Intelligenz auf dem Acker: Agrar-Roboter von Bosch beseitigt Unkraut automatisch und ohne Gift

Epoch Times2. Dezember 2015 Aktualisiert: 2. Dezember 2015 23:24
Der Agrar-Roboter "BoniRob" ist so groß wie ein Kleinwagen, manövriert Dank video- und lidarbasierter Positionsbestimmung sowie Satellitennavigation auf den Zentimeter genau über das Feld. Er kann auch zur umweltschonenden Kultivierung von Ackerflächen eingesetzt werden und könnte bewirken, dass in Zukunft weniger Unkrautvernichtungsmittel verwendet werden muss.

Während Herbizidresistenz schon seit Jahrzehnten ein Thema ist, hat sich die Anzahl von Unkrautarten, die resistent gegen Glyphosat und andere Herbizide sind, in den letzten Jahren erhöht. Folglich muss mehr Zeit, Energie und Geld für Unkrautbekämpfung ausgegeben werden.

Revolutionierung der Landwirtschaft mit Robotertechnik

Anstatt sich mit Herbizidresistenzen zu beschäftigen, haben Wissenschaftler einer Tochterfirma von Bosch namens Deepfield einen Roboter entwickelt, der die aktuellen Anbaumethoden revolutionieren und eine Verringerung der Unkrautbekämpfung mit Agrargiften bewirken könnte.

Der Roboter, "BoniRob" genannt, hat die Form eines kleinen, kompakten Autos. Durch die Verwendung von Lasern und Satellitennavigation kann "BoniRob" um ein Feld navigieren und seine Position bis auf den Zentimeter genau lokalisieren. Der Roboter ist das Endprodukt eines öffentlichen Gemeinschaftsprojektes und wurde durch das deutsche Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finanziert.

Der grosse aktuelle Herbizideinsatz ist mehr als nur eine Belastung für die Landwirte. Er ist eine Bedrohung, der die Gesundheit und das Wohlbefinden der Gesellschaft betrifft. Glyphosat, der Wirkstoff in dem von Monsanto verbreiteten Herbizid Roundup, wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

Foto: Bosch Pressephoto BoniRob2

"BoniRob" jätet 90% der Beikräuter mechanisch

Forscher schätzen, dass Landwirte mindestens drei Prozent mehr Getreide im Jahr produzieren müssen, um mit den Anforderungen der weltweit wachsenden Bevölkerung Schritt zu halten. Der Roboter wurde wie eine Art mobile Anlage gebaut, die eine Vielzahl von Aufgaben durchführen kann, z.B. um Kulturpflanzen gegenüber Unkräutern durch Bilderkennung zu unterscheiden oder mit einer Stempel-Stange Beikräuter zu beseitigen.

Bei einem Probelauf im Karottenanbau war die "BoniRob" Stempel-Stange in der Lage, 90 Prozent vom Unkraut mechanisch unschädlich zu machen und dies ohne den Einsatz von schädlichen Herbiziden. Aus diesem Grund glauben die Forscher, dass Herbizideinsatz in absehbarer Zeit abgelöst werden könnte.

"Wir nutzen unser Know-how in der Sensorik, Algorithmen und Bilderkennung, um einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität zu leisten, auch in Bereichen, die für Bosch neu sind," sagte der Robotics Geschäftsführer Amos Albert.

Überwindung der Hindernisse

Eine Herausforderung, der sich "BoniRob" während seiner Entwicklung stellen musste, wurde das Trennen von Unkraut und Kulturpflanzen. In dem Bemühen das Problem zu überwinden, verwendeten Albert und sein Team „maschinelles Lernen“, welches eine gigantische Datenbank an Dateien beinhaltet, in der das Unkraut angelegt ist. Sie markierten verschiedenen Bilder als gut und andere Bilder als schlecht. Der Roboter ist in der Lage die Pflanzen, die die Bauern wollen, gegenüber Pflanzen die die Bauern nicht wollen, zu separieren, basierend auf ihrer Größe, Farbe und Form.

Zusätzlich zur Bekämpfung von Unkräutern ist "BoniRob" in der Lage zu bestimmen, welche Pflanzen am ehesten Insekten und Viren widerstehen. Darüber hinaus kann der Roboter die Landwirte bei der Bestimmung, wie viel Dünger auf Kulturen verwendet werden sollte, unterstützen.

Die Hoffnung ist, dass Herbizideinsatz „aussortiert“ werden kann, wenn mehr Landwirte "BoniRob" benützen; allerdings müssen die meisten Landwirte noch eine Weile warten, bis der Roboter auf den Markt kommt. Deepfield hat noch nicht bekannt gegeben, wann "BoniRob" zum Verkauf angeboten werden kann, ist aber zuversichtlich, dass die Technologie einen großen Einfluss auf die Landwirtschaft haben wird.

(NaturalNews/mh)

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