Zwangsenteignung der Banksparer in Zypern – und wir?

Von 18. März 2013 Aktualisiert: 25. Oktober 2017 19:19
Was bedeuten die Beschlüsse zur Zwangsenteignung der Banksparer in Zypern für uns, das fragten wir die Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik. Seit Monaten gehen sie an die Öffentlichkeit mit ihrem schnell zum Finanzbestseller aufgestiegenen Buch "Der größte Raubzug der Geschichte - warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden".

Was bedeuten die Beschlüsse zur Zwangsenteignung der Banksparer in Zypern für uns, das fragten wir die Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik. Seit Monaten gehen sie an die Öffentlichkeit mit ihrem schnell zum Finanzbestseller aufgestiegenen Buch „Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“.

Es treibt sie die Sorge um ihre europäischen Mitbürger um. Landauf landab werden sie zu Vorträgen eingeladen. Wir hatten sehr früh die Qualität und die Brisanz des Buches entdeckt und es rezensiert und die Autoren interviewt. Jetzt befragten wir die Autoren zu ihrer Meinung über die aktuelle Lage, die wohl nicht nur Zypern betreffen wird.

Epoch Times: Wie bewerten Sie den Tabubruch, Bankkunden in Zypern teilweise zu enteignen?

Marc Friedrich: Verheerend. Absolut verheerend!

Dieser unfassbare Entschluss wird als ein weiterer Brandbeschleuniger der Krise in die Geschichtsbücher eingehen. Dies hat nichts mehr mit Demokratie oder Kapitalismus zu tun.

Es zeigt ein weiteres Mal auf, wie desperat und ratlos die Protagonisten aus Politik und Finanzbranche sind. Die Zwangsenteignung der Bankkunden sendet ein verheerendes Signal an die Bürger und Sparer in ganz Europa sowie an die Investoren weltweit.

Wieso soll man jetzt noch in Europa investieren, wenn man Gefahr läuft enteignet zu werden? Wieso soll ich mein Geld noch auf der Bank lassen wenn die Verzinsung nicht mal die Inflation deckt und ich dann noch für die spekulativen Exzesse der Banken haften muss?

Mit der Enteignung der Bankkunden ist eine weitere dramatische Eskalationsstufe bei der Bankenrettung gezündet worden. Immerhin haben sich ja nicht die Bankkunden verzockt, sondern die Banken. Die Sparer jetzt daran zu beteiligen ist nichts anderes als Diebstahl. Der größte Raubzug der Geschichte geht unvermindert weiter.

Ein weiterer Vertragsbruch von oberster Stelle gemäß der Richtlinie 2009/14 EG des Europäischen Parlaments und des Rates, in Hinblick auf die Deckungssumme der Einlagensicherungssysteme nach Artikel 7 Absatz (1a):

„Ab 31. Dezember 2010 gewährleisten die Mitgliedstaaten, dass die Deckungssumme für die Gesamtheit der Einlagen desselben Einlegers auf 100.000 EUR festgesetzt ist, wenn die Einlagen nicht verfügbar sind.”

Die EU und der Euro erlauben sich eine beispiellose Serie von Vertragsbrüchen, Lügen und Betrug. Dies ist für eine Währung, die ausschließlich auf unser aller Vertrauen basiert, ein verdammt schlechtes und sehr dünnes Fundament.

Epoch Times: Ist diese Maßnahme auch in anderen Ländern denkbar?

Friedrich: Ja. Zypern ist nur ein Testfeld. Wenn es dort funktioniert, wird es überall klappen. Die Halbwertzeit der Rettungsaktionen wird immer kürzer, die Einschläge kommen aber immer heftiger, immer schneller und immer näher und vor allem werden sie immer teurer. Auch wenn von allen Seiten nun beteuert wird, dass dies eine einmalige Aktion bleibt, muss man sich nur überlegen, was die Aussagen dieser Personen in der Vergangenheit wert waren.

Bedenklich sollte jeden auch stimmen, dass der IWF und der deutsche Finanzminister Schäuble sogar 40% der Kundenkonten enteignen wollten. Dann allerdings wäre es am nächsten Tag in der kompletten Eurozone völlig zu recht zu einem Banken-Run gekommen.

Epoch Times: Was ist die Einlagensicherung bis 100.000 Euro jetzt noch wert?

Friedrich: Nichts! Das sehen wir jetzt in Zypern.

Die Einlagensicherung bis 100.000 Euro war unserer Ansicht noch nie etwas wert und wird es auch in Zukunft nicht sein. Das sollte jetzt jedem in Europa klar sein. Wer das jetzt nicht begreift, dem ist nicht mehr zu helfen.

Übrigens auch die erneute Garantie von Frau Merkel zur Einlagengarantie für deutsche Sparer ist Schall und Rauch. Diese Garantie ist völlig absurd, weil der Staat mit über 2 Billionen in der Kreide steht und weil es sich um eine reine Absichtserklärung handelt, welche nie in einem verbindlichen Gesetz verankert wurde.

Epoch Times: Wie können sich Kleinsparer gegen solche Maßnahmen schützen?

Friedrich: So drastisch es klingt, aber wenn man sich vor solchen Maßnahmen schützen will, muss man das Geld von der Bank holen. Wir sagen das schon lange. Geld gehört nicht auf das Konto, vor allem nicht in einer Niedrigzinsphase, sondern ins Schließfach oder unter die Matratze. Wir werden in Zukunft noch Sachen erleben, die wir momentan noch nicht mal erahnen können.

Epoch Times: Wir danken Ihnen für das Gespräch

Das Gespräch führte Renate Lilge-Stodieck

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