Wetterwarnung: Deutsche Bahn hebt Zugbindung auf – Zweithöchste Unwetterwarnstufe für NRW

Epoch Times9. März 2019 Aktualisiert: 10. März 2019 18:01
Nach NRW hat die Bahn ihren Verkehr auch in Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen eingestellt. Mit Orkanböen bis Windstärke 12 hat Sturmtief „Eberhard“ den Bahnverkehr in Teilen Deutschlands zum Erliegen gebracht.

Der Deutsche Wetterdienst hat wegen der Gefahr von orkanartigen Böen für weite Teile Nordrhein-Westfalens die zweithöchste Unwetter-Warnstufe ausgegeben. Sturmtief „Eberhard“ fegt mit Windstärke 11 bis 12 über NRW hinweg.

Bei solchen Windgeschwindigkeiten könnten Bäume entwurzelt und Dachziegel durch die Luft geschleudert werden. Menschen sollten sich möglichst nicht im Freien aufhalten, mahnen die Meteorologen.

Sturmbahnen können detailreich auf der Webseite von „Kachelmann“ verfolgt werden.

Zum Abend zu Schneefall, oberhalb von 400 m Höhenlage Bildung einer Schneedecke

Der Deutsche Wetterdienst erwartet ab dem späten Nachmittag oder Abend etwa vom Emsland bzw. Münsterland ostwärts bis nach Brandenburg einen gebietsweisen Übergang der Niederschläge in Schnee. Es kommt örtlich zu Glätte durch Schneematsch.

Die Schneefallgrenze sinkt über Nacht bis in tiefere Lagen, oberhalb 400 m bildet sich teilweise eine Schneedecke von 5 bis 10 cm.

Deutsche Bahn stoppt Fernverkehr in NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen

Auswirkungen seien aktuell noch nicht absehbar, so die Bahn. Alle Zugbindungen für Sonntag sind aufgehoben, die Tickets behalten ihre Gültigkeit bis zu einer Woche nach Reisedatum oder können kostenfrei storniert werden, so das Unternehmen.

Die Deutsche Bahn stoppt wegen Sturmtief „Eberhard“ den Fernverkehr und Teile des Regionalverkehrs in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Alle Züge, die noch unterwegs waren, sollten am nächsten Bahnhof gestoppt werden. Bei Aachen und Köln waren schon an mehreren Stellen Bäume auf die Schienen gestürzt und blockierten den Verkehr.

Auch zwei wichtige Stellwerke in Wuppertal und Essen waren wegen des Sturms zeitweise gestört. Auch in anderen Teilen Deutschlands gab es Einschränkungen. Etwa zwischen Worms und Mannheim wurde die Strecke gesperrt, der Fernverkehr wurde dort umgeleitet.

Dadurch gebe es derzeit keine Reisemöglichkeiten mit dem Fernverkehr von oder nach NRW Richtung Hamburg, Hannover, Kassel-Wilhelmshöhe und Frankfurt(Main), teilte das Unternehmen am Sonntagnachmittag mit. Zudem fallen die internationalen Züge von und nach Amsterdam, Belgien und in die Niederlande komplett aus.

Kostenfreie Storno der Fahrkarten möglich

Die Auswirkungen seien aktuell noch nicht absehbar, so die Bahn. Alle Zugbindungen für Sonntag sind aufgehoben, die Tickets behalten ihre Gültigkeit bis zu einer Woche nach Reisedatum oder können kostenfrei storniert werden, so das Unternehmen.

Die Bahn rechnete auch in in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wegen des Sturmtiefs mit Beeinträchtigungen. Das Unternehmen Länderbahn wies seine Lokführer in den Unwettergebieten in Bayern und Sachsen aus Sicherheitsgründen an, langsamer zu fahren.

Viele Einsätze wegen Bäumen

Bereits am Samstag mussten Polizei und Feuerwehr vor allem in Nordrhein-Westfalen wegen des Sturms zu vielen Einsätzen ausrücken. Vielerorts wurden Bäume entwurzelt und fielen auf Häuser, Straßen und Oberleitungen.

