Noch eine Menge 500-Euro-Scheine im Umlauf

Aus für den 500er? Mitnichten. Seit knapp einem Jahr geben die Notenbanken im Euroraum den lilafarbenen Schein nicht mehr heraus. Die Abschaffung wurde mit der Erschwerung von Terrorfinanzierung und Schattenwirtschaft begründet. Nach neuesten Erkenntnissen war die Maßnahme völlig wirkungslos.
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Die Deutsche Bundesbank und die Österreichische Nationalbank haben den lilafarbenen Schein letztmals am 26. April 2019 herausgegeben.Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa
Epoch Times9. April 2020

Knapp ein Jahr nach dem Ausgabestopp für den 500-Euro-Schein erfreut sich die wertvollste Euro-Banknote nach wie vor großer Beliebtheit. „Ein Großteil der 500er ist weiter im Umlauf“, sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

Die Deutsche Bundesbank und die Österreichische Nationalbank haben den lilafarbenen Schein letztmals am 26. April 2019 herausgegeben. Die anderen 17 nationalen Zentralbanken des Eurosystems hatten die Ausgabe des 500-Euro-Scheins bereits am 26. Januar 2019 beendet.

Im Jahr 2019 wurden 500er im Wert von netto 14 Milliarden Euro an die Deutsche Bundesbank zurückgegeben. „Bei einem zu diesem Zeitpunkt bei der Bundesbank noch ausstehenden Volumen von knapp 160 Milliarden Euro ist dies nur ein kleiner Anteil“, erklärte Beermann. „Auch in den ersten Monaten dieses Jahres flossen nur wenige 500er an die Bundesbank zurück.“ Einen ähnlichen Trend beobachten Deutschlands Währungshüter für das gesamte Eurosystem.

Abschaffung wurde 2016 beschlossen

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte Anfang Mai 2016 entschieden, dass Produktion und Ausgabe der 500-Euro-Banknote „gegen Ende des Jahres 2018“ eingestellt werden. In der überarbeiteten zweiten Serie der gemeinsamen Banknoten gibt es keinen 500-Euro-Schein mehr. Die im Umlauf befindlichen 500er bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und können ohne zeitliche Begrenzung bei den nationalen Notenbanken im Euroraum umgetauscht werden. Vom Verzicht auf den 500-Euro-Schein versprechen sich Befürworter, dass Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden.

„Mir liegen nach wie vor keine Belege dafür vor, dass durch den Ausgabestopp für die 500-Euro-Banknote Schattenwirtschaft oder Geldwäsche wirksam bekämpft werden können“, bekräftigte Beermann. „Die Deutsche Bundesbank unterstützt alle Maßnahmen, die kriminelle oder terroristische Aktivitäten erschweren. Aber bislang liegt kein signifikant nachweisbarer Zusammenhang zwischen dem Umfang der Schattenwirtschaft beziehungsweise Kriminalität und der Verfügbarkeit von Banknoten in hoher Stückelung vor.“

500er kommen kaum zurück zu den Banken

Die neuen 100- und 200-Euro-Scheine mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen, die die Notenbanken seit dem 28. Mai 2019 in Umlauf bringen, sind als mögliche Alternative zum 500er stark gefragt. „Wir sehen einen deutlichen Anstieg bei der Nachfrage nach 100- und 200-Euro-Scheinen. Gerade die 200-Euro-Banknote, vorher eher wenig gefragt, wurde im letzten Jahr deutlich häufiger ausgezahlt“, schilderte Beermann. Demnach gab die Bundesbank 2019 netto 26 Milliarden Euro in 200-Euro-Scheinen und netto 22 Milliarden Euro in 100-Euro-Banknoten heraus. Das ausstehende Volumen des 200ers bei der Bundesbank stieg damit um 63 Prozent.

Nach Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) waren Ende 2016 rund 540 Millionen 500-Euro-Scheine im Wert von 269,9 Milliarden Euro im Umlauf. Im Januar 2020 zirkulierten noch gut 440,5 Millionen Stück der lilafarbenen Banknote im Wert von rund 220,3 Milliarden Euro. (dpa)



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