Nach der Überschwemmung am Kuma River am 9. Juli, 2020 in Hitoyoshi, Japan.Foto: Carl Court/Getty Images

Zahl der Todesopfer durch Unwetter in Japan steigt weiter an

Epoch Times9. Juli 2020 Aktualisiert: 9. Juli 2020 14:31
Nach tagelangen heftigen Regenfällen in Japan ist die Zahl der Todesopfer durch Überschwemmungen und Erdrutsche weiter gestiegen. Mindestens 55 Menschen seien gestorben, sagte ein Behördenvertreter der am stärksten betroffenen Präfektur Kumamoto.

Mindestens 55 Menschen seien in Kumamoto gestorben, aus der Stadt Omuta auf der Insel Kyushu wurden zwei weitere Todesfälle gemeldet. Während im Süden des Landes die Aufräumarbeiten begannen, zog die Regenfront weiter nordwärts. Für knapp 900.000 Menschen galt eine Evakuierungsanordnung.

Bei vier weiteren Todesfällen steht nach Behördenangaben die offizielle Bestätigung noch aus, zudem gibt es mehr als ein Dutzend Vermisste. Bei weiteren sechs Todesfällen prüfen die Behörden, ob sie ebenfalls im Zusammenhang mit dem Unwetter stehen.

Die Regenfälle hatten am Samstag auf der südjapanischen Insel Kyushu eingesetzt. Sie ließen dort in weiten Teilen Flüsse über die Ufer treten und verursachten Erdrutsche. In der Region begannen am Mittwoch die Aufräumarbeiten.

Mann hat seiner Frau zum Abschied gewinkt

Der 67-jährige Keisuke Masuda aus der Stadt Hitoyoshi sagte der Nachrichtenagentur Jiji, er habe mit Schrecken mit ansehen müssen, wie sein Nachbar in den Fluten verschwand: „Er wurde direkt vor meinen Augen fortgerissen.“ Der Mann habe seiner Frau zum Abschied gewinkt.

Eine Frau schilderte dem Sender NNN, ihre Eltern seien in den Fluten gestorben, weil sie sich geweigert hätten, ihr Haus zu verlassen. Sie hätten sich der Evakuierung widersetzt, „weil ich ihnen gesagt hatte, dass ich (an dem Tag) nach Hause komme“, sagte Naomi Nishimura unter Tränen.

Die Regenfälle zogen von Kyushu derweil weiter nordwärts. Für Gebiete im Zentrum Japans wie die Region Nagano sagte die japanische Meteorologiebehörde am Mittwoch „ein beispielloses Maß“ an Regen voraus. „Insbesondere für Gegenden mit hohem Risiko für Erdrutsche und Überflutungen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich bereits irgendeine Art von Katastrophe ereignet“, hieß es.

„Es wird erwartet, dass die Regenfront mindestens bis Freitag anhält“, sagte Yoshihisa Nakamoto von der Meteorologiebehörde.

Angst vor Corona-Ansteckung

Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Dienstagabend angekündigt, rund 10.000 weitere Soldaten in die vom Unwetter besonders schwer betroffenen Gebiete zu entsenden. Insgesamt 80.000 Rettungskräfte sind bereits im Einsatz, um nach Überlebenden zu suchen.

Über die Ufer getretene Flüsse haben Brücken zerstört und Straßen in Seen verwandelt. Rettungskräfte können sich vielerorts nur mit Schlauchbooten oder Hubschraubern fortbewegen.

Erschwert wird der Umgang mit der Katastrophe auch durch die Corona-Pandemie. In einigen Notunterkünften wurden als Infektionsschutz Abtrennungen aus Pappe aufgestellt. Einige Menschen schliefen aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem KPC-Virus lieber in ihren Autos. (afp)

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