In den sächsischen Landkreisen Zwickauer Land und Vogtlandkreis kam es am Samstagabend in drei Orten wegen Sturmschäden zu Stromausfällen. Wegen eines Baums in der Oberleitung war die Bahnlinie auf der Strecke Leipzig–Hof zeitweilig lahm gelegt.

Glück im Unglück hatte ein Mann in Mülheim an der Ruhr: Durch heftigen Sturm krachte am Samstagnachmittag ein Baum durch das Dach seines Hauses und traf das Sofa, auf dem der Mann „nur eine Minute vorher noch gesessen hatte“, wie die Feuerwehr mitteilte. Der Mann habe das Haus mit einem „Schrecken in den Knochen“, aber unverletzt verlassen können.

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Die Feuerwehr hob den Baum mit Spezialfahrzeugen aus dem Dach. An dem Haus entstand ein solcher Schaden, das es nach Einschätzung eines Statikers wegen Einsturzgefahr derzeit teilweise nicht genutzt werden darf.

Zweitliga-Spiel Fürth gegen Dresden abgesagt

Die Partie in der 2. Fußball-Bundesliga zwischen der SpVgg Greuther Fürth und Dynamo Dresden ist abgesagt worden. Das teilten die Clubs und die Polizei rund zwei Stunden vor dem geplanten Anpfiff am Nachmittag mit. Grund für die Absage ist eine Unwetterwarnung. Es wurden schwere Sturmböen in Franken erwartet. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Sturmtief „Eberhard“

Das Wochenende wird erneut eher stürmisch, es ziehen Tiefausläufer in rascher Folge über Deutschland hinweg. Es kann zu teilweise kräftigen Gewittern mit schweren Sturmböen, sogar Orkanböen kommen. Die Warnung gelte zunächst für Sonntag von 12 Uhr bis Mitternacht, teilte der DWD am Sonntagmorgen mit.

Das Sturmtief „Eberhard“ zieht am Sonntag ostwärts über Deutschland hinweg und sorgt für wechselhaftes und von der Mitte bis in den Süden sehr windiges Wetter bis in den Orkanbereich. Im Tagesverlauf frischt der Wind von West nach Ost laut Wetterdienst bereits in den Vormittagsstunden rasch auf.

Der Höhepunkt der Windentwicklung werde am Nachmittag, nach Osten am Abend erwartet. Mit Schauern und Gewittern sei vor allem über der breiten Mitte des Landes mit schweren Sturmböen und orkanartigen Böen zu rechnen, lokal eng begrenzt seien auch einzelne Orkanböen nicht ausgeschlossen, teilte der DWD weiter mit.

Der Wind kommt demnach aus West. Im Bergland sei über der Mitte ab 600 Metern, im Süden ab 800 Metern mit orkanartigen Böen und Orkanböen zu rechnen. Eine Verlängerung der Warnungen oder eine Ausdehnung auf weitere Gebiete sei möglich, so der Wetterdienst weiter.

Die meisten Wettermodelle sprechen für den Sonntag von einer Wettergrenze etwa in der Mitte des Landes, die sich auf der Höhe Köln, Siegen, Erfurt und Dresden befinden werde. Südlich davon rechnen die meisten Modelle mit Sturm, nördlich davon eher mit sehr wenig Wind. Genauere Angaben für einzelne Orte lassen sich bei windy.com recht einfach finden.

Es sei mit entwurzelten Bäumen zu rechen. Außerdem könnten Dachziegel oder andere Gegenstände herabstürzen.

Weiße Überraschung

Bis in die Nacht zu Montag kommt es im Süden und Südwesten zu Regen. Vor allem im Schwarzwald, im Allgäu und im Bayerischen Wald können bis etwa 40 bis 50 l/qm Regen fallen.

Am Sonntag wird es kühler und ab dem späten Nachmittag geht vermutlich vom Emsland bzw. Münsterland ostwärts bis nach Brandenburg der Regen in Schneeregen oder Schnee über. Es könnte örtlich zu Glätte und Schneematsch kommen. (ks/dts/dpa)