Langsam wird es auch für die großen Ketten durch die Zwangsschließungen eng.Foto: iStock

MediaMarkt, Saturn, Spiele Max, Technik-Einzelhandel: Brandbrief an Kanzlerin Merkel

Epoch Times1. März 2021 Aktualisiert: 1. März 2021 15:40
Nach heftigen Geschäftseinbußen wegen der Corona-Schließungen wächst der Druck im Einzelhandel und in der Gastronomie, endlich wieder öffnen zu dürfen.

Große Handelsketten von Elektronik und Spielwaren veröffentlichten am Montag offene Briefe an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), in denen sie Forderungen nach einem Ende der Schließungen untermauerten. „Für immer mehr Unternehmer ist die Entwicklung existenzgefährdend“, heißt es in beiden Schreiben an die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder.

Unterschrieben waren die Briefe zum Beispiel von den Chefs von Conrad Electronic, Euronics, Media Markt und Saturn sowie von den Spielwarenhändlern Vedes, Spiele Max, Rofu Kinderland und Galeria Karstadt Kaufhof.

Deren Läden sind – wie auch Geschäfte aus anderen Teilen des Einzelhandels – seit Mitte Dezember geschlossen. Die stationäre Elektronikbranche schätzt ihre Einbußen seither auf etwa zwei Milliarden Euro, die Spielwarengeschäfte auf 300 Millionen Euro.

Sicheres Einkaufen möglich

Nach Auffassung der Firmenchefs besteht im Einzelhandel kein erhöhtes Infektionsrisiko. Ein sicheres Einkaufen sei möglich – auch vor Erreichen des Inzidenzwerts von 50. „Wir fordern eine sofortige Öffnung des stationären Technik-Einzelhandels unter Einhaltung aller notwendigen Hygiene- und Gesundheitsschutzmaßnahmen“, so die Autoren.

Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Bundesverbandes, erklärt:

Wir haben drei Monate Qual hinter uns. Drei Monate sind viele Händler das mitgegangen. Aber jetzt wollen wir den Druck erhöhen, um wieder öffnen zu können.“

Es sei inzwischen „Allgemeinwissen“, dass man „sich bei Aldi nicht ansteckt“. Wieso solle dies dann in ihren Ketten geschehen?

Betroffen sind rund 19.000 Einzelhändler, die in ihrem Brief vor dem Sterben der Einkaufsorte und Entlassungen warnen. Für viele sei die Entwicklung existenzgefährdend, es drohe der Wegfall von  Steuereinnahmen, Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Und: „Die Kosten für Überbrückungshilfen, Kurzarbeitergeld etc. zahlen die Steuerzahler.“

Gastgewerbe: Keine Hinhaltetaktik

Auch das Gastgewerbe leidet unter den Folgen der Pandemie. Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverband NRW, Bernd Niemeier, pochte am Montag auf ein baldiges Ende des Lockdowns – seine Branche wolle endlich wieder Gäste empfangen. „Die Zeit ist reif“, erklärte Neumeier. „Wir wollen uns nicht mehr mit Hinhaltetaktiken und dem Verweis auf Bund-Länder-Arbeitsgruppen, die nicht zu Potte kommen, abspeisen lassen.“

Der „Gastgeberkreis“, ein Bündnis aus mehr als 120 Firmenchefs aus der Gastronomie, forderte ebenfalls Bewegung. „Es ist jetzt wirklich an der Zeit, konkrete Öffnungspläne für die Gastronomie und Hotellerie vorzustellen“, teilte der Gastgeberkreis am Montag mit und forderte mit Blick auf die Umsetzung solcher Pläne den Einsatz von Corona-Schnelltests.

Geimpfte oder getestete Gäste sollten „nun wieder in den Genuss der deutschen Gastgeber kommen“. Zum Gastgeberkreis gehören die Chefs der Restaurantketten L’Osteria, Hans im Glück, Block House und Nordsee. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Wirtschaftskrisen können geschaffen und genutzt werden, um Aufstände und Revolutionen zu fördern. Sozialistische Bewegungen werden in Krisenzeiten leicht als „Retter“ angesehen.

Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre war der kritische Augenblick, in dem Europa und die Vereinigten Staaten den Weg zu „Big Government“ (ein übermäßig großer Verwaltungsapparat) und dem heutzutage weit verbreiteten Interventionismus einschlugen. Die Finanzkrise im Jahr 2008 wirkte sich ebenfalls günstig für die Ausweitung einer linksgerichteten Politik aus.

Sozialistische Ideen gelten leicht als „Rettungsweg“ aus der Krise, wenn Politiker verzweifelt nach Lösungen suchen. Doch dies bedeutet, einen Pakt mit dem Teufel zu schließen.

Genau darum geht es im 9. Kapitel des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“, es trägt den Titel: „Die kommunistische Wohlstandsfalle“. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion