Kap. 9: Die Wohlstandsfalle – Warum Besitz nicht verstaatlicht werden darf (Teil 3)

Wenn die Motivation des Menschen durch hohe Steuern oder Verstaatlichung unterdrückt wird, schadet dies nicht nur seiner Arbeitsleistung, sondern der gesamten Gesellschaft.

Der Mensch ist der entscheidende Faktor für das Wirtschaftswachstum. Das System des Privateigentums entspricht dem Prinzip, dass ein Mensch für sein Brot arbeitet. Das System des Kollektiveigentums läuft diesem Prinzip zuwider. Es unterdrückt die Kraft und Leistungsmotivation der Menschen, untergräbt die Moral, fördert Unwirtschaftlichkeit und verursacht Verluste.

Beim Kollektiveigentum werden die Ressourcen und die aus der Arbeit erzielten Gewinne verstaatlicht. Vorbei ist es mit den Mechanismen, die den individuellen Enthusiasmus, das Streben nach Innovation sowie das Verantwortungsbewusstsein antreiben, die durch das Recht auf persönliches Eigentum entstehen.

Es gibt gute und schlechte Menschen unter den Unternehmern. Ebenso gibt es gute und schlechte Menschen unter den Arbeitern. Im wirtschaftlichen Austausch sollten weder Firmeninhaber noch Arbeiter durch Steuern oder ähnliches bestraft werden, sondern diejenigen, die das normale wirtschaftliche Handeln untergraben. Moralische Werte und moralisches Handeln sollten die Kriterien für die Beurteilung von Menschen sein, nicht ihr Reichtum.

Die Epoch Times veröffentlicht hier den 3. Teil des 9. Kapitels des neuen Buches „Wie der Teufel die Welt regiert“.

Inhaltsverzeichnis Teil 3

4. Staatseigentum und Planwirtschaft sind Systeme der Sklaverei
a. Staatseigentum: Ein totalitäres Joch
b. Planwirtschaft: Zum Scheitern verurteilt
5. Die Ausbeutungstheorie von Marx: Eine Umkehrung von Gut und Böse
Quellen

Der 1. Teil kann hier nachgelesen werden, der 2. Teil hier, darin ging es um:

Einleitung – 1. Westliche Wohlfahrtsstaaten: Kommunismus unter anderem Namen; a. Hohe Steuern und großzügige Sozialleistungen; b. Aggressiver Wirtschaftsinterventionismus im Westen; c. Sozialistische Wirtschaftspolitik führt zum kommunistischen Totalitarismus

2. Der Sozialismus der Kommunistischen Partei Chinas – a. Die chinesische Wirtschaft: Keine Lockerung der kommunistischen Kontrolle; b. Die Wahrheit über Chinas wirtschaftlichen Aufstieg; c. Konsequenzen des chinesischen Wirtschaftsmodells – 3. Die Verwüstungen des Sozialismus in den Entwicklungsländern – a. Der Sozialismus treibt in Osteuropa weiterhin sein Unwesen; b. Sozialistische Wirtschaftspolitik ließ die Entwicklungsländer scheitern

Staatseigentum und Planwirtschaft sind Systeme der Sklaverei

Der Himmel hat – zieht man das Christentum zu Rate – den Menschen erschaffen und ihn mit Weisheit und Stärke ausgestattet. Er legte fest, dass sein Leben eines sein soll, in dem er die Früchte seiner Arbeit erntet und genug zum Leben hat. So wie es in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten heißt: „Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt wurden, dazu gehören Leben, Freiheit und das Bestreben nach Glückseligkeit.“ [1]

Natürlich gehört zu diesen Rechten auch das Recht, Eigentum und Vermögen zu besitzen und zu verwenden

Dem gegenüber steht Marx’ Aussage aus dem „Manifest der Kommunistischen Partei”: „In diesem Sinn können die Kommunisten ihre Theorie in dem einen Ausdruck: ‚Aufhebung des Privateigentums’, zusammenfassen.“ [2] Diese Theorie verweist auf das System des Kollektiveigentums, das mit der Planwirtschaft zwingend einhergeht. Es missachtet die Prinzipien des Himmels, läuft der menschlichen Natur zuwider und ist eine Form von Sklaverei.

a. Staatseigentum: Ein totalitäres Joch

Der antikommunistische Pionier Fred Schwartz erzählt in seinem Buch „You Can Trust the Communists to be Communists“ [3] den folgenden Scherz, bei dem ein Besucher zuerst die Arbeiter einer sowjetischen Autofabrik und anschließend die Arbeiter in einer amerikanischen Autofabrik interviewt:

„Wem gehört diese Fabrik?”
„Uns”, antworteten die sowjetischen Arbeiter.
„Wem gehört das Land, auf dem sie steht?”
„Uns.”
„Wem gehören die Produkte, die in der Fabrik hergestellt werden?”
„Uns.”

Am Rande eines großen Parkplatzes standen drei alte verbeulte Kisten. Der Besucher fragte die Arbeiter: „Wem gehören die Autos da draußen?“
„Sie gehören uns, aber eines fährt der Betriebsleiter, eines der Politkommissar und das dritte die Geheimpolizei“, antworteten sie.

Derselbe Ermittler ging in eine Fabrik in Amerika und fragte die dortigen Arbeiter: „Wem gehört diese Fabrik?“

„Henry Ford”, war ihre Antwort.
„Wem gehört das Land, auf dem sie steht?”
„Henry Ford.”
„Wem gehören die Produkte, die in der Fabrik hergestellt werden?”
„Henry Ford.”
Vor der Fabrik befand sich ein sehr großer Parkplatz, auf dem alle möglichen modernen amerikanischen Autos verschiedener Marken standen. Er fragte die Arbeiter: „Wem gehören die ganzen Autos da draußen?“
Sie antworteten: „Oh, die gehören uns.”

Diese Geschichte zeigt anschaulich die Auswirkungen und Unterschiede zwischen den Systemen des Privateigentums und des Kollektiveigentums. Beim Kollektiveigentum werden die Ressourcen und die aus der Arbeit erzielten Gewinne verstaatlicht. Vorbei ist es mit den Mechanismen, die den individuellen Enthusiasmus, das Streben nach Innovation sowie das Verantwortungsbewusstsein antreiben, die durch das Recht auf persönliches Eigentum entstehen. Kollektiveigentum bedeutet, dass sich die Bürger eines Landes dessen Vermögen teilen. In der Praxis jedoch bedeutet es, dass die privilegierte Schicht die Mittel an sich reißt und zuerst an sich selbst denkt .

Der Mensch ist der entscheidende Faktor für Wirtschaftswachstum. Das System des Staatseigentums unterdrückt die Kraft und Leistungsmotivation der Menschen, untergräbt die Moral, fördert Unwirtschaftlichkeit und verursacht Verluste. Von den sowjetischen Kolchosen bis hin zu den Volkskommunen in China, einschließlich der gescheiterten Kollektivierung in Kambodscha und Nordkorea, hat das System des Kollektiveigentums überall Hungersnöte verursacht. In China starben Dutzende Millionen von Menschen infolge einer von Menschen verursachten Hungersnot.

Das System des Privateigentums entspricht dem Prinzip, dass ein Mensch für sein Brot arbeitet. Das System des Kollektiveigentums läuft diesem Prinzip zuwider. In der Menschheit existieren sowohl das Gute als auch das Böse. Privateigentum ermöglicht einem Menschen, seine gutherzige Natur zu entwickeln und Fleiß und Sparsamkeit zu entwickeln. Kollektiveigentum hingegen bringt das Böse in der menschlichen Natur zum Vorschein und fördert Neid und Faulheit.

