaftlichen, durch unzählige Peer-Reviews und Faktenchecks gegangenen und auf gesicherten und objektiven Erkenntnissen stehenden säkularen Katastrophenvorhersagen gegenüber.

Deutsche Fernsehzuschauer greifen zur Beruhigungspille

Dazu zählen unter anderem die Prognosen des „Club of Rome“ aus den 1970er Jahren zum baldigen Massensterben infolge „Überbevölkerung“ oder der Erschöpfung sämtlicher relevanter Rohstoffe bis 2019, die aus dem Jahr 1989 stammende UNO-Prognose zur drohenden Klimakatastrophe bis 2000 oder der Weltklimabericht von Beginn des Jahres 2007, der der Menschheit höchstens bis zum Jahr 2020 Zeit gab, um durch die Einführung effizienter Technologien eine Klimakatastrophe zu verhindern.

Auch von diesen angekündigten Menschheitskatastrophen ist keine eingetreten. Dass radikale Maßnahmen hier und jetzt auf der Stelle gesetzt werden müssten, bleibt dennoch Konsens in Politik, Medien, einschlägigen NGOs und Forschungsinstituten – auch wenn die derzeitig gültige Deadline bis zum sicheren Weltuntergang mit 2050 etwas großzügiger bemessen ist.

Immerhin ist, glaubt man den öffentlich-rechtlichen Medien, der „Klimawandel außer Kontrolle“ – was im Grunde ebenfalls mit Ansage kam, denn erst vor knapp zwei Wochen hatte Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung bei RBB gewarnt: „Wir verlieren die Kontrolle über das Klimasystem.“

Vor diesem Hintergrund nimmt es kaum Wunder, dass ein Leser der Epoch Times schreibt:

Meine 80-jährige Nachbarin konnte nach dem Beitrag [des ZDF-Heute-Journals vom 4.7.] nicht einschlafen, erzählt sie mir gestern, und hat sich eine Schlaftablette genommen. Sie macht sich Sorgen, dass ihre Heimat überschwemmt wird und um ihre sechs Kinder und die Enkel.“

Skepsis in Italien

Anders als in Deutschland hat sich nun jedoch in Italien eine akademische Bewegung gebildet, die den apokalyptischen Darstellungen zur Klimaentwicklung, wie sie heute die Schlagzeilen beherrschen, mit einer gewissen Skepsis gegenübersteht.

Im klassisch-liberalen Magazin „l’Opinione delle Libertà“ haben etwa 90 Wissenschaftler eine „Petition gegen den Strom“ unterschrieben und an die Präsidenten der Republik, des Senats, der Abgeordnetenkammer und des Rates gerichtet. Der libertäre deutsche Publizist Oliver Janich hat den Text ins Deutsche übertragen.

Im Bereich der Klimatologie sind nur zwei von ihnen tätig. Allerdings üben fast alle Unterzeichner eine Lehrtätigkeit in naturwissenschaftlichen Disziplinen aus, deren Forschungsgebiete auch Berührungspunkte und Überschneidungen mit Beobachtungen zur Klimaentwicklung durch die Jahrtausende hindurch aufweist – vorwiegend sind es Geologen, Physiker, Chemiker, Atmosphärenphysiker oder Astronomen.

Die Unterzeichner fordern die politischen Entscheidungsträger „nachdrücklich dazu auf, eine dem wissenschaftlichen Kenntnisstand entsprechende Umweltschutzpolitik zu verfolgen“. Insbesondere sei es „dringend erforderlich, die Verschmutzung dort zu bekämpfen, wo sie auftritt, und zwar nach den Erkenntnissen der modernsten Wissenschaft“. Man bedauert die Verzögerung, mit der der Wissensschatz der Forschungswelt genutzt werde, um die anthropogenen Schadstoffemissionen zu reduzieren, die sowohl in kontinentalen als auch in marinen Ökosystemen verbreitet seien.

„Computermodelle bilden entscheidende Faktoren gar nicht ab“

Allerdings bezweifeln die Unterzeichner, dass Kohlendioxid ein Schadstoff sei und dass die seit 1850 beobachtete Erwärmung der Erdoberfläche um etwa 0,9°C anormal sei und ausschließlich durch menschliche Aktivitäten verursacht werde. Die vom Weltklimarat der UNO (IPCC) verbreitete These, wonach es eine anthropogene Erwärmung gäbe, die so gravierende Folgen zeitige, dass ohne umgehende drastische und kostspielige Maßnahmen zur Minderung des CO2-Ausstoßes eine Katastrophe drohe, beruhe auf einer unbewiesenen Hypothese.

So komplex die Computerprogramme auch sein mögen, auf die das IPCC sich stütze, würden diese Existenz einer natürlichen klimatischen Variabilität nicht reproduzieren können. Diese erkläre aber, wie so viele andere Klimaveränderungen im Laufe der Weltgeschichte, zu einem erheblichen Grad auch die seit 1850 stattfindende Erwärmung.

Das Schreiben nennt eine Reihe von Faktoren, die darauf hindeuten, dass die anthropogene Verantwortung für den Klimawandel zu Unrecht übertrieben und die katastrophalen Vorhersagen unrealistisch seien.

Das Klima sei das komplexeste System auf unserem Planeten, deshalb müsse man es mit Methoden angehen, die angemessen und dem Komplexitätsgrad entsprechend wären. Die gängigen Simulationsmodelle reproduzierten nicht die beobachtete natürliche Variabilität des Klimas und rekonstruierten insbesondere nicht die wiederholten Warmzeiten der letzten 10 000 Jahre, die bei wesentlich schwächerer CO2-Konzentration, aber relativ konform mit Zyklen der Sonnenaktivität stattgefunden hätten.

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Derzeitige Erwärmung hat schon 1700 begonnen

Die derzeit stattfindende Phase der Erwärmung habe bereits im Jahr 1700 begonnen, als die Kleine Eiszeit auf ihrem Tiefpunkt war, die mit einem tausendjährigen Tiefpunkt der Sonnenaktivität zusammenfiel. Dies sei die kälteste Periode der letzten 10 000 Jahre gewesen. Seither nähme die Sonnenaktivität wieder zu.

Die Computermodelle könnten nicht einmal die Abfolge kürzerer Kalt- und Warmphasen zwischen 1850 und heute erklären. Zudem sei es zwischen 2000 und 2019 nicht dem prognostizierten Anstieg von 0,2°C pro Jahrzehnt gekommen, den diese angekündigt hätten. Vielmehr seien die Temperaturen stabil geblieben, abgesehen von einer sporadischen Erwärmung zwischen 2015 und 2016, die mit El-Nino-Eigenschwingungen des äquatorialen Pazifiks erklärt werden könnten.

Außerdem widersprachen die Wissenschaftler der von Medien kolportierten These zwischen CO2-Konzentrationen und Extremwetterereignissen wie Hurrikans und Zyklonen – dies stehe im Widerspruch zu experimentellen Daten der Jahre zwischen 1850 und heute.

Da das Klimasystem insgesamt noch nicht ausreichend verstanden sei, könne auch keine belastbare Schätzung über die tatsächliche Klimasensibilität von CO2 als Treibhausgas abgegeben werden. Entsprechend bleiben die Modelle auch so unpräzise, die davon ausgehen, dass eine Verdoppelung der atmosphärischen CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre von vorindustriellen etwa 300 ppm auf 600 ppm die Durchschnittstemperatur des Planeten von einem Minimum von 1°C auf ein Maximum von 5°C erhöhen könnte.

„Illusorischer Anspruch“, Klima zu kontrollieren

„Diese Unsicherheit ist enorm“, heißt es dazu in dem Text. „Viele neuere Studien, die auf experimentellen Daten basieren, schätzen jedoch, dass die Klimasensitivität auf CO2 deutlich geringer ist als die, die in den Modellen des IPCC angenommen wird.“

Dies mache es aber wissenschaftlich unrealistisch, dem Menschen die Verantwortung für die seit Mitte des 19. Jahrhunderts festgestellte Erwärmung zuzuschreiben – vor allem aber rechtfertige es die alarmistischen Voraussagen nicht:

Die weitreichenden alarmierenden Vorhersagen sind daher nicht glaubwürdig, da sie auf Modellen basieren, deren Ergebnisse im Widerspruch zu den experimentellen Daten stehen. Alle Beweise deuten darauf hin, dass diese Modelle den anthropogenen Beitrag überschätzen und die natürliche klimatische Variabilität unterschätzen, insbesondere die durch die Sonne, den Mond und die Meerestemperaturschwankungen verursachte.“

Es sei ein „illusorischer Anspruch“, das Klima kontrollieren zu wollen, endet der Appell. Deshalb empfehlen die Wissenschaftler auch, „angesichts der entscheidenden Bedeutung der fossilen Brennstoffe für die Energieversorgung der Menschheit, dass wir uns nicht an die Politik der kritiklosen Reduzierung der Kohlendioxidemissionen in die Atmosphäre […] halten“.