EZB in Frankfurt am Main.Foto: iStock

EZB-Direktorin will nach US-Zinsentscheid Leitzins erhöhen

Epoch Times6. Mai 2022 Aktualisiert: 6. Mai 2022 8:37

An dieser Stelle wird ein Podcast von Podcaster angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um den Podcast anzuhören.

Angesichts der Rekordinflation im Euroraum von 7,5 Prozent hat Isabel Schnabel, Direktorin der Europäischen Zentralbank (EZB) angekündigt, den Leitzins im Juli erhöhen zu wollen. „Nach heutigem Stand gehe ich davon aus, dass wir im Juli die Zinsen erstmalig erhöhen können“, sagte sie der „Bild“ (Freitagsausgabe). Zuvor hatte Schnabel dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) lediglich gesagt, eine Zinserhöhung im Juli sei „möglich“.

Schnabels Aussage folgt auf die am Dienstag bekannt gewordene Ankündigung der US-Notenbank Fed, den Leitzins in den USA um 0,5 Prozent zu erhöhen. Es ist die stärkste Anhebung seit 22 Jahren. Künftig liegt der US-Leitzins bei 0,75 bis 1 Prozent. Im Euroraum beträgt er aktuell weiterhin historisch niedrige null Prozent.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte der „Bild“ dazu: „Die Zinserhöhung der US-Notenbank setzt die EZB unter Druck, jetzt ebenfalls zu handeln. Schließlich hat nicht nur Amerika ein Inflationsproblem, sondern auch der Euroraum.“ Krämer prognostizierte: „Die EZB dürfte ihren Leitzins im zweiten Halbjahr zwei Mal um jeweils ein viertel Prozentpunkt anheben.“

Grundsätzlich gelte aber wegen des Kriegs: Höhere EZB-Zinsen seien noch keine vollkommen „ausgemachte Sache“. So könne die EZB im Fall eines Gasembargos gegen Russland und einer Rezession im Euroraum davon absehen. Aktuell agiere die EZB noch zu „zögerlich“, sagte Krämer weiter.

Grund dafür sei, „dass sie auf die hoch verschuldeten Länder vor allem im Süden der Währungsunion schielt“. Die begrüßten die EZB-Negativzinsen, „weil sie ihnen helfen, die hohen Staatsschulden zu finanzieren“. (dts/red)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion