Japans Ministerpräsident Abe liefert keine Rettung: Das Paradox der Abenomics

Von 1. Juli 2014 Aktualisiert: 1. Juli 2014 8:35

Drei Pfeile, um das Land zu retten. Als ‚Samurai‘ Abe jeden einzelnen Pfeil aus dem Köcher zieht, stellt sich heraus, er schießt sich selbst in den Fuß.

Der japanische Ministerpräsident  Shinzo  Abe hatte am Dienstag, dem 24. Juni, Strukturreformen für die japanische Wirtschaft angekündigt, um das Land wieder zu Wachstum zu bringen.

Pech für ihn und Japan, dass diese Reformen zwar alle gut klingen und auf dem Papier konstruktiv aussehen, aber sie stehen im Widerspruch zu den anderen beiden Pfeilen: Fiskal-und Geldpolitik.

Keine Investitionen

Ja, Steuersenkungen bringen in der Regel Unternehmen dazu zu investieren, da Projekte wirtschaftlich machbar sind. Diese Maßnahme ist an sich sinnvoll. Das Problem hier ist, dass die aktuelle Geldpolitik dazu einen Ausgleich schafft.

Die Bank von Japan hatte eine Nullzinspolitik (ZIRP), noch bevor die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank wussten, dass es so etwas gibt. Sie musste immer niedrigere Preise und  quantitative Lockerungen durchführen, nachdem die berüchtigte japanischen Aktienmarkt- und Immobilienblase am Anfang der 1990er-Jahre platzte.

Also anstatt das Haus zu reinigen, die Forderungen abzuschreiben, und Banken scheitern zu lassen, schuf Japan den Präzedenzfall von ‚evergreening‘ faulen Krediten und hielt Banken am Leben auf Kosten der Öffentlichkeit.  Als Ergebnis waren die Bilanzen der Banken weiterhin von vergangenen Exzessen eingeklemmt und hatten keine Kapazitäten, um sie an produktive Unternehmen zu verleihen.

Auf der Nachfrageseite glauben Unternehmen, dass es auch bei sehr niedrigen Zinsen, nicht viele wirklich lohnende Investitionsprojekte gibt. So kaufen sie wieder ihre eigenen Aktien, ähnlich wie es die Unternehmen in den Vereinigten Staaten tun. Dies treibt den Aktienmarkt, aber generiert kein Wachstum für die Zukunft. Steuersenkungen werden diese Art von Verhalten nicht beseitigen.

[–Keine Innovationen–]

Seien wir ehrlich. Nur Japan war auf dem Höhepunkt der Blase am Ende der 80er-Jahre in der Lage, einige echte Innovationen zu produzieren, die weltweit Erfolge waren. Nintendo kommt einem dabei in den Sinn.

Zuvor verwendete man eine merkantilistische Strategie, Technologie anderer Länder zu kopieren und die Produkte billiger und besser zu machen. Japanische Automobilhersteller sind nicht wirklich innovativ, aber sie schafften es, bestehende Produkte zu verbessern und sie für einen vernünftigen Preis zu verkaufen.

Dies ist ähnlich dem, was China jetzt tut, außer dass die Japaner es tatsächlich geschafft haben, die Qualität zu verbessern. Leider ist dies eine Sache der Vergangenheit, während Japan sich in wachstumsstarke Branchen wie Biotechnologie und Verbraucherprodukte zurückzieht.

Auch hier wird die Politik der freien Geld- und der zuvor eingeimpften Rettungs-Kultur Abe am Erfolg seiner kleinlichen Reformen hindern.

Keine Lohn-Inflation

In der Regel ist keine Inflation und Preisstabilität eigentlich eine sehr gute Sache. Deutschland hatte die Preisstabilität für eine sehr lange Zeit mit der D-Mark und das tat ihm bemerkenswert gut. Wer Japan in den letzten zwei Jahrzehnten besucht hat, in denen sie eine leichte Deflation und Preisstabilität hatten, könnte zustimmen, es ist immer noch eins der am weitesten entwickelten und fortgeschrittenen Länder der Welt.

Um seine riesigen Schulden loszuwerden, hat Abe aber beschlossen, das Instrument der Inflation zu verwenden, die den Wert der Schulden real reduzieren. So zwingt er die Bank von Japan, Geld zu drucken, um die Inflation anzuregen, in der Hoffnung auf höhere wirtschaftliche Aktivität als Folge.

Dieser Prozess beraubt nicht nur die Sparer, er bringt auch die Arbeiter in einen Nachteil und ist diametral zu Abes Forderung, die Menschen sollten herauskommen und mehr konsumieren. Wenn man mehr Konsum und Wachstum will, muss man zuerst die Menschen real mehr verdienen lassen. Aber wegen der höheren Inflation bei Lebensmitteln und Energie sanken die Grundlöhne der japanischen Arbeitnehmer real seit 24 Monaten in Folge bis zum April 2014.

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Jetzt will Abe die Bezahlung von Überstunden für einige Angestellte beenden. Überstunden waren jedoch der Tropfen, der die japanischen Verbraucher über Wasser gehalten hat.

Trotz dieser Initiative, solange Japan nicht die zugrunde liegenden Probleme der faulen Schulden, der todgeweihten Banken und einer insolventen Regierung anpackt, können auch wohlmeinende Strukturreformen nichts bewirken, um das Schicksal des Landes zu ändern.