„Wellblech-Konjunktur“: Metallindustrie erwartet 2017 höchstens ein Mini-Wachstum

Epoch Times1. Januar 2017 Aktualisiert: 1. Januar 2017 16:27
„Wir erleben im Moment eine Wellblech-Konjunktur. Wir haben Berge und Täler, und die Abstände zwischen Bergen und Tälern werden immer kürzer“, beschreibt der Präsident der Unternehmen der Metallindustrie die Lage. Der Auftrag an die Bundesregierung lautet: „Wir sollten in der nächsten Legislaturperiode mehr Wirtschaft wagen. Die Belange der Wirtschaft haben in dieser Legislaturperiode faktisch keine Rolle gespielt.“

Schwaches Wachstum, keine neuen Arbeitsplätze – die Metall- und Elektroindustrie erwartet ein bescheidenes Jahr 2017.

Unabhängig von den zahlreichen Krisenherden in der Welt hält der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Rainer Dulger, die schwache Produktivität derzeit für das größte Problem. Von der nächsten Bundesregierung verlangt er Impulse für die Wirtschaft.

„Wir rechnen für 2017 im besten Fall mit Wachstum von einem Prozent“, sagte Dulger dpa in Berlin. Für 2016 werde wohl eine Produktionserhöhung von etwa 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau herauskommen.

„Wir erleben im Moment eine Wellblech-Konjunktur. Wir haben Berge und Täler, und die Abstände zwischen Bergen und Tälern werden immer kürzer“, beschrieb er die Lage.

Schwache Produktivität ist die größte Sorge

„Meine größte Sorge ist die weiter schwache Produktivität in unserem Land, auch in der Metall- und Elektroindustrie. Das ist die eigentliche Bedrohung, auf die wir immer wieder aufmerksam machen müssen“, stellte der Unternehmer aus Heidelberg fest.

Seit der akuten Finanzmarktkrise im Herbst 2008 seien „die Löhne und Gehälter um fast 25 Prozent gestiegen, aber die Produktivität nur um zwei Prozent“. Die Produktivität sei „entscheidend dafür, wie zukunftsfähig ein Unternehmen ist“, sagte der Metall-Präsident.

Der Zuwachs an Arbeitsplätzen dürfte sich nicht fortsetzen. „Sofern nicht ein unerwarteter Konjunkturimpuls kommt, ist ein weiterer Aufbau von Beschäftigung 2017 angesichts eines schwachen Produktionszuwachses eher nicht zu erwarten“, sagte Dulger.

Auftrag an die Bundesregierung: Mehr Wirtschaft wagen

Im vergangenen Jahr habe die Branche von Januar bis September etwa 25.000 Beschäftigte zusätzlich eingestellt. „Die aktuellen Beschäftigungspläne der Unternehmen signalisieren aber Zurückhaltung bei weiteren Neueinstellungen. Für das Gesamtjahr 2016 rechnen wir mit etwa 27.000 neuen Stammarbeitsplätzen, 2015 waren es etwa 40.000“, fasste Dulger zusammen.

Mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst appellierte der Verbandspräsident an die künftige Bundesregierung: „Wir sollten in der nächsten Legislaturperiode mehr Wirtschaft wagen. Die Belange der Wirtschaft haben in dieser Legislaturperiode faktisch keine Rolle gespielt.“ Im europäischen Vergleich sei Deutschland „ein Hort der Stabilität. Und für diese Stabilität sorgen vor allem unsere Industrie-Arbeitsarbeitsplätze.“

Das hätten „weder die Kanzlerin noch die große Koalition in dieser Legislaturperiode honoriert“. Stattdessen habe die Gesetzgebung zu Renten, Zeitarbeit und Werkverträgen die Abläufe der Wirtschaft erschwert. (dpa)

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