Das Logo der Real SB-Warenhauskette steht an einer Filiale.Foto: Martin Gerten/dpa/dpa

Kaufland-Deal: Kartellamt prüft Verkauf von Real-Filialen genauer

Epoch Times10. Juli 2020 Aktualisiert: 10. Juli 2020 15:09
Bevor der Verkauf von Real-Supermärkte an Kaufland über die Bühne gehen kann, gibt es noch einiges zu klären, sagt das Bundeskartellamt. Nun werden die Übernahmepläne unter die Lupe genommen.

Das Bundeskartellamt wird den geplanten Verkauf von bis zu 101 Real-Filialen an den Großflächen-Discounter Kaufland genauer unter die Lupe nehmen.

Die Wettbewerbsbehörde teilte mit, sie habe eine vertiefte Prüfung der Übernahmepläne eingeleitet.

Die SB-Warenhauskette Real mit ihren mehr als 270 Märkten war erst kürzlich von dem Handelskonzern Metro an den russischen Finanzinvestor SCP verkauft worden.

Real-Kette wird zerschlagen

Der neue Besitzer will die Kette zerschlagen und hat bereits erste Käufer für Unternehmensteile gefunden, darunter Kaufland. Der Großflächen-Discounter gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe, einem der größten Lebensmittelhändler Deutschlands. Wegen der ohnehin hohen Konzentration im Lebensmittelhandel ist das Bundeskartellamt bei Übernahmen in diesem Bereich besonders wachsam.

Ein Schwerpunkt der Untersuchung ist dabei die Einkaufsmacht des Handelsriesen gegenüber den Herstellern. Das Bundeskartellamt hat bereits an über 350 Lebensmittelhersteller Auskunftsbeschlüsse versandt, die 17 Produktgruppen betreffen. Damit sollen die aktuellen Struktur- und Machtverhältnisse auf den Märkten für die Beschaffung von Lebensmitteln ermittelt werden.

Prüfung geht bis 12. Oktober

Mit Blick auf die Situation der Verbraucher beim Lebensmittelkauf will das Amt außerdem die Marktanteile und Marktverhältnisse in den Einzugsgebieten der Real-Standorte untersuchen. Die Frist für die vertiefte Prüfung endet am 12. Oktober.

Bislang lägen keine weiteren prüffähigen Fusionsanmeldungen zum Erwerb von Real-Standorten vor, betonte das Kartellamt. Allerdings hat auch Edeka mit SCP bereits die Übernahme von 53 Märkten vereinbart. (dpa)

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