Auffrischender Wind droht Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern weiter anzufachen

Epoch Times30. Juni 2019 Aktualisiert: 1. Juli 2019 22:02
Derzeit ist die Lage bei einem Brand in Mecklenburg-Vorpommern kritisch: drei Brandherde auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz dehnten sich aus und vereinigten sich. Über 400 Feuerwehrleute haben vor allem die Aufgabe, die Dörfer zu schützen. Drei Orte wurde seit Sonntagabend evakuiert, zwei weitere seien vorbereitet.

Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe von Lübtheen brennt es am Montag auf einer Fläche von rund 430 Hektar. Durch auffrischenden Wind drohten die Brandherde am Nachmittag weiter angefacht zu werden. Drei Orte wurden seit Sonntagabend evakuiert, etwa 900 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Hier der Link zum Liveticker des NDR für die betroffenen Regionen: Link.

Von Entspannung könne keine Rede sein, „aber von ersten Lichtblicken“, sagte der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, am Abend auf einer Pressekonferenz in Lübtheen. Das Feuer sei nicht unter Kontrolle, aber der Schutz der Dörfer habe bislang funktioniert. Die Einsatzkräfte seien auf die Evakuierung von zwei weiteren Ortschaften vorbereitet, auch wenn dies akut noch nicht geplant sei.

Bergungspanzer der Bundeswehr schlugen Brandschneisen rund um die bedrohten Ortschaften. Insgesamt zehn Wasserwerfer und acht Hubschrauber mehrerer Landespolizeien und der Bundeswehr sollen die Brandbekämpfer von Dienstag an unterstützen.

Die anfangs drei Brandherde dehnten sich zu einem durchgehenden langgezogenen Brandteppich mit einer Fläche von rund 430 Hektar aus. Offenbar frass sich das Feuer an vielen Stellen vom Boden in die Baumkronen, wodurch sich noch mehr Hitze entwickelt. Über 400 Feuerwehrleute haben nach Angaben des Landkreises vor allem die Aufgabe, die Dörfer zu schützen. Drei Orte nördlich beziehungsweise südlich des Brandgebietes wurde seit Sonntagabend evakuiert.

Insgesamt kümmern sich rund 2000 Helfer im Schichtsystem um Feuerschutz und Sicherheit, sagte Sternberg.

Mecklenburg-Vorpommern hat Hilfe angefordert – es geht über seine Kräfte

Wegen der im Boden lagernden Munition müssen Einsatzkräfte tausend Meter Abstand zum Brand halten. Das betreffe Löschfahrzeuge genauso wie Löschflugzeuge, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Bedroht von dem Feuer wurde auch ein Munitionszerlegebetrieb des Munitionsbergungsdienstes auf dem ehemaligen militärischen Schießplatz. Die Flammen seien nur 50 Meter entfernt, so Backhaus.

Backhaus forderte Unterstützung von der Bundesregierung. „Wir brauchen Taktik und Technologie.“ Sonst sei das Land nicht in der Lage, ein Feuer dieses Ausmaßes „unter Kontrolle zu bringen“. Der Landkreis hatte am Sonntag Katastrophenalarm ausgelöst.

Laut Backhaus handelt es sich um den größten Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Auch zu DDR-Zeiten habe es keinen mit ähnlichem Ausmaß gegeben. Erste Feuer waren vor sechs Tagen ausgebrochen. Sie schienen am Freitag unter Kontrolle. Die Polizei geht inzwischen von Brandstiftung aus.

Die im Boden liegende Munition erschwert die Löscharbeiten, nur ein Löschpanzer kann direkt eingreifen. Wegen der im Boden lagernden Munition müssen Einsatzkräfte tausend Meter Abstand zum Brand halten. Das betreffe Löschfahrzeuge genauso wie Löschflugzeuge, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD)

Beim erneuten Waldbrand besteht der hinreichende Verdacht auf Brandstiftung. Das hätten die ersten Erkundungen ergeben, teilte die Einsatzleitung mit. Die Polizei ist bereits darüber informiert, der Kriminaldauerdienst nimmt die Ermittlungen auf. Sachdienliche Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.“

Wegen der im Boden lagernden Munition müssen Einsatzkräfte tausend Meter Abstand zum Brand halten. Das betreffe Löschfahrzeuge genauso wie Löschflugzeuge, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD)

Den Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe von Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern haben selbst die Menschen in Sachsen noch gerochen. Die Polizei Sachsen twitterte am Montag, dass der Nordwind den Brandgeruch bis in den rund 300 Kilometer entfernten Freistaat getragen habe.

Die Feuerwehr Leipzig berichtete per Twitter von einer Geruchsbelästigung im gesamten Stadtgebiet. Eine Gefährdung sei nicht festzustellen.

