Könnte eine vollständig ökologisch betriebene Landwirtschaft den Welthunger besiegen? Indien startet den Versuch!

Von 24. Januar 2017 Aktualisiert: 24. Januar 2017 12:34
Ist Indien auf dem Weg zu einer völlig ökologisch und nachhaltig betriebenen Landwirtschaft? Vor gut zwei Jahren startete die indische Regierung ihr revolutionäres "Rastriya Krishi Vikas Yojana" (Nationales Landwirtschafts-Entwicklungsprogramm) als eine Option, den ökologischen Landbau zu fördern und die Abhängigkeit von chemischen Zusatzstoffen wie Pestiziden und Insektiziden drastisch zu verringern.

Ist Indien auf dem Weg zu einer völlig ökologisch und nachhaltig betriebenen Landwirtschaft? Das Land, das dermaßen viele Hungertote zu beklagen hat? Das Land, das so viele Menschen durch die Einteilung in Kasten eindeutig in arm und reich trennt? Lebenslang! Das Land, in dem exorbitante Vermögen weniger Mogule neben hunderttausenden zerlumpter Kinder in den Slums einhergeht?

Vor gut zwei Jahren startete die indische Regierung ihr revolutionäres „Rastriya Krishi Vikas Yojana“ (Nationales Landwirtschafts-Entwicklungsprogramm) als eine Option, den ökologischen Landbau zu fördern und die Abhängigkeit von chemischen Zusatzstoffen wie Pestiziden und Insektiziden drastisch zu verringern. Im Januar 2015 wurde der Staat Sikkim zum ersten 100-prozentig ökologisch betriebenen Staat erklärt. Sikkim produziert seitdem 800.000 Tonnen Bio-Produkte, die frei von schädlichen Pestiziden, chemischen Düngemitteln und toxischen GVO (genmanipulierte Organismen) sind. Das macht rund 65 Prozent der gesamten indischen Bio-Erträge aus.

Der westindische Bundesstaat Rajasthan startete ebenfalls sein Vorhaben für die Umsetzung von Tausenden von Hektar Land für eine ökologische Agrarwirtschaft. Hier stehen insbesondere Hülsenfrüchte im Vordergrund, denn die Bemühungen zielen darauf ab, die katastrophale Protein-Mangelernährung und die Chemiedünger-basierte Landwirtschaft zu bekämpfen. Auch der Staat Goa kündigte vor kurzem an, dass er ebenfalls versucht, die Verwendung von chemischen Düngern und Pestiziden zu reduzieren. Sie bemühen sich, die gesamte Landwirtschaft auf eine hundertprozentig ökologisch betriebene Agrarwirtschaft auf Dauer umzustellen.

Das State Department of Agriculture hat jetzt einen staatlich subventionierten Plan mit dem Titel „Unterstützung für die Verwendung von organischer Zufuhr durch den Landwirt“ ins Leben gerufen und gestartet.

Ulhas Pai Kakode, Direktor für die indische Landwirtschaft, kommentiert das Vorhaben mit diesen Worten:

„Dies ist der erste Schritt, den wir in Richtung der ökologischen Landwirtschaft im Staat aufgenommen haben. Hoffentlich werden immer mehr Landwirte die Praxis des ökologischen Landbaus anwenden, nachdem sie diese Regelung in Anspruch genommen haben.“

Im Rahmen dieser neuen Idee können die Landwirte erhebliche Unterstützung von der Regierung erhalten, wenn es darum geht, ökologisch landwirtschaftliche Produktionsmittel wie organische Düngemittel und Bio-Pestizide anzubauen. Bis zu 50 Prozent der Registerkarte wird von der Landesregierung abgeholt, aber es wird einige Einschränkungen geben. AnonHQ erklärt, dass diese Vorteile auf 10.000 Indische Rupien (INR) pro Hektar mit einem Maximum von bis zu zwei Hektar oder INR 20.000 pro Begünstigten für alle Kategorien von Landwirten auf die Verwendung von organischen Substanzen begrenzt werden. Auch Landwirte mit Grundstücken die unter 1 Hektar sind, werden ebenfalls durch dieses Programm gefördert, denn das wird dazu beitragen die Tradition der kleinbäuerlichen Landwirtschaft aufrechtzuerhalten und den Menschen eine gesunde Lebensweise zu ermöglichen. Denn besonders die kleinen Bauern leben von diesen Erträgen und haben kaum etwas übrig, um große Profite zu erzielen.

Zurück zu den Wurzeln!

Der ökologische Landbau ist nicht neu; wenn man sich es genau überlegt, dass eine nachhaltig betriebene Landwirtschaft im Grunde genommen nur eine Rückbesinnung auf alte Traditionen und Formen zurückgeht, die besonders in den letzten 50 Jahren von großen Profitkonzernen beiseite gedrängt wurde, dann ist das eigentlich mehr als erschreckend, wie viel Boden in nur ein paar Jahrzehnten zerstört wurde. In Indien ist ökologischer Landbau seit der Antike ausgeübt worden und hat einmal höchste Qualitäten für die Verbraucher gewährleistet. Davon hatten einst alle profitiert.

Ob heute das große Volk wirklich an diesen Maßnahmen teil haben wird, bleibt allerdings fraglich. Denn die jüngste Wiederbelebung der biologischen Landwirtschaft in Indien ist weitgehend auf die steigende Nachfrage nach Bio-Produkten der westlichen Länder zurückzuführen.

Der Markt für biologische Lebensmittel und den sogenannten Superfoods, die für die Einheimischen zu ihrer normalen Ernährung dazugehören, wächst in einem unglaublich schnellen Tempo, wobei einige Schätzungen darauf hindeuten, dass der Markt um bis zu 25 bis 30 Prozent wächst. Eine Studie von ASSOCHAM, die für die Industrie- und Handelskammern Indiens steht, deutet darauf hin, dass der Biomarkt in Indien bis zum Jahr 2020 1,36 Milliarden US-Dollar Umsatz erreichen wird. Die Studie schlug ferner vor, dass die Anstrengungen des ökologischen Landbaus sich weitgehend auf Hülsenfrüchte und Getreide konzentrieren sollten.

Das exponentielle Wachstum des Bio-Marktes hat sogar Nahrungsmittelhersteller in den Vereinigten Staaten dazu veranlasst, ihren Landwirten einen Bonus zu zahlen, wenn sie zu einer ökologisch geführten Landwirtschaft wechseln. Allein in den USA erwirtschafteten die Verkäufe im Bio-Sektor 11 Prozent und erreichten im vergangenen Jahr ein Gesamtvolumen von 43,3 Milliarden Dollar.

Auch der ökologische Landbau in Indien wird voraussichtlich weiter wachsen, zumal die Regierung die ökologische Landwirtschaft weiterhin finanziell unterstützt. Ein erhöhtes Bewusstsein und die Verfügbarkeit von Bio-Lebensmitteln haben auch einen großen Beitrag zum Erfolg von Bio-Lebensmitteln geführt. Darüber hinaus haben eine Erhöhung des Gesundheits-Bewusstseins und auch ein gesünderer Lebensstil eine bedeutende Rolle für das Wachstum der Branche und die Nachfrage von Bio-Lebensmitteln geführt.

Nichtsdestotrotz wird die Frage bleiben, wer letztendlich von den gesünderen Lebensmitteln profitieren wird? Denn eins ist sicher, jede Form der nachhaltigen Landwirtschaft könnte den Welthunger stoppen. Denn es wird genügend produziert. Nur mit einer gerechten Verteilung hapert es noch gewaltig.

Quellen:

Indian state will pay farmers to go 100% organic and GMO-free

 

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