Odebrecht-LogoFoto: YASUYOSHI CHIBA/AFP/Getty Images

Baukonzern Odebrecht muss in Kolumbien 40 Millionen Euro wegen Korruption zahlen

Epoch Times28. Dezember 2020 Aktualisiert: 28. Dezember 2020 21:26
Der brasilianische Baukonzern Odebrecht ist am Montag wegen Korruption in Kolumbien zur Zahlung von umgerechnet 40 Millionen Euro Geldstrafe verurteilt worden.

Der kürzlich in Novonor umbenannte Konzern habe einen kolumbianischen Regierungsbeamten mit 5,3 Millionen Euro bestochen, teilte die zuständige kolumbianische Kartellbehörde SIC am Montag mit. Dieser Beamte, Gabriel García, habe Odebrecht dabei geholfen, den Auftrag zum Bau des zweiten Teils der Autobahn Ruta del Sol zu erhalten.

Odebrecht und seine kolumbianischen Partnerfirmen Corficolombiana und Episol verstießen nach Angaben der Kartellbehörde gegen die Regeln des freien Wettbewerbs. Der zweite Teil der Autobahn ist 523 Kilometer lang und verbindet das Zentrum des Landes mit dem Norden Kolumbiens.

Der Fall ist laut der Kartellbehörde Teil eines riesigen Korruptionsskandals um Odebrecht. Mehr als zehn Jahre lang seien in verschiedenen Ländern hunderte Millionen Dollar als Bestechungsgelder geflossen. Drei Manager des Konzerns müssen wegen des Korruptionsfalls in Kolumbien jeweils umgerechnet knapp 740.000 Euro Strafe zahlen, wie die Behörde weiter mitteilte.

Die Ermittlungen basierten auf einem Schuldeingeständnis des 1944 gegründeten Konzerns gegenüber dem US-Justizministerium sowie auf Aussagen von García. Dieser büßt eine fünfjährige Strafe im Hausarrest ab.

Der Konzern hatte seinen Namen Mitte Dezember nach Korruptionsskandalen in ganz Lateinamerika in Novonor geändert. Die Korruptionsfälle um Odebrecht lösten in einigen Ländern politische Krisen aus.

In Peru ermitteln Behörden gegen drei ehemalige Präsidenten. Ein Vierter, Alan García, beging im Jahr 2019 Suizid, bevor ihn die Polizei in Gewahrsam nehmen konnte. Der Konzern musste unter anderem eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 2,1 Milliarden Euro an die Regierungen der Vereinigten Staaten, Brasiliens und der Schweiz zahlen. (afp)



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