„Unkultur“ beim Umgang mit Wasser – Wirksamer Grundwasserschutz erforderlich

Von 21. März 2006 Aktualisiert: 21. März 2006 11:52
UNO-Tag des Wassers am 22. März: „Wasser und Kultur“

Berlin – Zum Tag des Wassers hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dazu aufgerufen, die „allgegenwärtige Unkultur beim Umgang mit Wasser“ zu beenden und das Lebensmittel Nummer Eins sorgsamer zu behandeln. Obwohl in Deutschland insgesamt genügend Wasser vorhanden sei, gebe es auch hierzulande immer wieder vor allem in Ballungsräumen und landwirtschaftlich geprägten Gebieten große Wasserprobleme. Hauptursache des regionalen Wassermangels sei der Abbau von Kohle und die Übernutzung von Wasservorkommen. Hauptquelle der Grundwasserverschmutzung sei der massive Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln.

Mehr als die Hälfte der untersuchten Grundwasservorkommen in Deutschland und rund ein Drittel in der europäischen Union seien bereits stark mit Schadstoffen belastet. Um hier Abhilfe zu schaffen, werde derzeit auf EU-Ebene eine Grundwasserrichtlinie erarbeitet. In dem vorliegenden Entwurf fehlten jedoch die ausreichende Begrenzung des Eintrags von Schadstoffen und ein wirksamer Schutz der im Grundwasser lebenden Kleintiere. Letztere seien vor allem für die Reinigung des Grundwassers unentbehrlich. Die EU-Parlamentarier und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel müssten dafür Sorge tragen, dass das Grundwasser als wichtigste Trinkwasserressource endlich besser geschützt werde. In ihrer jetzigen Form erlaube die Grundwasserrichtlinie die weitere Verschmutzung der Gewässer. Der Vorsorgeaspekt müsse stärker berücksichtigt werden.

Auch jeder einzelne könne zu einem kulturvollen Umgang mit Wasser beitragen. Neben der Vermeidung von Verschmutzungen müsse ein vernünftiger Umgang mit Trinkwasser zur Selbstverständlichkeit werden. Wasserdurchlaufbegrenzer, Spartasten, Mehrfachnutzungen des Wassers und geschlossene Wasserkreisläufe könnten die Wasserressourcen schonen.

Weltweit fehle mehr als einer Milliarde Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser und etwa zweieinhalb Milliarden seien an keine Abwasserentsorgung angeschlossen. Die Hälfte der Bevölkerung in Entwicklungsländern müsse sich aus verschmutzten Wasserquellen versorgen.

Sebastian Schönauer, Wasserexperte des BUND: „Die Industriestaaten können beim Umgang mit Wasser viel aus fremden Kulturen lernen. Dort haben die Menschen oft eine sehr enge Beziehung zu ihren örtlichen Brunnen, zu Flüssen und regionalen Wassersystemen. Ein bewussterer Umgang mit dem Lebensmittel Nummer Eins, mehr Teilhabe der Wassernutzer statt anonymer Privatisierung, ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen – all das sind Prinzipien, die in armen Ländern und genauso auch bei uns gelten müssen. Eine wirksame staatliche und gesetzgeberische Vorsorge muss dazu beitragen, die Wasserreserven besser zu schützen.“

www.bund.net



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