16.000 Euro pro Person: „Bürgerfonds“ könnte Deutschen Milliarden bringen

Epoch Times24. April 2019 Aktualisiert: 24. April 2019 16:07
Das ifo-Institut will mit dem "Deutschen Bürgerfonds" die Vermögensbildung und die Altersversorgung für die gesamte Bevölkerung stärken.

In Norwegen hat sich das System bewährt: ein Staatsfonds, der die Renten im Land sichert. Das ifo-Institut hält das gelungene Konzept auch für Deutschland erstrebenswert und macht den Vorschlag für einen „Deutschen Bürgerfonds“.

Die ifo-Forscher glauben, dass ein solcher Fonds die Vermögensbildung und die Altersversorgung für die gesamte Bevölkerung stärken könne. Zudem könnte die Versorgungslücke bei Geringverdienern reduziert werden.

Deutschlands hervorragende Bonität als Schuldner würde es dem Staat ermöglichen, Kredite günstig aufzunehmen und bei einer Reinvestition eine erhebliche Renditedifferenz zu erzielen.

Die Forscher erklären: Würde der Bund ab sofort 0,5% des BIP pro Jahr für alle Erwerbsfähigen anlegen, finanziert durch langsameren Staatsschuldenabbau, ergäbe sich nach 50 Jahren bei einer durchschnittlichen Renditedifferenz von zwei Prozentpunkten ein Ertrag von gut 16 000 Euro pro Kopf, der mit dem Erreichen von 67 Jahren ausgezahlt werden könnte.

Wegen des seit Jahren niedrigen Zinsniveaus fällt es vielen Menschen heute schwer, privates Vermögen aufzubauen. Gleichzeitig werden bei vielen die Leistungen der umlagefinanzierten Rentenversicherung kaum ausreichen, um eine gute Versorgung im Alter zu sichern. Hier könnte das Instrument eines „Deutschen Bürgerfonds“ einspringen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts und einem der Autoren der Studie.

Am stärksten profitieren würden Geringverdiener, so Fuest: „Da die Bürger selbst keine zusätzlichen Einzahlungen aus ihrem Einkommen leisten müssten, um das Vermögen aufzubauen, ist der „Deutsche Bürgerfonds“ vor allem für Menschen interessant, die wenig verdienen“.

Aktien und Immobilien erzielen weiterhin gute Renditen

Die Forscher betonen, dass die deutschen Staatsschulden die europäische Verschuldungsgrenze mittlerweile von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts unterschritten haben. Für die Dauer hoher Renditedifferenzen zwischen Bundesanleihen und anderen Kapitalmarktanlagen könnte der Bund im Rahmen der geltenden Verschuldungsregeln Schulden aufnehmen bzw. den Schuldenabbau verlangsamen, um die Mittel international breit diversifiziert anzulegen. Dabei könnte der Umstand genutzt werden, dass für Aktien und Immobilien weiterhin ansehnliche Renditen erzielbar sind, wenngleich aufgrund von Kurs- und Wertschwankungen nicht in jedem Jahr.

Die Differenz zwischen Schuldendienst und Anlagerendite könnte dann in eine Kapitalleistung fließen – analog zu einer Lebensversicherung. Durch Simulationen mit verschiedenen Szenarien und Annahmen zu den erzielbaren Renditen geht das ifo von einer kreditfinanzierten Investition in Höhe von 0,5% des BIP pro Jahr und einer durchschnittlichen Renditedifferenz von zwei Prozentpunkten aus.

16.000 Euro pro Kopf

Der Fonds würde nach 50 Jahren seinen Reifezustand mit dem ersten Altersjahrgang erreichen, für den im gesamten Erwerbsalter Erträge im Fonds angesammelt worden sind. Die Kapitalleistung beträgt in diesem Fall pro Kopf im Alter von 67 Jahren gut 16.000 Euro (in Preisen von 2020).

Bei einer durchschnittlichen Renditedifferenz von drei Prozentpunkten würde die Kapitalleistung sogar auf etwa 30.000 Euro steigen. In den rentennäheren Jahrgängen würden die Auszahlungen dann geringer ausfallen.

Die Forscher schlagen vor, die Verwaltung des „Deutschen Bürgerfonds“ dem politischen Tagesgeschäft zu entziehen, um zu sichern, dass der Fonds nicht für Wahlgeschenke missbraucht werden kann und beispielsweise durch die Bundesbank erfolgen. (so)

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