BlackRock-Chef Laurence D. Fink.Foto: FABRICE COFFRINI/AFP via Getty Images

Doppelmoral bei China-Geschäften: US-Senatoren werfen BlackRock Scheinheiligkeit vor

Von 20. Juni 2020 Aktualisiert: 19. Juni 2020 19:21
BlackRock, der größte Vermögensverwalter weltweit, steht in der Kritik, das kommunistische Regime in China zu hofieren.

BlackRock ist wegen seiner Haltung gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas von US-Senatoren scharf kritisiert worden. BlackRock ist eine amerikanische Fondsgesellschaft, die Ende März 2020 über Vermögenswerte in Höhe von 6,5 Billionen Dollar verfügte und damit der größte Vermögensverwalter weltweit ist. Das Hauptgeschäft des Unternehmens ist die Verwaltung von Indexfonds. Die Chefs von BlackRock sind Laurence D. Fink auch Larry Fink genannt und Robert S. Kapito.

Die Senatoren kritisieren die Art und Weise, wie BlackRock chinesische Firmen gegenüber amerikanischen Unternehmen bevorzugt und „die Kommunistische Partei Chinas hofiert“ sie werfen dem Vermögensverwalter „Doppelmoral“ und „Scheinheiligkeit“ vor.

Der republikanische Senator Kevin Cramer und seine Parteikollegin Martha McSally schickten Larry Fink am Montag (15.6) einen Brief. Darin baten sie den Firmenboss, die Anlagestrategie von BlackRock zu erläutern die Senatoren sagen, diese Strategie bevorzuge chinesische Unternehmen.

„BlackRocks Investitionen in aufstrebende Märkte wie zum Beispiel China stehen in erheblichem Kontrast zu ihren Handlungen in Bezug auf ihre US-Investitionsstrategie“, heißt es in dem Brief.

„Feindseligkeit“ gegenüber inländischen Energieproduzenten

Die Senatoren kritisierten BlackRock wegen seiner „Feindseligkeit“ gegenüber inländischen Energieproduzenten. Die Politiker werfen dem Vermögensverwalter vor, US-Unternehmen dafür zu bestrafen, dass sie sich nicht an die strengen Offenlegungsvorschriften von BlackRock in Bezug auf den Klimawandel halten. Der Brief stellte auch fest, dass umweltaktivistische Aktionäre die Regeln des Unternehmens in Bezug auf die Klimaverpflichtungen für 2020 beeinflusst hätten.

BlackRock verwaltet unter anderem den börsengehandelten iShares Emerging Markets Exchange Traded Fund. In diesem ETF werden Vermögenswerte gehalten, zu denen auch in China ansässige Unternehmen gehören, deren Prüfungsarbeit von den US-Regulierungsbehörden nicht überprüft werden kann.

„Es liegt im öffentlichen Interesse zu untersuchen, warum BlackRock seiner treuhänderischen Verantwortung nicht nachkommt und ein Licht der Transparenz auf diese schlecht geführten, geheimnisvollen chinesischen Unternehmen wirft“, schreiben die Senatoren. „Stattdessen haben sie sich dafür entschieden, amerikanische Unternehmen zu bestrafen, um eine kleine Gruppe von aktivistischen Investoren mit einer voreingenommenen politischen Agenda zu hofieren.“

Chinesische Unternehmen, die an den US-Börsen notiert sind, unterliegen geringeren Offenlegungsanforderungen als US-Unternehmen. Das führt dazu, dass US-Investoren Risiken und Verluste in Kauf nehmen müssen.

US-Investoren unterstützen unwissentlich die KP Chinas

Laut dem Jahresbericht der Wirtschafts- und Sicherheitsüberprüfungskommission USA-China gab es 172 chinesische Unternehmen, die an US-Börsen notiert sind und deren Gesamtwert im September letzten Jahres mehr als 1 Billion US-Dollar betrug.

Die Kommunistische Partei Chinas hat die Aufsichtsbehörde über die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften an der Einsichtnahme in die Arbeitspapiere der Wirtschaftsprüfer in China gehindert. Das Regime hat seinen Unternehmen auch verboten, das US-Wertpapierrecht einzuhalten.