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Friedrich Hayek schreibt, dass das Wachstum einer Zivilisation von sozialen Traditionen abhängt, die das Privateigentum in den Mittelpunkt stellen. Solche Traditionen hätten den modernen Kapitalismus und das damit verbundene Wirtschaftswachstum (die „Erweiterte Ordnung“ oder „Extended Order”, ein Begriff von Hayek) hervorgebracht. Es sei eine organische, selbst erzeugte Ordnung, die für ihr Funktionieren keiner Regierung bedarf. Die kommunistischen und sozialistischen Bewegungen versuchen jedoch, diese spontan entstehende Ordnung zu kontrollieren – was Hayek ihre „verhängnisvolle Anmaßung“ [4] nennt. Dieser Versuch ist zum Scheitern verurteilt.

Privateigentum und Freiheit sind untrennbar miteinander verbunden. Dies gilt analog für Staatseigentum und Unterdrückung. Hier werden Ressourcen verstaatlicht, die wirtschaftliche Produktivität herabgesetzt und die Menschen zu Dienern und Sklaven ihres Landes gemacht. Alle Menschen müssen den Befehlen der zentralen Partei gehorchen. Und alle Ideen und Stimmen, die nicht regimekonform sind, können durch wirtschaftliche Sanktionen ausgeschaltet werden. Gegen staatliche Intervention und Sklaverei sind die Menschen machtlos.

Die Abschaffung des Privateigentums und die Einrichtung des Staatseigentums haben zwangsläufig totalitäre Folgen. Kollektivismus ist ein Joch, das die Menschen in einem totalitären Staat um den Hals tragen. Die Freiheit, einschließlich der Freiheit, gut zu sein, wird ihnen entzogen, und alle Menschen müssen sich den unmoralischen Befehlen in einem kommunistischen Regime beugen.

Es gibt einige Menschen, die klar vorhergesagt haben, warum Macht nicht privatisiert und Besitz nicht kollektiviert werden darf. Andernfalls erwarte die Menschheit eine Katastrophe. Das ist tatsächlich wahr.

b. Planwirtschaft: Zum Scheitern verurteilt

Die Ressourcen, Produktion und Verteilung aller Produkte einer Gesellschaft basieren in der Planwirtschaft auf einem zentralen Plan, den der Staat festlegt. Dies unterscheidet sich vollkommen von der organischen Planung durch Unternehmen und Einzelpersonen.

Die Planwirtschaft hat offenkundige Mängel. Erstens macht sie die Sammlung großer Datenmengen erforderlich, um vernünftige Arrangements für die Produktion treffen zu können. Für ein Land, insbesondere für ein modernes Land mit einer großen Population, ist die Menge der relevanten Informationen unvorstellbar groß. So musste beispielsweise das Warenpreisbüro der damaligen Sowjetunion die Preise für 24 Millionen unterschiedliche Waren festlegen. [5] Derartige Berechnungen sind kaum sinnvoll möglich.

Eine einheitliche Planwirtschaft kann der Komplexität und den ständigen Veränderungen einer Gesellschaft und ihrer Menschen nicht gerecht werden. [6] Selbst mit Hilfe von „Big Data” und künstlicher Intelligenz sind menschliche Gedanken keine Variablen, die man erfassen kann. Deshalb wird dieses System stets lückenhaft sein.

Der Ökonom Ludwig von Mises hat in seinem bekannten Artikel „Economic Calculation in the Socialist Commonwealth” [7] die Beziehung zwischen Sozialismus und dem Markt erörtert. Er hat festgestellt, dass eine sozialistische Gesellschaft – in der kein echter Markt vorhanden ist – nicht in der Lage ist, vernünftige wirtschaftliche Berechnungen anzustellen. Somit ist eine sinnvolle Verteilung der Ressourcen nicht machbar und die Planwirtschaft zum Scheitern verurteilt.

Zweitens ist für die wirtschaftliche Planung eine staatliche Ressourcenkontrolle zwingend notwendig. Diese führt unweigerlich zu absoluter Macht, zu Quoten und zu Befehlen. Des Weiteren ist eine solche „Ökonomie für die Macht” zuallererst der Politik verpflichtet und nicht den Bedürfnissen des Volkes. Wenn die Anforderungen der wirklichen Welt dem Plan des Staates nicht entsprechen, dann tritt die Staatsmacht die natürliche Konjunkturentwicklung mit Füßen. Dies führt zur verstärkten Fehlleitung des Kapitals und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Die Planwirtschaft nutzt die begrenzte Macht und Weisheit der Regierung, um Gott zu spielen – was zum Scheitern verurteilt ist.

Wirtschaftsplanung (Planwirtschaft) und eine Politik, die starken Druck ausübt, sind untrennbar. Da es nicht ausbleibt, dass staatliche Pläne auch fehlerhaft sind, werden diese beim Auftauchen von Problemen innerhalb und außerhalb der Regierung in Frage gestellt. Die Machthaber fühlen sich dann in ihrer Autorität bedroht, worauf sie mit politischem Druck und Säuberungsaktionen reagieren. Mao Tse-tung beispielsweise hat die Gesetze der Ökonomie ignoriert und den „Großen Sprung nach vorn” durchgesetzt, was in einer dreijährigen Hungersnot endete und Dutzende Millionen von Menschen das Leben kostete. Dadurch wurde er nur noch mehr angezweifelt – ein wesentlicher Grund, warum er später die  Kulturrevolution anzettelte.

Die derzeitigen Zustände der staatlichen Unternehmen in China spiegeln die verheerenden Auswirkungen von Planwirtschaft und Staatseigentum voll und ganz wider. Viele staatseigene Unternehmen in China haben in den vergangenen Jahren ihre Produktion verlangsamt oder ganz eingestellt, jedes Jahr Verluste eingefahren oder Konkurs angemeldet. Um ihren Betrieb am Laufen zu halten, sind sie auf staatliche Subventionen und Roll-over-Kredite, deren Zinssatz je nach Marktlage variabel ist, angewiesen. Sie sind im Grunde genommen Parasiten der Volkswirtschaft; viele von ihnen sind weithin als „Zombieunternehmen” bekannt. [8]

Bis auf die staatlichen Monopole in den lukrativen Sektoren Erdöl und Telekommunikation verzeichnen die 150.000 staatseigenen Unternehmen in China nur geringfügige Gewinne. Sie sind Kapitalvernichtungsmaschinen, die seit Jahren hohe Verluste ausweisen. Ende 2015 wurde ihr Gesamtkapital mit 176 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgewiesen, Schulden mit 127 Prozent und Gewinne mit nur 3,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Einige Ökonomen sind der Ansicht, dass die „Zombieunternehmen” die Wirtschaft Chinas in Geiselhaft halten. [9]

Die Planwirtschaft beraubt die Menschen ihrer Freiheit und zwingt den Staat, sich um sie zu kümmern. Im Wesentlichen geht es bei dem Projekt darum, die Menschen zu Sklaven und Maschinen zu machen. Alle Aspekte des menschlichen Lebens werden vom Staat kontrolliert. Er sperrt die Menschen in ein unsichtbares Gefängnis, möchte den freien Willen abschaffen und verändert die von Gott festgelegten Parameter für menschliches Leben. Dies ist eine weitere Erscheinung der kommunistischen Auflehnung gegen Gott und das „ius naturale” („natürliches Recht”).

5. Die Ausbeutungstheorie von Marx: Umkehrung von Gut und Böse

Marx sagte, dass nur Arbeit Werte schaffe. Angenommen, der Inhaber eines Unternehmens investiert in einem Jahr 10 Millionen Dollar und der Umsatz des Unternehmens beträgt 11 Millionen Dollar. Dann wäre diese 1 Million Dollar Gewinn von den Mitarbeitern erwirtschaftet worden. Nach der Theorie von Marx schafft Kapital keinen Wert, sondern wird nur auf einen Teil der Fertigungskosten übertragen. Der von den Mitarbeitern des Unternehmens geschaffene Wert (11 Millionen Dollar) ist in diesem Beispiel höher als seine Kosten (10 Millionen Dollar). Das schließt die Gehälter der Mitarbeiter, die die Kosten für ihre Arbeit sind, mit ein. Der Gewinn, hier 1 Million Dollar, ist nach der marxistischen Theorie ein „Mehrwert“, den die Mitarbeiter geschaffen haben, der ihnen aber ungerechterweise von den Kapitalisten vorenthalten wird.

Daher behauptete Marx, hinter das Geheimnis gekommen zu sein, wie Kapitalisten ihr Geld verdienen – durch Ausbeutung. Er war der Ansicht, dass Ausbeutung die „Erbsünde” des Bürgertums sei. Kapitalistische Investitionen zur Gründung von Fabriken und Unternehmen sind selbstverständlich gewinnorientiert, sodass laut Marx das Proletariat zwangsläufig ausgebeutet würde. Diese Erbsünde der Ausbeutung sei charakteristisch für das zum Bürgertum gehörende kapitalistische System. So kam Marx zu dem Schluss, dass zur Beseitigung dieser Sünde die ganze kapitalistische Gesellschaft zerstört werden muss. Das heißt in der Praxis: Beseitigung des Bürgertums und Beschlagnahmung ihres Vermögens, während die Führung der Partei alles Eigentum kollektiviert und den Kommunismus einführt.

Die Absurdität dieser Theorie der Ausbeutung zeigt sich vor allem in zwei Punkten. Erstens werden die Menschen in zwei entgegengesetzte Klassen eingeteilt: das Bürgertum, das Kapital hat, und das Proletariat, das kein Kapital hat. Mit dem Aufkommen der Industriegesellschaften nahm die soziale Mobilität zwischen den Schichten rapide zu. Zum Beispiel ähnelte die soziale Mobilität zu Zeiten von Marx (Anfang der 1800er bis 1850er Jahre) jener der 1970er Jahre in Großbritannien und den Vereinigten Staaten. [10]  Der Wechsel zwischen den Schichten ist von der Antike bis zur Gegenwart ein dynamischer Prozess. Ein vermeintlicher Angehöriger des Proletariats gehört nicht mehr zum Proletariat, wenn er Aktien an einem Unternehmen erwirbt. Wenn die Klassenzuordnung so einfach geändert werden kann, dann dienen Versuche, die Menschen in solche Gruppen einzuteilen, nur dem Zweck, Klassenhass zu schüren.

Außerdem täuscht der Marxismus die Menschen mithilfe einer Reihe aufwendig gestalteter „Theorien“. Er ersetzt die traditionellen moralischen Normen durch seine eigenen, die Recht und Unrecht umkehren. Ob ein Mensch gut oder schlecht ist, wird nach Auffassung des Marxismus nicht nach seiner Moral und seinem Handeln beurteilt, sondern danach, ob man Kapital besitzt oder nicht. Wer zur Klasse der Kapitalisten gehört, macht sich der Ausbeutung des Proletariats (Arbeiterklasse) schuldig. Und da die Mitglieder des Proletariats die Unterdrückten und Ausgebeuteten sind, sind sie moralisch natürlich überlegen. Ganz gleich, wie sie die Kapitalisten auch behandeln, können die Proletarier erhobenen Hauptes dastehen. So wurde der Besitz von Eigentum zu einem Verbrechen, der Diebstahl von Reichtum zu Gerechtigkeit und gewaltsame Enteignung legal und gerechtfertigt. Diese Umkehr von Recht und Unrecht, Gut und Böse, hat das Übel noch begünstigt.

In China, der ehemaligen Sowjetunion und den kommunistischen Ländern Osteuropas raubten die kommunistischen Parteien das Land, lynchten Gutsherren und nahmen den Kapitalisten die Fabriken weg. Schlimmer noch, die Partei ermordete sogar „Klassenfeinde“, beging Brandstiftung, beschlagnahmte das Vermögen von Generationen, zerstörte die menschliche Natur und führte gegen die Menschen eine allumfassende Kampagne des Staatsterrorismus durch. Dieses ganze Übel war die Folge dieser Theorien. Gleichzeitig wurden die traditionellen moralischen Normen und der Glaube an das Göttliche, an Heilige und berühmte Gelehrte und Persönlichkeiten als zur „ausbeutenden Klasse“ zugehörig gebrandmarkt und verfemt. Solche Ansichten sollten angegriffen und beseitigt werden.

In wirtschaftlichen und philosophischen Kreisen wurden Marx‘ Theorien stark kritisiert. [11] Nachfolgend nur einige Beispiele, die die Absurdität seiner Ausbeutungstheorie veranschaulichen.

Marx behauptete, dass Arbeit Werte schaffe, und dass diese Werte durch die für die Produktion erforderliche Arbeitszeit bestimmt werden. Diese Theorie ist lächerlich. Der Wert einer Ware ist keine ihrer intrinsischen Eigenschaften. Die Menschen fügen jeder Ware meistens subjektive Elemente hinzu – am auffälligsten zeigt sich das im Prinzip von Angebot und Nachfrage. Viele Ökonomen haben den Prozess der Wertbestimmung untersucht. Im Gegensatz zu dem Monismus (alles in der Welt lasse sich auf ein einziges Grundprinzip zurückführen) von Marx glauben die meisten Volkswirte, dass bei dem Wertschöpfungsprozess zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen – darunter Land, Kapital, Arbeit, Wissenschaft und Technologie, Management, das Risiko von Investitionen und so weiter. Wirtschaftliches Handeln besteht aus einem komplexen System, das verschiedene Glieder der Produktionskette beinhaltet. An die verschiedenen Produktionsfaktoren gibt es bestimmte betriebswirtschaftliche Anforderungen, und verschiedene Personen haben unterschiedliche Positionen inne, die für die gesamte Kette unverzichtbar sind und zur Schaffung der „Buchwerte“ beitragen.

Ein Beispiel: Ein Kapitalist möchte 1 Million Dollar investieren, um zwei Ingenieure einzustellen, die ein bestimmtes neues Spielzeug entwerfen und herstellen sollen. Auch stellt der Unternehmer einen Marketingfachmann ein, um das neue Produkt zu bewerben und zu vermarkten. Zwei Jahre später hat das Spielzeug einen hohen Beliebtheitsgrad erlangt und einen Gewinn in Höhe von 50 Millionen Dollar erzielt. Ist dieser geschaffene Buchwert von 50 Millionen Dollar nun der Arbeit der Ingenieure und des Marketingfachmannes zuzuschreiben? Nein, natürlich nicht. Der Grund, dass das Produkt Millionen eingebracht hat, ist der Umstand, dass die Leute es haben wollten. Die Marktkenntnis des Kapitalisten, Organisationstalent und Führungsqualitäten, sowie der Mut, ein Risiko einzugehen, haben auch zu dem letztendlichen Wert des Spielzeugs beigetragen.

Angenommen, das Spielzeug ist durch die Kreativität von einem der Ingenieure entstanden. Ist der Wert des Spielzeugs in Höhe von 50 Millionen Dollar dann auf den Umstand zurückzuführen, dass der Kapitalist die Kreativität des Ingenieurs ausgenutzt hat, ohne ihm etwas zurückzugeben? Nein! Wenn der Ingenieur der Meinung ist, dass seine Kreativität nicht ausreichend honoriert wird, könnte er zu einem anderen Unternehmen wechseln, das ihm mehr bezahlt.

