Der Hund ist auch im Urlaub am liebsten dabei.Foto: Deutscher Tierschutzbund

Wie der Hund verreist und wo das Meerschweinchen den Urlaub verbringt

Von 23. Juli 2012 Aktualisiert: 23. Juli 2012 17:04

 

Der Hund ist am liebsten immer dabei – natürlich auch wenn Frauchen und Herrchen in den Urlaub fahren. Katze bleiben lieber im vertrauten Revier. Es mag Ausnahmen geben, etwa wenn es zum vertrauten Campingplatz oder in die gleiche Ferienwohnung geht. Sonst ist es besser, Katzen zu Hause versorgen zu lassen. Vögel und Kleintiere vertragen das Reisen schlecht. Eine Betreuung daheim oder bei anderen Tierhaltern in der Nähe ist für sie ideal, wenn ihre Menschen in den Urlaub fahren.

Als Tierhalter muss man für den Urlaub einiges bedenken. „Tierhalter zu sein, bedeutet Verantwortung zu haben. Und die kann man nicht während der Urlaubszeit einfach abgeben. Daher ist eine rechtzeitige Urlaubsplanung wichtig“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Der Sommer ist in vielen Tierheimen Hochsaison

Manche Tierhalter scheinen überfordert zu sein. In Bottrop wurde eine Katze ausgesetzt. In Heppenheim fand man einen Hund, den jemand an einer Mülltonne festgebunden hatte. Etwa 70.000 Tiere werden Jahr für Jahr allein im Sommer von den Tierheimen aufgenommen, meldet der Deutsche Tierschutzbund. Und die Tierheime sind bereits schon überfüllt.

70.000 Tiere! Heißt das, dass es jeden Sommer in Deutschland 70.000 Personen oder Familien gibt, die ein von ihnen abhängiges Tier  in ein ungewisses Schicksal stoßen? Brigitte Maeder, die Vorsitzende des Elmshorner Tierheims (Kreis Pinneberg, Schleswig Holstein), relativiert die Zahl in einem Gespräch mit der Epoch Times – zumindest für das Tierheim Elmshorn: „85 Prozent der Hunde, die wir im Sommer aufnehmen, werden wieder abgeholt.“ Die Hunde wären nur ausgebüxt. Offene Türen und der Duft von läufige Hündinnen könnten die Erklärung für das Ausbüx- und Wieder-Einsammel-Phänomen sein.

Aussetzen ist teuer und Wiedersehen macht Freude

Doch bleiben noch genug Hunde und andere Haustiere, die nicht abgeholt werden und bei denen man davon ausgehen kann, dass sie bei der Urlaubsplanung nicht berücksichtigt sondern ausgesetzt wurden. „Am meisten werden Kleintiere ausgesetzt: Meerschweinchen, Kaninchen, Mäuse… .“ Die gefühlsmäßige Bindung der Erwachsenen an das Meerschweinchen der Kinder ist wohl nicht so groß. Für 20 Euro kann ein neues Tier angeschafft werden, eine Tierpension zu bezahlen wäre teurer. Neben moralischen Bedenken ist das Aussetzen von Tieren strafbar und kann den Halter bis zu 25.000 Euro Strafe kosten. Verantwortung übernehmen käme da dann doch günstiger. Und zumindest für die Kinder gilt auch beim Meerschweinchen: Wiedersehen macht Freude.

Tiere und Urlaub – gewusst wie

Verantwortung übernehmen und vorleben ist gar nicht so schwer. Auch wenn man manches überlegen und in die Wege leiten muss. Da wir solche Dinge nicht in der Schule lernen, ist es keine Schande, sich Hilfe zu holen und beraten zu lassen. Der Deutsche Tierschutzbund bietet Beratung und Hilfe an. Auf der Webseite http://www.tierschutzbund.de/urlaubs-hilfe.html findet man reichlich Informationen und Tipps: Reiseplanung und Reisebestimmungen der Urlaubsländer. Wie transportiere ich mein Tier? Was packe ich für meine Katze ein? Nehme ich meinen Hund mit an den Strand? Von April bis September kann man sich via Urlaubs-Beratungstelefon unter der Tellefonnummer 0228-60496-27 persönlich beraten lassen.

Montezumas Rache bei Tieren

„Futter brauchen wir nicht einzupacken, das kaufen wir da“, denkt sich mancher Tierhalter. Zu den Tipps vom Tierschutzbund gehört jedoch auch, möglichst nicht das Futter umzustellen – ob man sein Tier nun mitnimmt oder betreuen lässt. Die Reise, das andere Umfeld, andere Menschen sind für die Tiere schon aufregend genug. Wenn dann noch Ungewohntes gefressen wird, ist ärgerlicher Reise-Durchfall auch beim Tier fast vorprogrammiert.

Der Reisepass für Hund und Katze

Wichtig ist, dass man rechtzeitig plant. Zum Beispiel wenn man für eine Auslandsreise einen EU-Heimtierausweis benötigt. Marion Dudla, Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbundes sagt gegenüber der Epoch Times: „Das Ausstellen selbst ist kein  Problem. Aber da muss drin stehen, dass das Tier mit einem Chip gekennzeichnet ist. Außerdem soll dort eingetragen sein, dass das Tier gegen Tollwut geimpft wurde. Es reicht aber nicht, wenn die Impfung erst wenige Tage alt ist.“ Wenn die Einreisebestimmungen vorschreiben, dass die Impfung mindestens vier Wochen alt sein soll, man aber erst eine Woche vor seinem gebuchten Urlaub daran denkt, kann man seinen Hund oder seine Katze nicht mitnehmen. Was dann?

Statt den Hund ans Verkehrsschild zu knüpfen, knüpft man geeignete Kontakte

Nicht den Kopf verlieren. Wenn man seine Tiere nicht mitnehmen kann – oder dem Tier zuliebe auch nicht will oder sollte – sorgt man für geeignete Betreuung. Geeignet ist, wer sich mit der Tierart auskennt. Findet sich diese nicht im Bekannten- und Verwandtenkreis, hilft der Tierschutzbund auch hier weiter. Zum einen gibt es Ratschläge zur Beurteilung von Tierpensionen zum anderen stellen die angeschlossenen Tierheime mit der Aktion „Nimmst Du mein Tier, nehme ich dein Tier“ Kontakte zu anderen Tierhaltern her, die bereit wären auf Gegenseitigkeit Haustiere von anderen bei sich aufzunehmen. Statt einen Hamsterkäfig hat man dann für drei Wochen zwei da stehen. Dafür kommt das eigene Tier dann in das Zuhause seines tierischen Gastes, wenn man selbst in den Urlaub fährt. Kosten: keine.

Weitere Informationen: Der Deutsche Tierschutzbund

Download Pdf: Broschüre „Tier und Urlaub“



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion