Laut dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kam im zweiten Quartal auf drei Arbeitslose nur noch eine offene Stelle.Foto: picture alliance / Daniel Karmann/dpa/dpa

Drei Arbeitslose auf eine offene Stelle: Eine halbe Million Jobs weniger in Deutschland

Epoch Times4. August 2020 Aktualisiert: 4. August 2020 16:38
Wer heute arbeitslos wird, hat schlechte Karten: 2,9 Millionen Arbeitslosen stehen knapp 900.000 offene Stellen gegenüber. Der Industrieverband VDMA fordert die Bundesregierung auf, Neueinstellungen jetzt nicht auch noch zu erschweren.

Schwere Zeiten für Berufsanfänger und Arbeitslose: Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist im zweiten Quartal um eine halbe Million gesunken.

Wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag mitteilte, fiel sie um 36 Prozent auf 893.000. Weil zugleich die Arbeitslosigkeit zunahmen, kam auf drei Arbeitslose nur noch eine offene Stelle.

Die Corona-Pandemie verstärkte den Rückgang, der schon in der Konjunkturflaute vorher eingesetzt hatte. Im Vergleich zum ersten Quartal 2020 ging die Zahl der offenen Stellen im zweiten Quartal um 191.000 zurück.

Am stärksten war der Einbruch in der Industrie: Die Betriebe senkten die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte von 151.000 auf 66.000. Bei den unternehmensnahen Dienstleistungen – darunter die Arbeitnehmerüberlassung – ging die Zahl der offenen Stellen laut IAB von 367.000 auf 209.000 zurück, bei den sonstigen Dienstleistungen – dazu zählt das Gastgewerbe – von 367.000 auf 261.000. In der Öffentlichen Verwaltung und der Sozialversicherung dagegen stieg die Zahl der offenen Stellen ganz leicht von 24.000 auf 27.000.

Kritik an Regierungs-Strategie

Für den Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ist die Entwicklung ein Alarmsignal. Die Bundesregierung müsste jetzt Neueinstellungen erleichtern, tue aber „eher das Gegenteil, wie die Eingriffe bei Werkverträgen und Zeitarbeit zeigen“, betonte der Verband. Statt befristete Arbeitsverhältnisse zu beschneiden, sollte sie die Höchstdauer für sachgrundlose Befristung auf drei Jahre ausweiten.

Bei der Zeitarbeit sollte die Überlassungshöchstdauer von 18 Monaten ausgesetzt werden. „Beide Regulierungen, die zum Schutz der Beschäftigten gedacht waren, wenden sich in wirtschaftlich volatilen Zeiten gegen die Interessen der Beschäftigten. Sie tragen mit dazu bei, dass sich Arbeitslosigkeit verfestigt“, sagte VDMA-Arbeitsmarktexperte Fabian Seus.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Juli auf 2,91 Millionen. Im Mai waren 6,7 Millionen Menschen in Kurzarbeit – ein Rekordwert in der Geschichte der Bundesrepublik. Nach jüngsten Schätzungen der Bundesagentur könnte die Zahl im Juni bei 4,5 Millionen gelegen haben.

Von der Anzeige bis zum Ende der Kurzarbeit gilt in den betroffenen Unternehmensteilen ein Einstellungsstopp. „Auch hierdurch kommt es zu einem starken Rückgang an offenen Stellen“, sagte IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis.

Das IAB untersucht viermal jährlich das gesamte Stellenangebot einschließlich jener Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im zweiten Quartal lagen ihr Antworten von rund 8500 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche vor. (dpa/sua)

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