In Libyen sammeln sich Flüchtlingsmassen aus verschiedenen afrikanischen Staaten. Die Terrormiliz ISIS schlägt aus diesem Umstand und politischem Chaos vor Ort Profit.Foto: MAHMUD TURKIA / AFP / Getty Images

BBC-Bericht zu Libyen: „ISIS schmuggelt Kämpfer auf Flüchtlingsbooten nach Europa“

Epoch Times19. Mai 2015 Aktualisiert: 7. Juli 2016 14:51

ISIS-Kämpfer werden auf Flüchtlingsbooten nach Europa geschmuggelt. Dies ist die Aussage eines Berichtes, den die BBC am 17. Mai veröffentlichte. Der Sender beruft sich mit seiner Aussage auf einen Berater der libyschen Regierung.

Abdul Basit Haroun sagte, Schleuser würden mit ISIS kooperieren und heimlich Milizen auf den Flüchtlingsbooten unterbringen. Er stützt seine Aussagen auf Unterhaltungen, die er mit Schleusern in von ISIS kontrollierten Gebieten geführt hat. Er sagte zu BBC, die Terrormiliz lasse die Schleuser operieren, solange diese die Hälfte ihres Einkommens an den Islamischen Staat abtreten.

ISIS ist in Nordafrika aktiv und kontrolliert im vom Bürgerkrieg gebeutelten Libyen einige Gebiete. Die Lage ist dort äußert undurchsichtig und chaotisch, weil viele Milizen und Gruppierungen seit Gaddafis Sturz im Jahr 2011 um die Vormacht streiten. Das Chaos begünstigt die Aktivitäten von Schleuser-Netzwerken. Auch Vertreter Italiens und Ägyptens haben bereits davor gewarnt, ISIS-Kämpfer könnten per Schlepperboot nach Europa gelangen.

Kooperation von ISIS und Schleppern

„Da die europäische Polizei nicht unterscheiden kann, wer zu ISIS gehört oder ein normaler Flüchtling ist", verwende ISIS die Schlepperboote „um ihre Leute nach Europa zu schicken“, so Haroun. Die Kämpfer säßen in den Booten oft getrennt von den anderen Migranten.

„Die Bootsbesitzer haben eine Liste von Personen, die sie mitnehmen, aber einige Leute tauchen plötzlich auf und ihnen wird gesagt: Nehmt sie mit.“ „Sie sitzen getrennt im Boot und haben überhaupt keine Angst.“

„Sie gehören zu ISIS – 100 Prozent. Ich denke, dass sie etwas für die Zukunft planen, nicht unbedingt für heute oder morgen“, so Haroun.

Die britische Zeitung Daily Mail griff den BCC-Bericht auf und zitierte einen weiteren Zeugen: Einen Doppelagenten, der Al-Qaida-Geheimnisse an den britischen Geheimdienst MI5 verriet. Aimen Dean, der nun ein Sicherheitsberater ist, sagte, ISIS betreibe selbst einen kleinen, aber gut organisierten Menschenhandel. Er kenne zwei ägyptische Brüder, welche Italien durch die libysche Hafenstadt Sirte erreicht haben. Sie erhielten zunächst eine Woche „Religionsunterricht“, der sie „vor den Verführungen des Westens schützen“ sollte. Auf ihrer Reise wurden sie dann von Männern begleitet, die „tief religiös waren und fließend Italienisch und Französisch sprachen“.

Warum kamen diese Berichte in britischen, aber nicht in deutschen Medien?

Aktuell diskutieren mehrere EU-Staaten eine Militäroperation, vorgeblich zum „Zerstören von Schlepperbooten“ an der libyschen Küste. Italien als Anführer, Großbritannien, Frankreich und Spanien wollen dabei mitmachen. Wie der Spiegel berichtete, versucht Deutschland aktuell, die Libyen-Pläne der EU zu entschleunigen, weil es „eine gefährliche neue Bundeswehr-Mission“ befürchtet. Großbritannien hat also ein Interesse, die Gefährlichkeit der Schleuser-Netzwerke im Zusammenhang mit ISIS darzustellen.

Doch was wollen die EU und die NATO wirklich in Libyen? Ein Geheimpapier, welches der britische Guardian in die Finger bekam, legt nahe, dass hier ein richtiger Krieg geführt werden soll. „Es geht nicht um Flüchtlinge, sondern um Öl“, analysierten dazu die Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Die von der EU geplanten Maßnahmen hören sich nach einer klassischen Militärinvasion an, das vorgebliche Ziel, Schleuser-Netzwerke zu bekämpfen und Boote noch an der Küste zu zerstören, sei lediglich die Verkleidung für geopolitische Absichten. Damit in der EU-Bevölkerung mehr Akzeptanz für den neuen Krieg vorhanden sei, gebe man ihm eine humanitäre Ummantelung.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte dieser Tage bereits in New York für ein „robustes UN-Mandat“ für Libyen geworben, damit man „notfalls auch militärisch“ gegen Schlepper und Schleuser und deren Boote an Land und auf dem Mittelmeer vorgehen könne. (rf)

Mehr dazu unter:

Wieder ein Krieg ums Öl? Libyen-Geheimpapier der EU enthüllt handfeste Kriegspläne


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