Deutsche Bank baut auch im Inland substanziell Stellen ab – Schneider-Termin inmitten erster Entlassungen kritisiert

Der radikale Kurswechsel bei der Deutschen Bank wird auch eine erhebliche Zahl von Mitarbeitern im Inland den Job kosten. Das stellt Vorstandschef Sewing klar, der eine andere große Aufgabe ausgemacht hat.
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Deutsche BankFoto: über dts Nachrichtenagentur
Epoch Times12. Juli 2019

Beim geplanten Umbau der Deutschen Bank sollen auch hierzulande in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze gestrichen werden.

„Natürlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl an Stellen wegfallen“, sagte Vorstandschef Christian Sewing dem „Handelsblatt“ (Freitag). Wie viele es sein werden, sagte er nicht. „Dabei ist allerdings wichtig zu wissen, dass der schon zuvor geplante Abbau im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl enthalten ist“, fügte Sewing hinzu.

Wie die Deutsche Bank am Sonntag mitgeteilt hatte, will sie bis zum Ende des Jahres 2022 weltweit rund 18 000 von zuletzt rund 91 000 Vollzeitstellen streichen. Eine Zahl für Deutschland nannte das Kreditinstitut nicht. Die Deutsche Bank will sich unter anderem aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückziehen.

Nachdem ein Zusammengehen mit der Commerzbank nicht für sinnvoll erachtet wurde, will Sewing die Deutsche Bank erst einmal alleine voranbringen: „Es bringt nichts, jetzt über einen dritten oder vierten Fusionsanlauf mit der Commerzbank zu sprechen. Wir haben uns für diesen Alleingang entschlossen, jetzt lassen Sie uns bitte erst mal machen“, sagte er. „Wenn es dann zu einer Konsolidierung kommen sollte, fände ich europäische Zusammenschlüsse logischer als nationale. Aber das ist Zukunftsmusik“, sagte Sewing.

Beim angestrebten internen Kulturwandel sieht Sewing die Bank längst nicht am Ziel. „Wir als Führungskräfte müssen aufmerksam bleiben. Denn es passieren immer noch Dinge, die uns nicht gefallen können. Da müssen wir sofort eingreifen und gegensteuern“, sagte er.

Deutsche-Bank-Chef kritisiert Schneider-Termin inmitten erster Entlassungen

Sewing sprach einen Vorfall zu Wochenbeginn im Londoner Hauptquartier der Deutschen Bank an: „Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass in unserer Niederlassung in London am Montag jemand Schneider bestellt hat, um Maßanzüge auszumessen“, sagte Sewing. „Am gleichen Tag mussten wir vielen Mitarbeitern im Aktienhandel sagen, dass sie gehen müssen, weil wir ihre Abteilung schließen.“ Dass jemand an so einem Tag einen Schneider kommen lasse, sei respektlos. „Dieses Verhalten steht in keiner Weise im Einklang mit unseren Werten“, ergänzte der Vorstandschef. (dpa)



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