Deutscher Aktienmarkt im Crashmodus – Ifo: Kosten der Corona-Krise werden alles bisherige übersteigen

Epoch Times23. März 2020 Aktualisiert: 23. März 2020 10:00
Die Wirtschaftseinbrüche reißen nicht ab. Der deutsche Aktienmarkt ist erneut auf Talfahrt. Nach Berechnungen des Münchener Ifo-Instituts wird die Corona-Krise für Deutschland teuer werden.

Der deutsche Aktienmarkt ist erneut auf Talfahrt. Der zweitägige Stabilisierungsversuch vor dem Wochenende ist schon wieder Geschichte.

Die Sorgen rund um die Folgen durch die Coronavirus-Pandemie und deren Bekämpfung bleiben akut. Der Leitindex Dax sackte zum Handelsstart am Montag um 4,84 Prozent auf 8498,38 Punkte ab. Der MDax verlor 4,42 Prozent auf 18 657,60 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 4,50 Prozent auf 2433,87 Punkte ein.

„Die Börsen geben den US-Politikern heute die Quittung für die ausgebliebene Einigung“, kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners die neuerliche Talfahrt.

Denn in den USA sind die Verhandlungen um ein Konjunkturpaket in Höhe von mehr als einer Billion Dollar ins Stocken geraten. Die Demokraten im US-Senat blockierten ein federführend von Republikanern erstelltes Paket gegen die Folgen des Coronavirus.

„Für die Börsen kommt das zur Unzeit. Weltweit kommt aktuell ein Hilfspaket nach dem anderen. Nur die USA können sich bislang nicht auf die Details verständigen.“ Altmann rechnet allerdings damit, dass die Einigung womöglich schon an diesem Tag nachgeholt wird.

Ifo: Corona-Krise kostet Deutschland Hunderte Milliarden Euro

Nach Berechnungen des Münchener Ifo-Instituts wird die Corona-Krise Deutschland Hunderte Milliarden Euro kosten. Das Virus werde Deutschlands Wirtschaft Produktionsausfälle bescheren, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten, teilte das Institut am Montag mit.

Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

„Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.“ Es lohne sich daher, jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen.

Ziel muss es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen“, so Fuest.

Er forderte Strategien, „die es erlauben, eine Wiederaufnahme der Produktion mit einer weiteren Eindämmung der Epidemie zu verbinden“. Auch am Arbeitsmarkt komme es durch die Krise zu „massiven Verwerfungen“, sagte Fuest weiter. „Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten.“

Bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (oder 1,4 Millionen Vollzeitjobs) könnten laut Ifo abgebaut werden und mehr als sechs Millionen Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen sein. (dpa/nh)

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