Eine Verkäuferin mit Mund- und Nasenschutz arbeitet in einem Modegeschäft. Der Textilhandel in den deutschen Innenstädten schlägt Alarm.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/dpa

„Bunkermentalität“: Handel äußert scharfe Lockdown-Kritik und fordert Lockerungen

Von 5. Februar 2021 Aktualisiert: 5. Februar 2021 8:56
Im Handel wird die Kritik am neuerlichen Lockdown immer lauter. Der Familienunternehmer-Verband wirft der Bundesregierung „Bunkermentalität“ vor, der HDE spricht von Existenzängsten und Wut auf die Politik. Unterdessen meldet Bayern ein Plus bei Unternehmensgründungen.

Zwischen sieben und zehn Monate wird es noch dauern, bis die Corona-Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Erträge und das öffentliche Leben enden.

So lautet die Einschätzung der Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die im Rahmen der Konjunkturumfrage des ifo Instituts in München über ihre Erwartungen für den weiteren Verlauf des Jahres befragt wurden.

HDE: „Der Handel ist kein Pandemie-Treiber“

Unterdessen wächst der Unmut unter den Betroffenen, vor allem im stationären Einzelhandel. Wie die „Südwest Presse“ berichtet, hat der Handelsverband Bayern (HBE) in einem Schreiben den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder dazu aufgerufen, angesichts sinkender Infektionszahlen die Geschäfte wieder öffnen zu lassen.

Der Handel sei kein Pandemie-Treiber, betont Hauptgeschäftsführer Wolfgang Puff. „Einkaufen in Bayern war und ist sicher.“ Allerdings leide die Branche unter den fehlenden klaren Aussagen darüber, wann und unter welchen Bedingungen die Geschäfte wieder öffnen dürften.

Die Händler würden „ohne Perspektive und finanzielle Hilfen alleine gelassen“, so Puff. Die Folge seien „Frust, Existenzängste, Verzweiflung und Wut auf die Politik“.

Albrecht von der Hagen wird namens des Verbands der Familienunternehmer ebenfalls deutlich in seiner Kritik. Er wirft der Bundesregierung in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) eine „Bunkermentalität“ vor. Nach dem infolge des Lockdowns entgangenen Weihnachtsgeschäft könne man den Unternehmen nicht auch noch ein nicht stattfindendes Ostergeschäft zumuten.

Index-Zahlen auf Talfahrt – auch im Handel

Wie die „Finanznachrichten“ unter Berufung auf den „Dow-Jones-Infodienst“ berichten, rechnen die befragten Unternehmen damit, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in 7,4 Monaten enden.

Demgegenüber werde es 10,3 Monate, also in etwa bis in die Weihnachtszeit dauern, bis die eigenen Geschäfte wieder in der gewohnten Weise liefen. Die Industrie, der Bau und der Handel sind in diesem Zusammenhang etwas optimistischer als die Dienstleister.

Bereits in der letzten vollen Januarwoche gab der Geschäftsklimaindex des ifo einer abwartenden Haltung unter den 9.000 befragten Unternehmen Ausdruck.

Wie das „Handelsblatt“ berichtete, sank der Index von 92,2 auf 90,1. Der Lageindex verschlechterte sich sogar von 91,3 auf 89,2. Auch für die kommenden sechs Monate rechnen die meisten Befragten nicht mit guten Geschäften.

Neuerlicher Lockdown hat Erholung abgewürgt

Die schlechte Stimmung macht sich dabei nicht zuletzt in der Industrie bemerkbar, auch wenn diese die derzeitige eigene Lage noch als verhältnismäßig intakt einschätze.

Noch pessimistischer äußern sich allerdings auch hier die Dienstleister. Vor allem in den Bereichen Transport und Logistik werden die Aussichten bezüglich des Rests des erst angebrochenen Jahres als durchwachsen eingeschätzt.

Dies gilt wiederum als untrügliches Indiz dafür, dass der Welthandel insgesamt auch 2021 noch mit deutlichen Eintrübungen zu rechnen hat. Auch der Großhandel ist durch den vorerst bis Mitte Februar anberaumten neuerlichen Lockdown verunsichert.

Das Fazit von ifo-Chef Clemens Fuest ist ernüchternd: „Die zweite Corona-Welle hat die Erholung vorerst beendet.“

Altmaier senkt Konjunkturprognose

Im jüngst veröffentlichten Jahreswirtschaftsbericht des Bundesministeriums für Wirtschaft senkte Minister Peter Altmaier bereits die ursprüngliche Wachstumsprognose für das Jahr 2021 von 4,4 auf nur noch drei Prozent ab.

Damit liegt er auf einer Wellenlänge mit der Deutschen Bundesbank, die bereits im Dezember mit drei Prozent eine zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise vorsichtige Einschätzung abgegeben hatte. Die übrigen Institute gingen damals von einem Wachstum von vier Prozent und mehr aus.

Aiwanger erfreut über Gründungen

Einen Silberstreifen am Horizont sieht unterdessen Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Insgesamt sei im Vorjahr laut Statistischem Bundesamt ein Zuwachs von fünf Prozent im Bereich der Unternehmensgründungen zu verzeichnen gewesen. In der Summe habe es im Freistaat laut „Südwest Presse“ 94.368 Firmengründungen gegeben.

Ein hoher Prozentsatz davon sei auf Solo-Selbstständige entfallen, dabei vor allem auf Frauen. Viele dieser Gründungen könnten „mit dem Nähen von Masken und dem Herstellen von Visieren in Verbindung gebracht“ werden. Aber auch im Onlinehandel habe sich viel getan. Aiwanger dazu:

„In einer so herausfordernden Zeit ist das ein erfreuliches Signal.“



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