Auf dem freien Markt gibt es letztendlich eine Balance zwischen Fähigkeiten sowie Zielen und dem eingesetzten Kapital. Kapitalisten, die unrealistische Gewinne fordern, werden gegen die Konkurrenz verlieren beziehungsweise keine fähigen Mitarbeiter gewinnen können. Da außerdem die Erträge, die das Kapital bringt, ein schnelles Ausgeben des Kapitals weniger attraktiv machen, sind die Gewinne zum Teil auch den Bemühungen des Investors zu verdanken. Daher ist es normal, einen zusätzlichen Betrag als Gegenleistung zu erhalten. Das Prinzip unterscheidet sich nicht von der Kreditvergabe gegen Zinsen.

Es gibt auch viele „zufallsbedingte“ Faktoren, die den Wert einer Ware mitbestimmen. Solche zufälligen Faktoren können nur durch ein Bezugssystem, das auf traditionellen Überzeugungen und Kulturen beruht, angemessen erklärt werden.

In bestimmten Situationen kann die Wertschöpfung und Wertzerstörung einer Sache von der Arbeitsfrage völlig losgelöst sein. Ein Diamant im Wert von 10 Millionen Dollar war vor 5.000 Jahren womöglich wertlos, weil ihn niemand wollte. Ein vom Großvater geerbtes karges Stück Land könnte durch den Wohlstand einer nahegelegenen Stadt oder die Entdeckung von Seltenen Erden 100 Mal an Wert gestiegen sein. Hier wurde die Wertsteigerung nicht durch Arbeit geschaffen. Ein solch enormer, unerwarteter Reichtum wird einfach Glück genannt. Sowohl westliche als auch östliche kulturelle Traditionen sind der Auffassung, dass Glück ein Segen des Himmels für die Menschen ist.

Um zu zeigen, dass Kollektiveigentum „rational“ und „notwendig“ sei, erfand Marx die auf dem Mehrwert basierende Theorie der Ausbeutung. Sie stempelte wirtschaftliches Handeln – ein normaler Teil des Lebens der Menschen – als negatives und unethisches Verhalten ab. Seine Theorie schürt Hass und Verachtung gegenüber der bestehenden Wirtschaftsordnung. Dies ist Teil der Bemühungen, diese Ordnung zu untergraben und zu stürzen.

Die Kapitalisten und Arbeiter, die Gutsbesitzer und Bauern bilden in Wirklichkeit eine Gemeinschaft gemeinsamer Interessen. Ihre Beziehung sollte von Kooperation und wechselseitiger Abhängigkeit geprägt sein; sie unterstützen einander, um zu überleben. Marx hat ihre Gegensätze bewusst verabsolutiert und extrem und absurd überspitzt, als würden sie sich auf Leben und Tod feindlich gegenüberstehen. Es gibt gute und schlechte Menschen unter den Kapitalisten. Ebenso gibt es gute und schlechte Menschen unter den Arbeitern. Im wirtschaftlichen Austausch sollten weder Kapitalisten noch Arbeiter für ihre Tätigkeiten bestraft werden, sondern diejenigen, die das normale wirtschaftliche Handeln untergraben. Moralische Werte und moralisches Handeln sollten die Kriterien für die Beurteilung von Menschen sein, nicht ihr Reichtum.

Die Menschen können ihren wirtschaftlichen und sozialen Status aus eigener Kraft verändern. Arbeitnehmer können durch die Anhäufung von Vermögen zu Investoren werden. Investoren können aufgrund von Misserfolg ihrer Investitionen zu Arbeitnehmern werden. Die Gesellschaft verändert sich ständig und ist wie ein Fluss – ständig in Bewegung. Die Rollen von Arbeitern und Investoren in der modernen Gesellschaft ändern sich oft. Die meisten Menschen spielen auch beide Rollen, indem sie ihre Gewinne investieren und so Arbeitsplätze schaffen, den sozialen Wohlstand erhöhen und der Allgemeinheit nützen. Sogar der Gründer einer amerikanischen Gewerkschaftsbewegung war der Meinung: „Das schlimmste Verbrechen gegen die arbeitende Bevölkerung ist ein Unternehmen, das nicht mit Gewinn arbeitet.“ [12]

Die absurde „Mehrwert“-Theorie etikettiert die normalen Aktivitäten von Landbesitzern und Kapitalisten als „Ausbeutung“. Die Folgen dieser Theorie haben bereits das Leben von Millionen zerstört. Sie verwirrt das menschliche Denken, stachelt Hass und Neid an und kann zum Kampf führen.

