Steingart: Schulden-Exzesse und Notenbanken treiben uns in die nächste Wirtschaftskrise

Von 19. November 2019 Aktualisiert: 19. November 2019 11:38
Im "Focus" warnt Publizist Gabor Steingart vor den möglichen Folgen einer Entkopplung von Finanz- und Realwirtschaft. Eine solche sei mit Blick auf die Börsenentwicklung seit 2009 zu befürchten. Am meisten Angst bereite ihm die Schuldenentwicklung.

Die Börsen befinden sich weiterhin im Höhenflug. Seit dem Finanzkrisenjahr 2009 hat, wie Publizist Gabor Steingart im „Focus“ darlegt, der DAX um 166 Prozent zugelegt, der Dow Jones um 228 Prozent.

Für Anleger eine großartige Entwicklung, und dass eine Erholung nach einer so tiefgreifenden Krise von deutlichen Zugewinnen gekennzeichnet ist, liegt in der Natur der Sache. Steingart weist jedoch darauf hin, dass das Wachstum der Realwirtschaft im gleichen Zeitraum nur 37 Prozent in Deutschland und 42 Prozent in den USA betragen habe.

Auch wenn der Kurs von Aktien regelmäßig eher Zukunftserwartungen widerspiegelt als Leistungen der Vergangenheit prämiert, sei dem ehemals langjährigen „Handelsblatt“-Chef zufolge in Anbetracht dieser Zahlen davon auszugehen, dass sich Realwirtschaft und Finanzindustrie voneinander entkoppelt hätten – und das sei in jedem Fall ein Alarmzeichen.

Schuldenberg dreimal so hoch, wie weltweite Wirtschaftsleistung

Was Steingart dabei besonders große Sorgen bereitet, ist das globale Schuldenwachstum. Im Laufe von nur 20 Jahren sei das kumulierte Gesamtdefizit von Firmen, Banken, Staaten und Privathaushalten um nicht weniger als 216 Prozent angewachsen und betrage derzeit 255 Billionen US-Dollar. Das entspreche mehr als dem Dreifachen der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken macht Geld noch billiger. Es wird mehr davon in die Märkte gepumpt, gleichzeitig kaufen die Zentralbanken Aktien und Anleihen auf. Das Risiko, so Steingart, wandert von der Privatwirtschaft weiter zum Steuerzahler.

Die Bilanzsummen der Zentralbanken betragen mittlerweile ein Vielfaches der jährlichen Wirtschaftsleistung der betroffenen Länder, schildert der Publizist:

Zusammengenommen sind die Bilanzsummen der großen vier Zentralbanken der USA, der EU, Japans und Chinas – mit knapp 20 Billionen US-Dollar – derzeit fast so groß, wie die jährliche Wirtschaftsleistung der USA und fast anderthalbmal so groß wie das BIP von China.“

Allein auf die EZB entfielen dabei, Ende Oktober, Anleihen im Wert von 2,6 Billionen Euro. Zum Vergleich: Die vorgesehene Ausgabensumme des Bundeshaushalts für 2020 liegt bei 362,6 Milliarden Euro.

EZB-Politik hält „Zombieunternehmen“ am Leben

Zugleich soll der Anteil der „Zombieunternehmen“ in der EU bei 15 Prozent liegen. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die so unrentabel wirtschaften, dass sie eigentlich Insolvenz anmelden müssten. Sie tun dies aber nicht, weil sie weiterhin von Banken mit billigen Krediten versorgt werden, die dann hauptsächlich der Abzahlung bestehender Kredite dienen. In Griechenland soll, wie „Euractiv“ schreibt, der Anteil der entsprechenden Unternehmen sogar 25 Prozent betragen.

In Italien wiederum gibt die Regierung neue Schuldscheine aus – auch, weil sie die Gelegenheit in Anbetracht der EZB-Politik für günstig erachtet. Die Zeche dafür, so diagnostiziert Steingart, bezahlen Sparer, Mieter und Geschäftsbanken. Sie büßten ein an Kaufkraft, günstigem Wohnraum und an den Gewinnmargen.

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