GDL-Chef Claus Weselsky bei der Protest-Kundgebung der Lokführer-Gewerkschaft vor dem Bahn-Tower am Potsdamer Platz in Berlin.Foto: Wolfgang Kumm/dpa/dpa

Bahnchef: „Claus Weselsky will die Belegschaft bewusst spalten“

Epoch Times28. August 2021 Aktualisiert: 28. August 2021 6:29

Im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat Bahnchef Richard Lutz schwere Vorwürfe gegen den GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky erhoben. Dieser wolle die Belegschaft „bewusst spalten“, sagte Lutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstagsausgaben). „Wie Herr Weselsky in dieser Situation agiert und vor allem wie er redet, ist absolutes Gift für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Eisenbahnerfamilie.“ So würden „Wunden geschlagen, die nur schwer wieder verheilen“.

Es sei „nicht in Ordnung“, wenn der GDL-Chef im Tarifkonflikt bei der Bahn „zwischen ehrenwerten und unehrenwerten Berufen unterscheidet und mit Letzterem auch tausende Führungskräfte meint“. Diese hätten in der Krise auf viel Geld verzichtet. Ihnen jetzt vorzuwerfen, dass sie sich die Taschen vollstopfen, sei „unredlich und schlicht falsch“. Er verstehe nicht, warum ein Eisenbahner, der das Unternehmen seit Jahrzehnten kenne und genau wisse, wie wichtig Zusammenarbeit und Zusammenhalt für das Funktionieren der Eisenbahn sei, „die Belegschaft bewusst spalten will“.

Nach zwei Streikwellen hatte Weselsky am Mittwoch weitere Arbeitskämpfe in Aussicht gestellt, sollte die Bahn kein verbessertes Tarifangebot vorlegen. Die GDL fordert eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro und bessere Arbeitsbedingungen. Die Bahn bietet zwar 3,2 Prozent mehr Lohn, will die Stufen aber später umsetzen und fordert eine längere Laufzeit. Am Sonntag hatte sie zudem Verhandlungen über eine Corona-Prämie angeboten, jedoch keine konkrete Zahl genannt. Die GDL wies dies als „Scheinangebot“ zurück.

In dem Tarifkampf geht es auch um die Position der GDL im Konzern und im Wettbewerb mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion