Knappe Flächen, teures Bauland – Weniger Baugenehmigungen trotz wachsender Wohnungsnot

Epoch Times15. August 2019 Aktualisiert: 15. August 2019 10:09
Jährlich benötigt Deutschland nach Expertenschätzugen bis zu 400.000 neue Wohnungseinheiten. Stattdessen werden weniger Häuser gebaut.

Weiterhin keine Entspannung auf dem vielerorts engen Wohnungsmarkt in Deutschland: Im ersten Halbjahr 2019 erteilten die Behörden weniger Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum.

Von Januar bis einschließlich Juni gab es grünes Licht für den Neubau oder Umbau von gut 164.600 Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das waren nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker 2,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden in den sechs Monaten knapp 142.400 Wohnungen genehmigt. Das waren 3,1 Prozent oder gut 4500 Einheiten weniger als ein Jahr zuvor.

Weniger Mehrfamilienhäuser im Bau

Während das Niveau bei den Einfamilienhäusern fast unverändert blieb (minus 0,1 Prozent), sank die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser (minus 4,7 Prozent) und Mehrfamilienhäuser (minus 3,2 Prozent) deutlicher. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Robert Feiger, kommentierte die Zahlen wie folgt:

Insbesondere der Rückgang der Baugenehmigungen bei Mehrfamilienhäusern ist alarmierend. Denn hier gibt es den größten Bedarf.“

Teures Bauland mache den Bau bezahlbarer Wohnungen vielerorts unmöglich.

Große Immobiliennachfrage

Um die große Nachfrage nach Immobilien zu decken, müssen nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft in Deutschland jährlich 350 000 bis 400.000 Wohnungen entstehen.

Laut „Deutschlandfunk“ rief der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsbauunternehmen  die Kommunen auf, ausreichend bezahlbares Bauland auszuweisen und die Verfahren zu beschleunigen.

Im vergangenen Jahr wurde der Neubau von knapp 302.800 Wohnungen in reinen Wohngebäuden genehmigt.

Inklusive Nichtwohngebäuden gab es im Jahr 2018 gut 347 000 Genehmigungen.

Gebremst wird Neubau dadurch, dass Flächen in Ballungsräumen knapp sind, die Preise deutlich angezogen haben und Handwerker wegen voller Auftragsbücher kaum hinterherkommen. (dpa/sua)

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