Tote Tiere soweit das Auge reicht. An über 300 km Floridas Küste stranden seit Tagen tote Meeresbewohner, darunter, Fische, Delfine und Schildkröten. (Ja, der dunkle Streifen am Wasser sind tote Tiere)Foto: Joe Raedle/Getty Images

100 Tonnen tote Tiere: „Rote Flut“ lässt unzählige Meeresbewohner an Floridas Küste verenden

Epoch Times16. August 2018 Aktualisiert: 16. August 2018 12:21
Ausnahmezustand an der Küste Floridas: Delfine, Meeresschildkröten, Fische und andere Meereslebewesen sind in Massen wegen der sogenannten roten Flut gestorben. Mehr als hundert Tonnen toter Meerestiere wurden allein in diesem Monat eingesammelt.

Ausnahmezustand im Golf von Florida: seit Wochen sterben dort massenhaft Delfine, Meeresschildkröten, Fische und andere Meereslebewesen wegen der sogenannten roten Flut. Mehr als hundert Tonnen toter Meeresbewohner wurden allein in diesem Monat an den Stränden der Südwestküste des US-Bundesstaates eingesammelt. Schuld sind vermutlich von Einzellern freigesetzte giftige Gase.

Die aktuelle rote Flut begann bereits im vergangenen Oktober, in den vergangenen Wochen weitete sie sich jedoch dramatisch aus. Derzeit erstreckt sie sich an der Westküste Floridas von Tampa bis Naples auf einer Strecke von etwa 320 Kilometern. Experten vermuten, dass das Phänomen ähnlich wie die sogenannten Blaualgen durch Überdüngung im Rahmen der industriellen Landwirtschaft sowie durch unsachgemäße Abfallbeseitigung begünstigt wird.

Überdüngung, Algenblüte, Fischsterben – nur in rot

Rote Flut wird die massenhaften Verbreitung des Mikroorganismus Karenia brevis genannt, der giftige Gase freisetzt. Beim Menschen können diese Gase Kopfschmerzen, tränende Augen, Husten und Asthma auslösen.

Die Einzeller sind ganzjährig in geringen Mengen vorhanden. Bei einer starken Ausbreitung kann das giftige Gas von Meeresbewohnern wie Meeresschildkröten und Sehkühen eingeatmet werden, viele Tiere sterben auch nach dem Verzehr von gifthaltigem Fisch oder Seegras. Auch Orientierungslosigkeit, Krampfanfälle und Koordinationsprobleme gehören zu den Symptomen und können ebenfalls zum Tod der Tiere führen.

Allein in den vergangenen Tagen zwölf tote Delfine

„Das macht einen körperlich und seelisch fertig“, sagte Gretchen Lovewell vom Mote Marine Laboratory, die mit Helfern die toten oder halbtoten Meeresschildkröten und andere Meeressäuger einsammelt. Zusammen mit zwei Kollegen arbeite sie „rund um die Uhr“.

Im Bezirk Sarasota wurden in den vergangenen Tage zwölf tote Delfine angespült, so viele wie sonst in einem ganzen Jahr.

Unter den verendeten Delfinen war auch der zwölf Jahre alte Speck: Seine sterblichen Überreste wurden in der Nähe von Siesta Key gefunden, einem der schönsten Strände der USA. Ihm war zu Forschungszwecken die Nummer 252 auf der Rückenflosse eingeprägt worden. Wissenschaftler hatten ihn mehr als 300 Mal in der Bucht von Sarasota gesichtet, bevor er jetzt verendete.

„Es ist niederschmetternd“, sagte Randall Wells, Leiter des örtlichen Delfin-Forschungsprogramms der Zoologischen Gesellschaft von Chicago. „Wir kannten Speck, seitdem er geboren wurde.“ Schon seine Mutter und Großmutter seien im Rahmen des Forschungsprogramms beobachtet worden. Die Ursache für Specks Tod ist mutmaßlich die rote Flut – die Laborergebnisse werden allerdings erst in einigen Wochen erwartet.(afp/ts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion