Bankenpräsident: Filialabbau wird sich beschleunigen – Commerzbank-Chef stimmt auf Umbau ein

Epoch Times5. Januar 2021 Aktualisiert: 5. Januar 2021 20:04

Die Corona-Krise dürfte die seit Jahren laufenden Filialschließungen der Banken beschleunigen: „Im Lockdown haben die Kunden erfahren, dass sie auch anders mit ihrer Bank in Kontakt treten können“, sagte Bankenpräsident Hans-Walter Peters den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Dienstag (5. Januar).

Ich möchte hier realistisch sein: Es wird weniger Filialen geben und der Abbau verläuft vielleicht auch schneller als in den vergangenen Jahren.“

Im Jahr 2019 war die Zahl der Zweigstellen um 1220 oder viereinhalb Prozent auf 26.660 gesunken. Der Filialabbau habe auch Folgen für die Beschäftigung in der Branche, die Mitarbeiterzahl der Banken werde 2021 sinken.

„Da wird es wegen der Filialschließungen einen Rückgang geben, zudem muss die Branche ganz allgemein die Kosten senken – das bleibt leider so“, sagte Peters den Funke-Zeitungen.

Von mehreren Banken gemeinsam betriebenen Filialen, wie es Sparkasse und Volksbank derzeit in Hessen erproben, erteilte Peters eine Absage. „Die Privatbanken unterscheiden sich sehr stark in ihren jeweiligen Geschäftsmodellen“, sagte er. „Daher sehe ich das für uns momentan nicht.“

Commerzbank-Chef Knof stimmt auf tiefgreifenden Umbau ein

Der neue Commerzbank-Chef Manfred Knof will beim Umbau des Instituts keine Zeit verlieren.

„Im ersten Quartal werden Ihnen mein Vorstandsteam und ich die strategischen Leitplanken für die kommenden Jahre vorstellen“, schreibt Knof in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und aus dem zuvor das „Handelsblatt“ (Dienstag) zitierte.

Die Erarbeitung einer „zukunftsfähigen Strategie“ stehe ganz oben auf seiner Agenda, betont der seit dem 1. Januar amtierende Manager. „Kern der Strategie wird sein, die Bank nachhaltig profitabler zu machen. Nur wenn uns das gelingt, können wir unsere Zukunft selbst gestalten.“

Seit Monaten wird bei der seit der Finanzkrise 2008/2009 teilverstaatlichten Commerzbank intern um eine Verschärfung des im Herbst 2019 verkündeten Sparkurses gerungen. Erwartet werden angesichts fortschreitender Digitalisierung weitere drastische Einschnitte im Filialnetz sowie erneute Stellenstreichungen.

Doch der Konzernumbau geriet ins Stocken, weil nach einem überraschenden Doppelrücktritt erst die Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat neu besetzt werden mussten. Konzernchef Martin Zielke schmiss nach harscher Kritik von Investoren hin und verließ die Bank zum Jahresende 2020, Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann wurde schon Anfang August durch Ex-Landesbanker Hans-Jörg Vetter ersetzt.

Knof soll nun den Konzernumbau vorantreiben. Der Jurist leitete vor seinem Wechsel zur Commerzbank das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank, zuvor war er Deutschlandchef beim Versicherungskonzern Allianz.

„Die Commerzbank braucht eine tiefgreifende Transformation, um all das Gute und Positive herauszuholen, das in ihr steckt“, schreibt Knof an die Belegschaft des Frankfurter MDax-Konzerns. „Das wird kein bequemer Weg sein, und ohne Zweifel wird die Transformation, die wir brauchen, auch mit noch mehr harten Entscheidungen und weiteren Restrukturierungsmaßnahmen verbunden sein. Aber sie sind nötig, und je schneller wir damit beginnen, desto besser!“

Mit einer im Intranet der Bank veröffentlichten veränderten Aufgabenverteilung im Vorstand unterstreicht Knof seine Entschlossenheit: Der neue Vorstandschef übernimmt von Jörg Hessenmüller die Zuständigkeiten für Strategie und Nachhaltigkeit und bündelt diese zusammen mit einem „Transformation Office“ in einem neuen Bereich „Group Strategy, Transformation & Sustainability“ im Ressort des Vorstandschefs. Personalchefin Sabine Schmittroth, die das Privatkundengeschäft seit Oktober interimistisch führte, bleibt auf Dauer Privatkundenvorständin. (dpa/afp)



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