Eine ländliche Region mit Weideflächen und Bauernhöfen in Bayern.Foto: iStock

Bund hofft auf EU-Milliarden, um ländliche Regionen zu entwickeln

Epoch Times11. November 2020 Aktualisiert: 11. November 2020 7:52
Zwei Drittel der Landbewohner können ihren Supermarkt nicht mehr zu Fuß erreichen, nur 12 Prozent haben schnelles Internet. Das BIP liegt ein Drittel unter dem in der städtischen Wirtschaftskraft. Heute veröffentlicht die Bundesregierung den aktuellen Bericht zur Entwicklung der ländlichen Räume.

Nach Ansicht der Bundesregierung federn die ländlichen Regionen Deutschlands die Folgen der Corona-Pandemie im Land entscheidend ab. Das geht aus dem Bericht der Bundesregierung zur Entwicklung der ländlichen Räume hervor, den Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch vorstellen wollen und über den das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben) vorab berichtet.

„Die dezentralen Siedlungs- und Wirtschaftsstrukturen bewähren sich wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 grundsätzlich auch jetzt in der Covid-19-Pandemie wieder und sollten deshalb gesichert und gestärkt werden“, heißt es darin.

Allerdings, so steht auch im Bericht, können zwei Drittel der Bewohner auf dem Land ihren Supermarkt nicht mehr fußläufig erreichen. Das BIP pro Einwohner liegt auf den Dörfern und in den Kleinstädten ein Drittel unter der städtischen Wirtschaftskraft. Weiterhin wurde vorab aus dem Bericht bekannt, dass es nur für rund 12 Prozent der Landbewohner schnelles Internet gebe.

Bundesregierung hofft auf EU-Mittel

Zentral für die weitere Entwicklung seien die Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER). Demnach stehen Deutschland aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums im Zeitraum 2021 bis 2027 rund 7,9 Milliarden Euro zur Verfügung.

Hinzu kämen rund 710 Millionen Euro aus dem Aufbauplan „Next Generation EU“, die im Verhältnis 30 zu 70 auf die Jahre 2021 und 2022 verteilt werden sollen.

Damit erhöhe sich die Förderung des ländlichen Raums in Deutschland um rund fünf Prozent im Vergleich zum Jahr 2020.

Hoffen auf 1,9 Milliarden Euro

„Ohne die Mittel aus dem Aufbauplan, die gezielt zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie eingesetzt werden sollen, stünden für den ELER in Deutschland dagegen rund 3,8 Prozent weniger Mittel im Vergleich zum derzeitigen Niveau bereit“, heißt es in dem Bericht der Bundesregierung.

Als das „wichtigste nationale Förderinstrument für eine leistungsfähige, auf künftige Anforderungen ausgerichtete und wettbewerbsfähige Land- und Forstwirtschaft, den Küstenschutz sowie vitale Dörfer und ländliche Räume“ betrachtet die Bundesregierung die „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ – kurz: GAK.

„Zusammen mit den Ländermitteln betragen die Gesamtmittel der GAK im Jahr 2020 rund 1,9 Milliarden Euro, in 2019 betrugen die Gesamtmittel rund 1,5 Milliarden Euro“, heißt es in ihrem Bericht.

Von 2014 bis 2019 seien insgesamt 1,87 Milliarden Euro und davon 1,12 Milliarden Euro Bundesmittel in die ländliche Entwicklung investiert worden. „Allein in die Gestaltung und Erhaltung von attraktiven und lebendigen Dörfern flossen rund 422 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Ländern“, so die Bundesregierung in ihrem Bericht.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner spricht von ländlichen Räumen als „Kraftzentren unseres Landes“, die es zu erhalten und zu stärken gelte. „Dazu gehören Grundvoraussetzungen: Es geht um Nahversorgung, Ärzte, Kitas und Schulen, schnelles Internet und Mobilfunk sowie eine gute Verkehrsinfrastruktur. Das hält Dörfer und Gemeinden lebendig und lebenswert“, sagte Klöckner vor wenigen Wochen bei einer Veranstaltung in Baden-Württemberg.

Mehr als die Hälfte der Deutschen leben in Mittel- und Kleinstädten sowie in Dörfern

Dem Entwicklungsbericht der Regierung zufolge lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung hierzulande in Mittel- und Kleinstädten sowie in Dörfern in ländlichen Regionen.

Allein 42 Prozent aller Menschen wohnten in Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern und weitere 27 Prozent in Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern. Knapp die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung werde in ländlichen Regionen erbracht.

„Eine der traditionellen Stärken Deutschlands ist seine dezentrale Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur“, heißt es im Text. (dts)

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