San Juan Fluss langfristig vergiftet: Uranskandal in den Reservaten der Navajo-Indianer

Von 15. September 2016 Aktualisiert: 15. September 2016 10:54
Die Navajo Nation klagt die US-Umweltschutzbehörde EPA für Fahrlässigkeit an, nachdem ihr Land durch kontaminiertes Wasser vergiftet wurde. Im August 2015 waren EPA dafür mitverantwortlich, dass ein Bauunternehmen mit hochgradig vergifteten Schlammmassen den San Juan Fluss vergiftete. Erst nachdem dieser Giftschlamm über zwei Tage in die Navaja Nation eindrang, wurde die Bevölkerung von der EPA informiert und vor einem möglichen Giftskandal gewarnt.

Die Navajo Nation klagt die EPA für Fahrlässigkeit an, nachdem ihr Land durch kontaminiertes Wasser vergiftet wurde. Hinter der Abkürzung EPA steht: Environmental Protection Agency. Eine Agentur, die normalerweise dafür Sorge trägt, dass Bauunternehmen ihren Müll ordentlich entsorgen und die Umwelt nicht gefährden. Im August 2015 waren EPA dafür mitverantwortlich, dass ein Bauunternehmen, das in ihrem Auftrag handelte, toxisches Schwermetall aus einer Gold Mine in der Nähe von Silverstone abzutragen, dieses Unterfangen außer Kontrolle lief. Als sie den giftigen Schlamm zu steuern versuchten, schlug dieses Vorhaben fehl. Der Damm brach und sie konnten die hochgradig vergifteten Schlammmassen nicht mehr unter Kontrolle halten.

Die Navajo Nation Reservation stellt mit 67.339 km2 das größte Indianerreservat in den Vereinigten Staaten dar und erreicht die Größenordnung des Bundeslandes Bayern. Im Jahr 1868 wurde durch General William T. Sherman den Indianern dieses Reservat vertraglich zugesichert. Dieses Reservat liegt in einer Sandsteinwüste und ist Teil des Colorado Plateaus. Mit seinen großen Flusssystemen ist das Land für seine Tafelberge und weitere Sehenswürdigkeiten wie das Monument Valley, den Canyon de Chelly und den Antelope Canyon bekannt.

Nach dem Dammbruch brachen Millionen Liter stark verschmutztes Wasser aus der Mine und überfluteten den San Juan Fluss. Dieses einst schöne Gewässer kippte um, bekam eine gelbe Färbung und roch faulig modrig. Die Chemikalien, das Schwermetall und der Uran verteilten sich in Colorado, Utah und New Mexico. Das Wasser aus dem Fluss war nicht mehr als Trinkwasser zu nutzen, auch konnte das Wasser nicht mehr in der Landwirtschaft genutzt werden. Die Felder wurden nicht mehr bewässert und damit die Ernte vernichtet. Der Humusboden war all seiner organischen Substanzen beraubt, und in dieser toten Erde war auch keine Säen mehr möglich.

Erst nachdem dieser Giftschlamm über zwei Tage in die Navaja Nation eindrang, und damit diese Umweltzerstörung vonstatten ging, wurde die Bevölkerung von der EPA informiert und vor einem möglichen Giftskandal gewarnt. Als das EPA die Benachrichtigung rausgab, wurden allerdings keine Details bekannt, wie lange der Giftschlamm ihr Land auf Zukunft kontaminieren würde. Die abgelegenen Gebiete, die sich auf diese Wasserquelle verlassen müssen, bekamen über Wochen nichts von dieser Warnung mit. Nachdem ihre ganze Ernte vernichtet wurde, aufgrund der Fahrlässigkeit des EPA, kommt die Navajo Nation jetzt zusammen, um die Agentur für ihre Vernachlässigung und für das Stillschweigen des katastrophalen Ausmaßes zu verklagen.

Die Einwohner der Navajo Nation werden zu Strahlenopfern

EPA- Beamte erzählten den Navajo Menschen, dass der Fluss sich selbst wieder reinigen würde und das Wasser nach zwei Wochen wieder nutzbar sei. Navajo-Präsident Russell Begaye allerdings warnte die Bewohner davor, nicht der offiziellen Geschichte der EPA zu vertrauen. Sie betrieben unter der Aufsicht erfahrener Wissenschaftler ihre eigene Analyse und kamen zu dem Ergebnis, das der Fluß weiterhin hochgradig kontaminiert war und bleiben würde. Nach dieser Durchführung setzten sie die EPA unter Druck, ihnen Wasser für die Landwirtschaft zu geben, damit sie nicht eine weitere Ernte verlieren würden.

Der Aufwand war leider nicht genug, um die aktuellen Ernten zu erhalten. Schätzungsweise 2.000 Navajo Bauern verloren ihre Ernte im vergangenen Jahr, als sie ihre Bewässerungspumpen stoppen mussten. Die Anzahl ihrer Verkaufsprodukte sind drastisch gesunken, da die Menschen Angst vor giftigem Uran und anderen Schwermetallen haben. Petuuche Gilbert von der Laguna Acoma Koalition stellte zudem fest, dass die Uranminen radioaktive Kontamination verursachen, und das Ergebnis heißt: „Alle Bewohner in der Nähe des Flusses werden Opfer der radioaktiven Strahlung.“

Umweltschutzbehörde EPA bietet keine Zuflucht

Die EPA hat noch keine Entschädigung angeboten, weder für die Bauern noch für die verlorenen Kulturen. Die EPA hat nicht einmal bei den Aufräumarbeiten mitgeholfen, oder arbeitet daran, die Gesundheitsschutzmaßnahmen für die Navajo Nation zu verbessern.

Leona Morgan von der Organisation „Keine Atomwaffen“ bestätigt dies und sagte: „Die Navajo Gemeinde in Arizona sind zurzeit durch das Doppelte der gesetzlich festgelegten Grenzwerten für Uran durch ihr Leitungswasser ausgesetzt.“ Das mindeste, was die EPA hätte tun können, wäre Wasserfiltrationsvorrichtungen für die Familien, die in Gebieten mit hoher Kontamination leben, auszuteilen.

Die Menschen in den Vereinigten Staaten fragen und wundern sich mittlerweile, ob der Zweck der EPA es sei, die Umwelt zu schützen und die Gesundheit der Menschen, oder ob es denen nur noch um Profit geht und um die existierenden Industrien zu kontrollieren.

Die Gold King-Mine Katastrophe ist nur der Anfang der Probleme, was die verlassenen Uranminen betrifft. Schätzungsweise existieren in der gesamten westlichen Vereinigten Staaten 15.000 solcher stillgelegten Uranminen. Etwa 75 Prozent dieser Minen liegen auf bewohnbaren Gebieten der Einheimischen und Stammesgebiete der Indianer, der Ureinwohner Amerikas. Diese Minen drohen jetzt schon für die Zukunft die Gesundheit der Menschen in diesen Regionen zu gefährden. Der weiße Mann hat den Natives nicht nur ihr Land weggenommen, sondern es auch systematisch auf lange Zeit hin zerstört.

Weitere Informationen:

Navajo Nation sues the EPA for negligence after being poisoned by contaminated waters

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