Saudi-Arabien verbietet Landwirtschaft – Konzerne kaufen Land in Kalifornien

Das wasserarme Saudi-Arabien verbietet Landwirtschaft. Die heimischen Agrarkonzerne machen daher in Kalifornien weiter, so dass der US-Bauer um sein Wasser fürchtet.
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Die Saudi-Araber kaufen Agrarland in Kalifornien, selbst Dürre-GebietFoto: Olivier Douliery-Pool/Getty Images
Epoch Times8. Februar 2016

Die saudische Regierung kündigte einen massiven Abbau der Agrarwirtschaft innerhalb der kommenden drei Jahre an, da sie die spärlichen Wasservorräte gefährdet. Die Agrarkonzerne Saudi-Arabiens kaufen daher große Anbauflächen in Afrika und den USA, etwa in dem genauso von Dürre geplagten Kalifornien. Die kalifornischen Bauern kämpfen um ihre Wasserreserven, berichten die Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Milchkonzern Almarai kauft Grasland für die Kühe in den USA

Gleich doppelt betroffen von diesen Wasser-Sparmaßnahmen ist Almarai, der größte Milchproduzent des Landes. Zum einen verbietet Saudi-Arabien nicht nur den Anbau von Weizen sondern auch den von Futterpflanzen komplett: also kein Futter mehr für die vielen saudischen Almarai-Kühe. Zum anderen besprüht die Almarai-Milchfarm ihre Kühe wegen Außentemperaturen von bis zu 55 Grad Celsius ständig mit Wasser: wann auch dies verboten wird, ist derzeit nicht klar.

Der Milchkonzern Almarai muss neue Wege gehen, um an Futtermittel zu gelangen. Der Milchproduzent kauft nun ausländische Anbauflächen in großem Stil und wird dabei noch unterstützt: Seit letztem Jahr finanziert die Politik den Kauf von Ackerland in Übersee. Die saudischen Konzerne investieren deshalb in Afrika, vor allem im Sudan. Sie haben bereits mehr als eine Million Hektar Land gekauft und werden von den Einheimischen des Landraubes bezichtigt.

Almarai hat nun riesige Agrargrundstücke in den USA erworben, mehr als vierzig Quadratkilometer davon liegen in Arizona, sieben Quadratkilometer in Kalifornien, meldet Reuters. Kalifornien ist ausländischen Investoren sehr beliebt. Rund 2,5 Prozent des privaten Ackerlands sind in ausländischem Besitz, so die Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums. Kalifornien leidet seit vier Jahren unter einer Jahrhundert-Dürre.

Harte Kritik von US-Bauern: Wasserspiegel sinkt

Almarai wird gerade deswegen scharf kritisiert, weil es das Gras für seine Kühe auf einem Flecken Erde wachsen lässt, der selbst mit Trockenheit und Wassermangel zu kämpfen hat. „Wir lassen sie hier rüberkommen und unsere Ressourcen aufbrauchen. Das ist sehr frustrierend für mich, insbesondere wenn Anwohner zu mir kommen und mir erzählen, dass ihre Brunnen austrocknen und sie tiefer bohren müssen”, sagte Holly Irwin, Sprecherin einer lokalen Farmervereinigung gegenüber dem US-Sender CNBC.

Die Farmer fordern von der Regierung, dem Treiben der Saudis Einhalt zu gebieten. Ihrer Meinung nach haben sich die Konzerne aus Saudi-Arabien bewusst die Gebiete ausgesucht, in denen es wenig Einschränkungen zum Grundwasserverbrauch gebe. Fraglich ist, ob es bei zunehmender Wasserknappheit in Zukunft bei Anbauflächen für Heu bleiben wird.

Saudischer "Wassertank" fast leer

Dabei hatte Saudi-Arabien eines der größten Wasserreservoirs der Welt unter sich. Nun sind die Wasserspeicher, die über die Jahrtausende wuchsen, zu 80% aufgebraucht. Der Wüstenstaat baute soviel Weizen an, dass er zeitweise zum sechsgrößten Weizenproduzenten der Welt avancierte. In den 1990er Jahren flossen dafür rund 19 Billionen Liter Wasser pro Jahr, schreiben die Deutschen Wirtschafts Nachrichten unter Berufung auf den amerikanischen Investigativblog Reveal. (kf)



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