Machen Haustiere unsere Kinder stark?

Von 13. Februar 2013 Aktualisiert: 13. Februar 2013 17:08

 

„Kinder, die mit Tieren aufwachsen, haben eine stärkere Persönlichkeit, sind sozialer und können besser Streits schlichten als Kinder, die ihre Kindheit ohne Tiere verbringen“, sagt die Humanmedizinerin Dr. Anke Prothmann. An Kindern in Kindergärten hat sie beobachtet, „dass Kinder über das Zusammenleben mit Tieren Einfühlungsvermögen lernen, weil sie eine unvoreingenommene, aber direkte Rückmeldung auf ihr Verhalten erhalten“.

Kinder wünschen sich Haustiere

Mit Füttern, Spielen, und Pflegen die Zutraulichkeit von Haustieren zu gewinnen, finden Kinder toll. Kinder wünschen sich Haustiere. Und es spricht Vieles dafür, ihnen diesen Wunsch zu erfüllen, denn Kinder profitieren auf vielfältige Weise von Haustieren: Haustiere befriedigen das Bedürfnis nach Nähe und Beziehung. Haustiere hören sich die Sorgen der Kinder an – und erzählen sie nicht weiter. Das weiche Fell von anschmiegsamen Hunden, Katzen oder Nagern schenkt Geborgenheit. Hunde und Pferde, die täglich bewegt werden müssen, bringen die Kinder an die frische Luft. Und alle Haustiere – selbst der Fisch im Aquarium – müssen versorgt werden und geben den Kindern somit das Gefühl gebraucht zu werden.

Haustiere fördern die Entwicklung der Kinder

Etliche Studien haben belegt, dass Haustiere die Entwicklung von Kindern fördern. Professor Robert H. Poresky von der Kansas State Universität in Manhatten sagt: „Kinder, die sich mit ihrem Haustier befassen, zeigen mehr Empathie und scheinen höhere IQ-Werte zu haben.“  Und weil Kinder auch gern die kleinen Arbeiten erledigen, die zur Pflege des Haustieres gehören, sagt man Kindern mit Haustieren nach, dass sie leichter Verantwortung lernen.

Aber all diese Vorteile erfüllt ein Haustier nur, wenn auch die Erwachsenen den Tieren gegenüber verantwortlich sind.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Hauptverantwortung bleibt bei den Erwachsenen

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Die Hauptverantwortung bleibt bei den Erwachsenen

Haustiere sind keine Spielzeuge, die man nach Bedarf ausrangieren kann. Und sie sind Lebewesen, die trotz ihrer guten Wirkung auf Kinder nicht für sie funktionieren müssen, sondern neben artgerechter Haltung auch ein Recht auf Ruhezeiten haben. Gerade darum lernen Kinder ja durch sie Verantwortung und Empathie – aber nur, wenn die Eltern ihnen die Liebe und den Respekt gegenüber Tieren vorleben. Eltern müssen sich auch darüber im Klaren sein, dass die Verantwortung, die die Kinder im Umgang mit Tieren lernen sollen, dennoch hauptsächlich in ihren Händen liegt. Nicht nur heute, wenn das Tier ins Haus kommt, nicht nur morgen, wenn der Reiz des Neuen für das Tier verflogen ist, sondern bei manchen Tieren auch übermorgen: viele Hunde und Katzen leben auch dann noch als tierische Familienmitglieder im Haus, wenn die Kinder erwachsen und flügge werden.

Die Entscheidung, ob die Kinder ein Tier bekommen sollen, ist also eine Entscheidung, ob die Familie für ein (weiteres) Tier sorgen will. Ist genügend Platz, Zeit, Geld vorhanden? Welches Tier soll es sein?

Welches Haustier passt zu uns?

„Alle Familienmitglieder sollten sich mit den Ansprüchen der Wunschtiere auseinandersetzen und prüfen, ob diese zum eigenen Lebensstil passen und sich optimal auf die neuen Mitbewohner vorbereiten“, sagt Norbert Holthenrich, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF).

Die Haustiere müssen zu den eigenen Lebensbedingungen, Gewohnheiten und Vorlieben passen. In der unten stehenden Grafik und den darauf folgenden Texten findet man für die ersten Überlegungen einen schnellen Überblick.

Punktetabelle. Grafik: Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft
Punktetabelle. Grafik: Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Katzen, Hunde, Kleintiere und Nager

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Katzen

Das beliebteste Haustier der Deutschen ist die Katze und laut einer Studie des Marktforschungsinstituts TheConsumerView wurde jede fünfte Katze zum Wohle des Kindes angeschafft. Die Katze ist verschmust und verspielt, hat aber auch ihren eigenen Kopf. Dadurch lernen Kinder, auf unterschiedliche Bedürfnisse von Nähe und Distanz einzugehen.

Hunde

Der Hund, auf der Beliebtheitsliste der Deutschen auf Platz zwei, ist für Kinder oft die Nummer eins in ihrem jungen Leben: der erste beste Freund an ihrer Seite. Mit einem gut erzogenen Hund können Kinder toben und schmusen. Er stärkt das Selbstbewusstsein und weil auch andere Kinder Hunde lieben, hat ein Kind mit Hund leichter zu anderen Kindern Kontakt. Prof. Dr. Reinhold Bergler fand heraus, dass Großstadtkinder, die einen Hund betreuen, sportlich aktiver sind und weniger unter Einsamkeit und Depressionen leiden. Doch muss man gut auswählen, welche Art von Hund am besten zur Familie passt, da unterschiedliche Hunde(-Rassen) unterschiedliche Charaktere und Bedürfnisse haben.  Der Hund muss gut erzogen werden – eine Aufgabe, in die insbesondere die Erwachsenen erst einmal Zeit und Mühe investieren.

Kleintiere und Nager

Kinder mögen Nager wie Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen als Streicheltiere. Da die Lebenserwartung und damit die Dauer der Verantwortung nicht von langer Dauer ist, halten viele Eltern zum Beispiel den Hamster für ein ideales „Einstiegstier“ für ihre kleineren Kinder. Doch Hamster sind Nachttiere und werden erst munter, wenn die Menschenkinder im Bett sind. Meerschweinchen sind tagsüber aktiv und zeigen ihren Menschen mit unterschiedlichen Quiektönen, wann sie spielen oder fressen wollen. Da sie gesellige Tiere sind, sollte man aber immer wenigsten zwei Meerschweinchen zusammen halten. Auch Zwergkaninchen hält man am besten zu zweit, entweder zwei Weibchen oder zwei kastrierte Männchen.

Für alle Nager gilt, dass sie tägliche Stallpflege brauchen. Wenn die Kinder nicht am Ball bleiben, müssen das die Erwachsenen tun. Es wäre am besten, wenn die Erwachsenen sich selbst ein wenig für die Kleintiere begeistern könnten, damit sie immer wieder das Interesse der Kinder für die kleinen Haustiere wecken können.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Vögel, Fische und das Woher

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Vögel

Papageien, Sittiche, Kanarienvögel – Kinder mögen die munteren Gesellen. Das Füttern der Vögel und das Reinigen von Käfigen und Sitzplätzen sind Pflichten, die auch jüngere Kinder übernehmen können. Doch bevor man sich überhaupt Vögel als Haustiere anschafft, gibt es Folgendes zu bedenken: Man sollte immer mindestens zwei Vögel halten und diese hat man dann auch viele Jahre: Wellensittiche werden über 10 Jahre alt, Nymphensittiche bis zu 25 Jahren. All diese Jahre hindurch machen die Vögel Dreck und manche Vögel knabbern auch Möbel und Tapeten an. Das Gezwitscher von früh bis spät samt Phasen lauter Balzgesänge muss auch morgen noch einem selbst und den Nachbarn gefallen.

Fische

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Mit einem Aquarium holt man sich einen Mikrokosmos ins Kinderzimmer. Die verschiedenen Fisch- und Pflanzenarten müssen gut aufeinander abgestimmt sein, die Wassertemperatur muss stimmen. Für das richtige Einrichten und Pflegen eines Aquariums benötigt man Fachkenntnisse. Diese mit den Kindern gemeinsam zu erarbeiten, ist genau das Richtige für kleine Forscherherzen. Zusätzlich können die Kinder die Fische beobachten, etwa die Brutpflege. Doch darf man in der Pflege des Aquariums nicht nachlässig werden und die Erwachsenen sollten selbst auch immer wieder nachschauen, ob Fische und Pflanzen einen gesunden Eindruck machen.

Auch das Woher gehört zur Verantwortung

Das Tierheim ist oft eine gute Wahl, hier findet man Nager und Katzen in großer Zahl. Hunde, die schon schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, sind für Kinder nicht zu empfehlen, insbesondere für Kleinkinder nicht. Welpen aus dem Tierheim sind kein Problem. Wer sich einen Welpen anschaffen will, achte darauf, nicht skrupellosen Welpenhändlern auf den Leim zu gehen. Woran man seriöse Züchter erkennt, erfährt man bei jedem Tierschutzverein. Vögel aus dem Tierheim sind optimal, weil diese Vögel schon an die Menschen gewöhnt sind.