500.000 ukrainische Migranten bringen Polen in Bedrängnis – UPA-Anhänger verbreiten Kriegsstimmung

Epoch Times27. August 2015 Aktualisiert: 27. August 2015 13:52
Der polnische Präsident will keine neuen Flüchtlinge mehr in seinem Land aufnehmen. Der Krieg in der Ostukraine zwingt die Ukrainer, ihr Land zu verlassen. Die Hunderttausenden Flüchtlinge bringen die polnische Regierung in Bedrängnis.

Eine halbe Million ukrainischer Flüchtlinge strömten in den vergangenen Monaten nach Polen. Der blutige Bürgerkrieg im Osten der Ukraine veranlasst Hunderttausende notleidende Menschen, ihre Heimat zu verlassen und in die benachbarten Länder zu fliehen. Eine Entspannung der Lage ist momentan nicht zu erwarten.

"Man muss gegen die Ursachen, nicht aber gegen die Folgen ankämpfen", sagt Konrad Rękas, der Vizepräsident des Europäischen Zentrums für geopolitische Analyse, über die Flüchtlingskrise, berichtet Sputniknews. 

Die Emigration der Ukrainer nach Polen sei, so Rękas, das Ergebnis des Bürgerkriegs und des Konflikts, der vom Westen, von Amerika, und ebenso von der Europäischen Union unter Polens Teilnahme provoziert wurde.

Westliche Staaten geben Russland die Schuld am aktuellen Krieg in der Ukraine. 

Der Experte meinte auch, dass die Situation "in Polen ein ernsthaftes soziales Problem darstellt, besonders in einer Situation, wo parallel hierzu die sogenannte ‚legale‘ Emigration andauert: Die Arbeitsemigration – die Emigration von Arbeitskräften und Studenten."

Ukrainische Studenten verbreiten Kriegsstimmung 

Die Migranten würden ihrerseits geschlossene Enklaven schaffen, denen gegenüber keine Migrations-, Kultur- und Erziehungspolitik angewandt würde, so Rękas. "Über sie ist es, den Erwartungen zuwider, unmöglich, Einfluss auf die Situation in der Ukraine zu nehmen. Im Gegenteil – man nimmt sie mit einem riesigen ‚Gepäck‘ an antipolnischen Stimmungen, an Spannung und Kriegsatmosphäre auf, die gegenwärtig in der Ukraine herrscht". 

In Polen studieren mehr als 20.000 ukrainische Studenten an den Lehranstalten des Landes. Die polnische Bevölkerung ist empört über das Verhalten vieler Ukrainer in ihrem Land. Vor allem das Fotografieren vor dem Hintergrund von Fahnen der UPA, der Ukrainischen Aufstandsarmee, und das Singen von UPA-Kampfliedern heizt die Stimmung gegen die Migranten auf. 

"Ein großer Teil dieser jungen Leute nutzt die freigebige Hilfe des polnischen Staates und schöpft zugleich Mittel, die aus der Ukraine kommen, denn es ist für niemanden ein Geheimnis, dass es nicht Kinder aus armen bedürftigen Familien sind, mit Ausnahme einer zahlenmäßig kleinen Gruppe von Nachfahren jener Polen, die in den grenznahen Gebieten leben," erklärt Rękas. 

Die Bevölkerung wies die Behörden schon mehrfach auf die Missstände hin und erwartet von Andrzej Duda, dem neuen Präsidenten des osteuropäischen Landes, den Stand der Dinge zu ändern. 

Polen will keine neuen Flüchtlinge aufnehmen

Der polnische Präsident lehnt die Aufnahme neuer Flüchtlinge in seiner Heimat ab. Zwar wolle sich "Polen als EU-Mitglied solidarisch zeigen, aber was Flüchtlinge angeht, haben wir ein besonderes Problem wegen des Konflikts in der Ukraine", sagte Duda zu "Bild" (Donnerstag). Solange "der Krieg andauert, werden weiterhin Tausende Ukrainer außer Landes fliehen, vor allem nach Ungarn und nach Polen".

Schon jetzt gebe es Hinweise, dass weitere Hunderttausend Ukrainer nach Polen flüchten wollen. "Andere Staaten Europas sollten das berücksichtigen, wenn wir über Hilfsbereitschaft sprechen", forderte Duda. Als nächster Nachbar der Ukrainer würden bei einer weitere Eskalation des Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine "noch sehr viel mehr Flüchtlinge zu uns kommen", mahnte der Präsident.

Angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise mahnte Duda, "dass wir als EU die Ursachen der Flucht bekämpfen –und zwar in den Ländern, aus denen die Menschen zu uns kommen". Dabei gelte es, "verstärkt die organisierten Schleuserbanden" zu bekämpfen, die mit dem Elend der Flüchtlinge ein Milliardengeschäft machten. (so/dts) 

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