Der Rauch hüllte die 25 Kilometer entfernte Stadt Ludwigslust am Vormittag unter einer Smog-Glocke ein, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Brände am Wochenende

Durch die Trockenheit kam es an einigen Stellen in Südwestfalen zu Waldbränden, wie die „Westfälische Rundschau“ berichtet. Die Waldbrandgefahr ist durch die Trockenheit und Hitze recht hoch. Am ehemaligen Truppenübungsplatz Trupbacher Heide bei Siegen ging eine Jagdhütte in Flammen auf. Dort waren 120 Feuerwehrleute beschäftigt, die bis 18 Meter hohen Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Einen weiteren Einsatz gab es für über 80 Einsatzkräfte bei Sundern-Röhrenspring. Auch bei Hagen-Haspe brannten 100 Quadratmeter Wald. Die Polizei ermittelt im Fall eines weiteren Waldbrandes zwischen Allagen und Niederbergheim in Warstein wegen Brandstiftung.

Waldbrand auch in Hessen: Explosionsgefahr an Munitionsdepot

Update 1. Juni, 22:00 Uhr:

Trotz der Gefahr durch Explosionen kämpfen Feuerwehrleute im südhessischen Münster seit Sonntag gegen einen Waldbrand in der Nähe eines ehemaligen Munitionsdepots.

„Es gibt noch Bodenfeuer und Glutnester“, sagte ein Feuerwehr-Sprecher. Gerechnet wird mit einem Einsatz bis Mittwoch. Das Feuer ist demnach unter Kontrolle. Die Brandursache ist laut Feuerwehr unklar.

Meldung vom Sonntag

Im südhessischen Münster (Kreis Darmstadt-Dieburg) brennt der Wald auf 1000 Quadratmeter, die Einsatzkräfte der Feuerwehr sind im Bereich der „Muna“ (ein ehemaliges Munitionsdepot der US-Streitkräfte im Ortsteil Breitefeld) unterwegs.

Der Brand brach gegen 13:20 Uhr aus, es besteht auch eine „latente Gefahr“ durch Munitionsreste.

In Sachsen: Feldbrand Weizen

Während der Weizenernte geriet in Ostsachsen ein Feld in Brand. Es wurden drei Hektar Winterweizen und ein Hektar angrenzender Kiefernwald vernichtet. Die Feuerwehr löschte an der Landesgrenze zu Brandenburg den Brand, verletzt wurde niemand.

In Sachsen herrscht im Norden laut Angaben des Sachsenforst die höchste Waldbrandwarnstufe 5, im südlichen Teil des Vogtlands über das Erzgebirge bis zur polnischen Grenze war es die Warnstufe 4.

Samstag: Verschiedene Brände

Am Samstag brannten in Haspe 100 Quadratmeter Wald. Der Brand entstand durch ein Feuer in einer Laube, der sich in den Wald hinein ausbreitete.

Auch im Frankfurter Stadtwald kam es zu einem Brand auf eine Fläche von etwa 1000 Quadratmetern im „Bereich Dornhöfer / Bussardschneise“, wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilte. Die Brandursache ist noch unklar, 25 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Für die Stadt gilt ein Grillverbot auf allen öffentlichen Grillplätzen in Parks.

Auch in Österreich und Spanien gibt es Brände

Nach dem traditionellen „Herz Jesu-Feuer“ in Amlach in Osttirol brannte in der Nacht zum Sonntag in unmittelbarer Nähe der Feuerstelle ein Waldstück. Auf Grund des unwegsamen Geländes konnte nachts nicht zu Ende gelöscht werden, am frühen Morgen wurde mit Hilfe von zwei Hubschraubern das Feuer gelöscht.

Wie die Behörden in Spanien am Samstag mitteilten, brach am Freitag in der zentralspanischen Stadt Almorox ein Feuer aus, das mindestens 1600 Hektar Land zerstörte und sich dem Großraum Madrid näherte.

Ein weiterer Brandherd wütete etwa 60 Kilometer entfernt in der Nähe von Toledo. Löschflugzeuge unterstützen die Feuerwehrleute, die inmitten von Sturmböen gegen die Flammen kämpften. Mehr als 20 Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

In Katalonien im Nordosten Spaniens gelang es derweil, einen Waldbrand nach mehreren Tagen Einsatz weitgehend unter Kontrolle zu bringen. Die dortigen Rettungskräfte gaben aber noch keine Entwarnung, da ein kleinerer Brandherd noch virulent war. Die spanischen Behörden erklärten weiter, die Gefahr von Bränden sei nach wie vor akut, da die extremen Wetterbedingungen andauerten. (ks / mit Material der Agenturen)