Fortsetzung

Quellen

[1] „Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika”, http://www.ushistory.org/declaration/document/.
[2] Karl Marx und Friedrich Engels: „Manifest der Kommunistischen Partei”, ausgewählte Werke von Marx/Engels, Band 1, Progress Publishers, Moskau, 1969.
[3] Fred Schwartz und David A. Noebel: “You Can Trust the Communists to be Communists”, Manitou Springs, CO: Christian Anti-Communism Crusade, 2010, 43-45.
[4] Friedrich August von Hayek: „Die verhängnisvolle Anmaßung: Die Irrtümer des Sozialismus”, Mohr-Siebeck, Tübingen, 1988.
[5] Thomas Sowell: „Intellectuals and Society“ (überarbeitete und erweiterte Auflage), Basic Books, New York, 2012, Kapitel 2.
[6] Friedrich August von Hayek: “The Use of Knowledge in Society”, The American Economic Review, Jahrgang 35, Heftnummer 4, September 1945, 519-530.
[7] Ludwig von Mises: “Economic Calculation in the Socialist Commonwealth”, Mises Institute, https://mises.org/library/economic-calculation-socialist-commonwealth (letzter Zugriff am 26. Juli 2018).
[8] Shi Shan: “Quagmire in the Reform of China’s State-Owned Enterprises”, Radio Free Asia, 22. September 2015, https://www.rfa.org/mandarin/yataibaodao/jingmao/xql-09222015103826.html.
[9] Linette Lopez: “Zombie Companies Are Holding China’s Economy Hostage”, Business Insider, 24. Mai 2016, https://www.businessinsider.com/chinas-economy-is-being-held-hostage-2016-5.
[10] Jason Long: “The Surprising Social Mobility of Victoria Britain”, European Review of Economic History, Jahrgang 17, Nummer 1, 1. Februar 2013, 1-23, https://doi.org/10.1093/ereh/hes020.
[11] John Kenneth Galbraith: The Good Society: The Humane Agenda (Boston, MA: Houghton Mifflin Co., 1996), 59-60; Karl Popper, The Open Society and Its Enemies (Routledge, 2012).
[12] Michael Rothschild: Bionomics: Economy as Business Ecosystem (Washington, D.C.: BeardBooks, 1990), 115.

Chinesisches Original: http://www.epochtimes.com/
Englische Version: https://www.theepochtimes.com/how-the-specter-of-communism-is-ruling-our-world

Hier der Link zur Liste der bereits veröffentlichten Kapitel: Wie der Teufel die Welt regiert

Kurzform: Einführung, Kap. 1: 36 Strategien Teil 1, Teil 2Kap. 2: Marx Teil 1, Teil 2Kap. 3: NovemberrevolutionKap. 4: Der verborgene Feind der freien Gesellschaft Teil 1, Teil 2 Kap. 5: Offene oder verdeckte Gewalt Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5 – Kap. 6: Eine Generation ohne traditionelle Kultur Teil 1, Teil 2 – Kap. 7: Die Zerstörung der Familien Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap. 8: Sozialstaat und Politik Teil 1, Teil 2Teil 3Kap. 9: Die Wohlstandsfalle Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap. 10: Justiz, Gesetze und Staatsterrorismus Teil 1, Teil 2Kap. 11: Kunst Kap. 12: Bildungswesen Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4Kap 13: Medien Teil 1, Teil 2Kap. 14: Parteikultur und Pop-Kultur Teil 1, Teil 2Kap. 15: Terrorismus – Kap. 16:  Umweltschutz Teil 1, Teil 2Kap. 17: Globalisierung