Michael Lohscheller, Deutschland-Chef von Opel bei einer Präsentation.Foto: DANIEL ROLAND/AFP via Getty Images

Opel-Chef: Klimavorgaben sind wichtiger als der Absatz – betriebsbedingte Entlassungen nicht ausgeschlossen

Epoch Times12. Oktober 2020 Aktualisiert: 12. Oktober 2020 21:18

Der Autobauer Opel hat den Klimaschutz bei der Erholung von der Corona-Krise zur Priorität erklärt. „Wir wollen wachsen, und wir werden wachsen“, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller dem „Handelsblatt“ vom Montag, „aber niemals zulasten von CO2 und Profitabilität“. Die Einhaltung der Klimavorgaben sei mittlerweile „wichtiger als alles andere, auch wichtiger als der Absatz“.

Der Chef des Rüsselsheimer Autobauers sieht in CO2 eine neue Leitwährung für seine Branche. Wer die entsprechenden EU-Vorgaben verfehle und mit Strafzahlungen ausgleichen müsse, setze sich zu Recht dem Vorwurf aus, sich den Klimaschutz zu erkaufen. „Das wäre ein Drama.“

Opel schließt Entlassungen weiterhin nicht aus

Der Autobauer Opel schließt Entlassungen weiterhin nicht aus. Das sagte Opel-Chef Michael Lohscheller dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). Demnach will der Konzern für Hunderte Beschäftigte am Stammsitz in Rüsselsheim eine Transfergesellschaft gründen und sein Programm zur Altersteilzeit ausweiten.

„Es hilft ja niemandem, das Unvermeidbare auf die lange Bank zu schieben“, sagte er. Opel hatte im Januar, noch vor der Corona-Krise, ein „Freiwilligenprogramm“ zum Abbau von bis zu 2.100 Stellen in den deutschen Werken angekündigt.

Opel-Chef: Autoindustrie in der schwersten Krise seit hundert Jahren

Zuletzt stand beim Konzern in Frage, ob dieses Zukunftsprogramm in der Krise ausreicht. Betriebsbedingte Entlassungen wurden in diesem Zusammenhang zwar eigentlich bis 2025 ausgeschlossen. „Aber wenn wir sehen sollten, dass wir keine ausreichenden Fortschritte machen, dann müssen wir noch einmal diskutieren und die Lage neu bewerten“, sagte Lohscheller. „Insofern können wir betriebsbedingte Kündigungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht kategorisch ausschließen.“

Die Autoindustrie befinde sich in der schwersten Krise seit hundert Jahren. „Die einzige Möglichkeit, um aus dem Tal schnell herauszukommen, ist, die Transformation erheblich zu beschleunigen.“ (afp/dts)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN