Entlastung des Managements der Deutschen Börse steht in Frage – Geplatzte Börsenfusion und Insiderhandel

Epoch Times25. April 2017 Aktualisiert: 25. April 2017 18:56
Der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis hat sich vor der Hauptversammlung der Deutschen Börse gegen die Entlastung des Managements ausgesprochen.

Der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis hat sich vor der Hauptversammlung der Deutschen Börse gegen die Entlastung des Managements ausgesprochen. Auslöser sind die geplatzte Fusion mit der London Stock Exchange sowie Ermittlungen wegen des Verdachts des Insiderhandels, berichtet das „Handelsblatt“.

Die Deutsche Börse will am 17. Mai jeweils geschlossen über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für das Jahr 2016 abstimmen lassen.

In ihrer Empfehlung, über die das „Handelsblatt“ berichtet, kritisieren die Stimmrechtsberater diese Pläne und rufen zum Ablehnen der entsprechenden Tagesordnungspunkte auf. „Wir glauben, dass es angesichts der gescheiterten Fusion unterschiedliche Wahrnehmungen der Leistung von Vorstand und Aufsichtsrat geben dürfte“, schreiben die Experten.

Der Konzern wollte den Vorgang zunächst nicht kommentieren. Deutsche Börse und London Stock Exchange hatten einen europäischen Börsenriesen schmieden wollen, doch der Brexit durchkreuzte die Pläne.

Glass Lewis kritisiert die Ausgestaltung des Deals. Aktionäre dürften „hinterfragen, inwiefern die Fusion hätte gerettet werden können“, wenn in den Fusionsvereinbarungen konkrete Vorkehrungen für den Fall des Brexits getroffen worden wären.

Beide Börsen hatten sich für den Fall des Brexits zwar auf die Bildung eines Referendumskomitees verständig, aber keine verbindliche Standortalternative innerhalb der EU vereinbart. (dts)

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