Feuerwehrleute suchen nach einem Erdrutsch in Vila Bernadete, Belo Horizonte, Bundesstaat Minas Gerais, Brasilien, am 26. Januar 2020 nach vermissten Personen. Ein Erdrutsch verschüttete am Freitag mehrere Häuser in Vila Bernadete.Foto: DOUGLAS MAGNO/AFP über Getty Images

Unwetter in Brasilien: 47 Städte und Gemeinden betroffen

Epoch Times26. Januar 2020 Aktualisiert: 26. Januar 2020 16:26
Im Südosten Brasiliens sind mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen, es kam zu Erdrutschen und Überschwemmungen. Die Unwetter fielen mit dem Jahrestag des Dammbruchs in einem Bergwerk in Minas Gerais zusammen. Der TÜV Süd hatte jenen Damm im September 2018 begutachtet und trotz mehrerer Wartungsempfehlungen für sicher erklärt.

Bei schweren Unwettern mit Rekord-Regen sind im Südosten Brasiliens mindestens 37 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 17 Menschen würden nach den tagelangen Regenfällen im Bundesstaat Minas Gerais noch vermisst, teilten die Behörden am Sonntag mit. Rund 47 Städte und Gemeinden waren demnach von Erdrutschen und Überschwemmungen betroffen, 12.000 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen.

Die meisten Opfer, darunter mehrere Kinder, starben bei Erdrutschen oder wurden unter den Trümmern ihrer zerstörten Häuser begraben, wie die Feuerwehr mitteilte. Zwölf weitere Menschen erlitten Verletzungen. Im Fernsehen waren über die Ufer getretene Flüsse zu sehen, überflutete Stadtviertel sowie Bäume und Strommasten, die vom Wasser umgerissen wurden.

Mehrere Straßen in der Region waren wegen Hochwassers unpassierbar, zahlreiche Brücken stürzten ein. Auch die an Minas Gerais grenzenden Bundesstaaten Rio de Janeiro und Espírito Santo waren von den Auswirkungen der Unwetter betroffen.

Die Region erlebte seit Donnerstag die schwersten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 110 Jahren. In der Hauptstadt von Minas Gerais, Belo Horizonte, wurde nach Angaben des nationalen Wetterdienstes von Donnerstag- bis Freitagmorgen binnen 24 Stunden ein Rekordwert von 171,8 Millimetern Regen gemessen.

Gedenkstunde für Schlammlawine vor einem Jahr in Brumadinho

Die Unwetter fielen mit dem Jahrestag des verheerenden Dammbruchs in einem Bergwerk in Minas Gerais zusammen. Eine Schlammlawine ergoss sich damals über die Kleinstadt Brumadinho, 270 Menschen starben oder gelten seitdem als vermisst.

Angehörige und Einsatzkräfte gedachten am Samstag der Opfer. „Ich hoffe, dass jene, die wirklich Schuld tragen, bestraft werden – denn man spielt nicht mit dem Leben von Menschen“, sagte der Gouverneur von Minais Gerais, Romeu Zema, bei der Gedenkveranstaltung. Während der Zeremonie mit rund 300 Teilnehmern wurde der Grundstein eines Mahnmals zur Erinnerung an die Opfer gelegt.

Um 12.28 Uhr – dem exakten Zeitpunkt des Unglücks – versammelte sich eine riesige Menschenmenge am Stadteingang, um der Opfer mit einer Schweigeminute zu gedenken. Viele Menschen legten Fotos der Todesopfer und Vermissten ab. Bewohner hatten zuvor ein großes Banner mit der Aufschrift „365 Tage des Leidens und der Straffreiheit“ am Ortseingang platziert.

Vor wenigen Tagen hatte die brasilianische Justiz wegen des Unglücks Anklage gegen den TÜV Süd und den Bergbaukonzern Vale erhoben. Gegen 16 Einzelpersonen – darunter der frühere Vale-Chef Fabio Schvartsman – wurde zudem Anklage wegen vorsätzlicher Tötung erhoben. Der TÜV Süd hatte als Prüfunternehmen den Damm im Auftrag von Vale im September 2018 begutachtet und trotz mehrerer Wartungsempfehlungen für sicher erklärt. (afp)

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