Klöckner lehnt Zuckersteuer nach britischem Vorbild ab

Epoch Times4. April 2018 Aktualisiert: 4. April 2018 16:07
"Es klingt einfach und verlockend, eine zusätzliche Steuer für Fertigprodukte in unserem Land zu erheben. Aber die Praxis tut der Theorie nicht immer den Gefallen", meinte die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) ist gegen eine Zusatzsteuer für zuckerreiche Lebensmittel nach britischem Vorbild. „Es klingt einfach und verlockend, eine zusätzliche Steuer für Fertigprodukte in unserem Land zu erheben. Aber die Praxis tut der Theorie nicht immer den Gefallen“, sagte Klöckner dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND).

„Es mag zwar sein, dass der Zuckergehalt in manchen Produkten sinkt. Das gilt aber nicht automatisch für den Gesamtkaloriengehalt“, sagte die CDU-Politikerin.

Klöckner riet davon ab, die Debatte um bessere Ernährung auf den Zuckergehalt von Lebensmitteln zu beschränken. Nötig sei „eine Gesamtstrategie zur Reduzierung von Fett, Zucker und Salz“, sagte Klöckner und kündigte an, „diesen Prozess weiter vorantreiben“ zu wollen.

Grünen-Verbraucherschutzexpertin aufgeschlossen gegenüber einer Zuckersteuer

Die Grünen-Verbraucherschutzexpertin Renate Künast forderte rasche, konkrete Maßnahmen hierzu. „Wir brauchen eine verbindliche nationale Reduktionsstrategie für Zucker, Salz und Fett mit konkreten Zeit- und Reduktionszielen“, sagte Künast dem RND.

Der Einführung einer Zuckersteuer steht die frühere Bundesverbraucherschutzministerin aufgeschlossen gegenüber. „Die Zuckersteuer in den Nachbarländern werden wir genau im Auge behalten und unsere Konsequenzen für Deutschland ziehen“, kündigte Künast an.

Eine Zuckersteuer wird bereits in Frankreich, Belgien, Irland, Portugal, Estland, Norwegen und ab Freitag auch in Großbritannien erhoben. (dts)

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