Keine Kryptowährung ist so wertvoll wie Bitcoin, doch alle unterliegen denselben Vor- und Nachteilen.Foto: IStock

Kryptowährungen – Fünf Fakten, die Sie über Bitcoin & Co wissen müssen

Epoch Times24. Oktober 2019 Aktualisiert: 12. August 2020 11:08
Spätestens seit der Einführung von Libra, Facebooks eigenem Geldsystem, sind Kryptowährungen wieder in aller Munde. Aber was ist das überhaupt - und wie funktioniert die digitale Geldbörse? Hier sind fünf Dinge, die Sie über Bitcoin & Co wissen müssen.

„Nur Bares ist Wahres“ oder „Gott vertrauen wir – alle anderen zahlen in bar“ sind nur zwei Sprichwörter, die den subjektiven Wert von Bargeld hervorheben. Während in anderen Ländern digitales Bezahlen und Kryptowährungen längst alltäglich sind, halten die Deutschen an ihren Münzen und Scheinen fest.

In Toronto, Kanada, gibt es 100 Bankautomaten an denen Nutzer Bitcoin direkt kaufen können. In Schweden zahlen Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs mit einem implantierten Chip. Reisen, Autos und sogar Häuser kann man in den USA mit Bitcoins bezahlen. Doch in Deutschland gilt nach wie vor: „Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel“ so §14 (1) BBankG. Apropos unbeschränkt, aber dazu kommen wir später.

Was sind Kryptowährungen, ist eine Frage, die einfach zu beantworten ist, die Antwort ist jedoch nicht ganz so einfach zu verstehen. Kurz gesagt, Kryptowährung sind digitales Bargeld. Sie können es überall hintragen, weltweit damit bezahlen und sind in vollem Umfang für die Sicherheit Ihrer digitalen Geldbörse oder Wallet verantwortlich.

Was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie

Das sogenannte FIAT-Geldsystem (= nicht wertgedeckte Geldsysteme wie Euro, Dollar, Yuan, …) basiert auf dem Vertrauensprinzip. Das heißt, wir vertrauen darauf, dass unsere Bank uns das Geld auf unserem Konto jederzeit zur Verfügung stellen kann. Würden alle Bankkunden gleichzeitig ihr Geld abheben, bricht dieses System zusammen, denn die digitale Menge an Euros übersteigt den Wert der real vorhandenen Scheine und Münzen um ein Vielfaches.

Kryptowährungen, im weiteren Verlauf anhand von Bitcoin erklärt, basieren auf dem Misstrauensprinzip und brechen mit so ziemlich allen Grundsätzen des FIAT-Geldsystems. Grundsätzlich wird bei Bitcoin davon ausgegangen, dass jemand der mit Bitcoin bezahlen möchte, diese Bitcoin gar nicht hat und erst bewiesen werden muss, dass der Nutzer diese Bitcoin besitzt – und dass er sie nicht bereits zuvor einmal ausgegeben hat. Dabei ist die Anzahl der Bitcoins auf rund 21 Millionen beschränkt.

Nehmen wir an, Sie wollen etwas mit Bargeld kaufen, dann tauschen sie beim Verkäufer eine Ware gegen eine Euro-Banknote. Dass sie etwas gekauft haben, muss niemand sehen oder dokumentieren, der Verkäufer muss Ihnen lediglich vertrauen, dass Sie dieses Geld rechtmäßig erworben haben. Bei einer Bitcoin-Transaktion läuft das anders ab.

Angenommen sie wollen wieder etwas kaufen und mit der Kryptowährung bezahlen, dann müssen Sie beweisen, dass Sie die Bitcoin besitzen. Diese Legitimation erfolgt virtuell und Sie bekommen sie im Regelfall überhaupt nicht mit. Aber erst nach dieser Prüfung dürfen sie bezahlen und der Verkäufer Ihre Bitcoin annehmen. Gleichzeitig wird die Transaktion auf allen, am Bitcoin-Netzwerk beteiligten, Computern gespeichert und dient als Nachweis, dass der Verkäufer rechtmäßiger Eigentümer der Bitcoin(s) geworden ist.

Die Geschichte von Kryptowährungen

Kryptowährungen sind kaum zehn Jahre alt. Als während der Finanzkrise 2007/08 das Misstrauen in die Banken am größten war, wurde ihre Grundlage geschaffen. Am 31. Oktober 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto, ein Pseudonym, dessen wahre Identität bis heute unbekannt ist, das erste Paper über ein Ende-zu-Ende verschlüsseltes elektronisches Geldsystem. (deutsche Version)

Ziel ist es ein Geldsystem zu schaffen, dass Zahlungen „ohne einen vertrauenswürdigen Dritten“, im FIAT-Geldsystem die Banken, durchführen kann. Als Authentifizierung dient eine ununterbrochene Aufzeichnung aller jemals getätigter Zahlungen, die von allen Knotenpunkten (Computer im Bitcoin-Netzwerk) anerkannt wird. Je mehr „Zahlungsblöcke“ die Kette enthält – daher auch der Name Blockchain – desto sicherer ist sie.

Von Anfang an konnte man mit Bitcoin etwas Kaufen. Der Gegenwert pro Bitcoin unterliegt jedoch starken Schwankungen. Es heißt, dass die Bitcoin-Entwickler zuerst eine Pizza bezahlt hätten. Monate später soll jemand einen Porsche gekauft haben – für ungefähr dieselbe Anzahl Bitcoin. Auch heute ist der Wechselkurs „wankelmütig“, wie die Entwicklung der Kurse in den letzten fünf Jahren zeigt.

Keine Kryptowährung ohne Vor- und Nachteile

Bis heute gibt es über 3.000 verschiedene Kryptowährungen – Tendenz steigend. Viele von ihnen spielen jedoch kaum eine Rolle, denn der Gesamtwert mancher Kryptowährung übersteigt nicht einmal einen Cent. Wenige haben einen Marktwert von über einer zehn Millionen Dollar, Ausnahmen wie Stellar, Litecoin,  XRP oder Ethereum schaffen es auf über zehn Milliarden Dollar, liegen aber trotzdem weit hinter Bitcoin mit über 135 Milliarden Dollar Marktwert.

Trotz umständlicher Authentifizierung von Transaktionen sind Zahlung mit Kryptowährungen vollständig anonym, da nur die Identifikationsnummer der beteiligten Wallets angegeben und gespeichert wird. Durch diese Speicherung auf allen Computern im Netzwerk ist das System zudem vollständig transparent und kann jederzeit nachvollzogen werden. Weil theoretische jeder Computer dazu in der Lage ist, Teil des Netzwerks zu sein, spricht man außerdem von einem dezentralen Geldsystem, das weltweit und mit geringen Kosten nutzbar ist.

Ein großer Vor- aber auch entscheidender Nachteil ist die uneingeschränkte Nutzbarkeit in Zusammenhang mit der (fast) 100-prozentigen Anonymität. Beides zusammen trägt dazu bei, dass man mit Kryptowährungen im Dark Web so ziemlich alles finanzieren kann, einschließlich Drogen, Waffen und Menschenhandel.

Weitere Nachteile sind die erwähnten starken Preisschwankungen sowie – erneut – die Anonymität, die Steuerhinterziehung und Geldwäsche begünstigt. Ähnlich wie Bargeld muss zudem der Eigentümer eines Wallets selbst für die sichere Aufbewahrung (Verschlüsselung) sorgen. Mit anderen Worten, der Nutzer hat die volle Verantwortung über sein Wallet und kann uneingeschränkt damit handeln. Wer zum Beispiel ein entsperrtes Smartphone mit einem Wallet findet, ist legitimiert damit zu handeln. (ts)

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