Am 21. Mai verabschiedete der US-Senat einstimmig den „Holding Foreign Companies Accountable Act“ (Gesetz über die Rechenschaftspflicht ausländischer Unternehmen), um chinesische Firmen zu zwingen, sich an die gleichen Regeln wie amerikanische Unternehmen zu halten.

„US-Investoren haben keine Ahnung, dass ihre Dollars zur potenziellen Finanzierung von Betrug, Cyber- und anderen Angriffen gegen amerikanische Interessen oder für Unternehmen eingesetzt werden, die der Kommunistischen Partei Chinas nahe stehen“, heißt es in dem Brief.

„Angesichts der offensichtlichen finanziellen Vorteile, die BlackRock durch das hofieren der Kommunistischen Partei Chinas und den Investoren aus den Reihen der Umweltaktivisten hat, ist es wichtig, den scheinheiligen Ansatz des Unternehmens in Bezug auf die Investitionsverwaltung zu untersuchen.“

Investmentbanker spricht von „Heuchelei“

Fink sagte Anfang des Jahres, dass BlackRock die „Nachhaltigkeit“ in den Mittelpunkt seiner Investitionsstrategie stellen werde. Er sagte auch: Das Unternehmen werde aggressiver gegen Firmen vorgehen, „die keine Fortschritte bei der Bekämpfung des Klimawandels machen“.

Große institutionelle Investoren wie BlackRock haben sich verpflichtet, Aktien aus fossilen Brennstoffen aufgrund von Umwelt-, Sozial- und Governance-Problemen (ESG) zu reduzieren und damit die Kritik von Aktivisten zu vermeiden.

„Das ist ein Elefant im Raum, über den niemand diskutieren will“, so ein leitender Angestellter einer New Yorker Investmentfirma, der anonym bleiben wollte.

„Es ist nicht nur BlackRock. Vermögensverwalter vermarkten ihre ESG-Befürwortung gerne hier in den Vereinigten Staaten, verschließen aber völlig die Augen, wenn es um China, Hongkong und chinesische Unternehmen geht. Das ist völlige Heuchelei“, sagte er der Epoch Times.

„Zum Beispiel haben chinesische kommerzielle Kreditgeber ihre in Hongkong ansässigen Mitarbeiter beauftragt, Petitionen zu unterzeichnen, um Pekings neue Sicherheitsgesetzgebung in Hongkong persönlich zu unterstützen. Was sagt das über die Unternehmensführung und die soziale Haltung solcher Unternehmen aus?“, so der Investmentbanker.

Larry Fink, künftiger Finanzminister?

Ein Sprecher von BlackRock sagte mit Blick auf das Schreiben der Senatoren: Die Fondsgesellschaft handle im „besten Interesse der Millionen Amerikaner, denen sie dient“.

„Von den 3 Billionen US-Dollar Aktienvermögen, die BlackRock für seine Kunden verwaltet, befinden sich mehr als 90 Prozent in Indexfonds. Diese Fonds versuchen, die Anlageperformance von Benchmarks zu erreichen, die von Drittanbietern von Indizes wie zum Beispiel dem S&P 500 entwickelt wurden“, sagte der Sprecher von BlackRock der Epoch Times in einer E-Mail.

„BlackRock wählt nicht die Aktien aus, die die Drittanbieter von Indizes in die von ihnen erstellten Benchmarks aufnehmen. Ebenso hat BlackRock keinen Einfluss darauf, welche Unternehmen an US-Börsen gelistet sind.“

Larry Fink war 2012 als Finanzminister im Gespräch. Er hätte den scheidenden Finanzminister Tim Geithner ersetzt. Einem „Bloomberg“-Artikel zufolge könnte er sich erneut um diesen Posten bewerben, sollte der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden die Wahl gewinnen.

BlackRock wurde von der Zentralbank (FED) als alleiniger Käufer von Unternehmensanleihen und ETFs auf Unternehmensanleihen für ihr 750 Milliarden Dollar schweres Programm zum Ankauf von Anleihen ausgewählt. Dies ist Teil der Corona-Hilfsbemühungen der Bundesregierung. BlackRock wird beim Anleihenkauf-Programm eine administrative Rolle spielen.

Das Original erschien zuerst in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von so)
Originalartikel: BlackRock Comes Under Fire for Hypocrisy, Double Standards in China Deals


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