Öl-Tank in Frankreich. Symbolbild.Foto: KENZO TRIBOUILLARD/AFP via Getty Images

EU bereitet offenbar Öl-Embargo vor – Putin warnt vor „schmerzhaften Folgen“

Epoch Times14. April 2022 Aktualisiert: 14. April 2022 18:55

Die EU bereitet laut eines Medienberichts nun doch ein Embargo auf russisches Erdöl vor. Die „New York Times“ berichtet unter Berufung auf EU-Beamte und Diplomaten, geplant sei ein „schrittweises Verbot“. Dadurch solle Deutschland und anderen Ländern noch mehr Zeit gegeben werden, alternative Lieferanten zu organisieren.

Laut des Berichtes soll vor dem 24. April in dieser Sache aber nichts passieren – dem Tag der Stichwahl um die Präsidentschaft in Frankreich.

Deutschland hatte sich bislang gegen ein Embargo gewehrt und importiert weiterhin große Mengen Öl und Gas aus Russland. Die großen Wirtschaftsinstitute streiten über die Folgen eines möglichen Importstopps.

Putin wirft westlichen Banken Ausfälle bei Gas-Zahlungen vor

Derweil richtete der russische Präsident Wladimir Putin Vorwürfe an westliche Staaten, die Gas aus Russland beziehen: „Die Banken aus diesen äußerst unfreundlichen Staaten halten die Überweisung von Zahlungen zurück“, sagte der Präsident. Putin hatte Ende März angewiesen, dass EU-Länder russisches Gas nur noch in Rubel bezahlen dürfen. Allerdings ließ er den Beziehern die Möglichkeit, auf ein Konto bei der Gazprombank doch wie bisher Dollar und Euro einzuzahlen und es von der Bank konvertieren zu lassen. Wo jetzt die Probleme liegen sollen, blieb zunächst offen.

Deutlich äußerte sich Putin aber zu den in der EU immer lauter werdenden Forderungen nach einem Embargo gegen russisches Gas und Öl: „Die Folgen eines solchen Schrittes können sehr schmerzhaft werden – vor allem für die Initiatoren einer solchen Politik.“

Gaspreis bricht ein

Der Gaspreis ist am Donnerstag überraschend deutlich eingebrochen. Eine Megawattstunde (MWh) zur Lieferung im Mai kostete am späten Nachmittag auf den europäischen Märkten gegen 18 Uhr nur noch 90 Euro und damit rund 15 Prozent weniger als am Vortag. Dabei sackte der Kurs erst in der letzten Handelsstunde so richtig ab.

Ende Februar waren solche Preise zuletzt gesehen worden. Österreichs Bundeskanzler hatte bereits am Vormittag bekannt gemacht, bei seinem Besuch in Moskau auch über die Gasversorgung gesprochen zu haben – und dass diese „gesichert“ sei.

90 Euro pro Megawattstunde implizieren aber immer noch einen Verbraucherpreis von mindestens rund 14 bis 16 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben – immerhin zwei Cent weniger als am Vortag. Das Preisniveau bleibt damit aber dennoch auf einem außergewöhnlich hohen Niveau.

Für einen Durchschnittshaushalt mit etwa 12.000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr entstehen bei diesen Preisen monatliche Gas-Kosten in Höhe von rund 151 Euro, und damit etwa 91 Euro mehr pro Monat als im Durchschnitt der letzten Jahre. (dts/dpa/red)



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