VodafoneFoto: über dts Nachrichtenagentur

5G-Ausbau: Vodafone-Deutschlandchef kritisiert Debatte um Huawei

Epoch Times2. Januar 2020 Aktualisiert: 2. Januar 2020 19:57
Im Gegensatz zu vielen anderen Managern und Politikern bezeichnet der Vodafone-Chef für Deutschland, die Huawei-Technik als relativ sicher und nachvollziehbar. Europäische Anbieter würden viel mehr Details nicht offenlegen.

Der Deutschlandchef des Mobilfunkkonzerns Vodafone, Hannes Ametsreiter, hat sich in die auf Spionagesorgen beruhende Debatte eingeschaltet, ob der chinesische Netzausrüster Huawei am Ausbau des neuen Mobilfunknetzes 5G beteiligt werden darf: Politiker und Industrievertreter drängen auf eine schnelle Entscheidung im neuen Jahr.

„Wir brauchen eine gemeinsame europäische Antwort auf die Sicherheitsfrage“, sagte Ametsreiter der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe). Taktisch sei es „nicht schlau und wenig zielführend, nur eine deutsche Antwort darauf zu suchen“.

Ametsreiter: Debatte ist emotional statt sachlich

Grundsätzlich seien 4G- wie auch 5G-Mobilfunknetze „sehr sicher“, so der Vodafone-Deutschlandchef weiter. Kritiker werfen Huawei vor, künftig möglicherweise im Auftrag Chinas den Westen zu sabotieren oder auszuspionieren. Der Netzwerkausrüster hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er halte den Bedarf nach höchstmöglicher Sicherheit für richtig, sagte Ametsreiter. Allerdings werde die Sicherheitsdebatte über ausländische Infrastrukturlieferanten in Deutschland oft emotional, aber nur selten sachlich geführt.

Die größte Herausforderung sei „nicht das Netz, sondern das schwächste Glied in der Kette“, so der Vodafone-Deutschlandchef weiter. „Wenn ich Sie in Ihrem Haushalt hacken will, dann ist das Netz relativ egal – weil es der sicherste Faktor ist. Dann hacke ich Ihren Fernseher, ihren Router oder Ihren Toaster“, so Ametsreiter. Die sensiblen Daten steckten vor allem im Kernnetz, nicht aber im Antennennetz, auf das der größte Teil der Netzinvestitionen entfällt.

Finanzielle Sanktionen bei Datenmissbrauch

Der Vodafone-Manager plädierte für eine Gesetzgebung in Europa „mit klareren Instrumenten und Konsequenzen“. Wenn ein Zulieferer Daten missbrauche, sollte er seine Erlöse als Netzausrüster aus den letzten zehn Jahren zurückzahlen müssen. „Da geht es um viel Geld, üblicherweise zweistellige Milliardensummen. Das ist ein Sprache, die weltweit verstanden wird“, sagte Ametsreiter der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Man befürworte außerdem die Offenlegung der Quellcodes der Anbieter. „Damit eröffnet sich die Chance, das, was programmiert wurde, zu verstehen und nachzuvollziehen“, so der Vodafone-Deutschlandchef weiter. Huawei erlaubt diesen Einblick, während die europäischen Wettbewerber Nokia und Ericsson sich dagegen sträuben. (dts)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion