EuroscheineFoto: über dts Nachrichtenagentur

Familienunternehmer hadern mit dem Mindestlohn

Epoch Times12. April 2015 Aktualisiert: 12. April 2015 17:12

Die Mittelständler in Deutschland haben auf die Einführung des Mindestlohns vor allem mit Preiserhöhungen und verstärkter Automatisierung reagiert. Das zeigt eine Umfrage des Verbandes der Familienunternehmer, deren Ergebnisse der „Welt“ vorliegen. Mehr als jeder vierte Betrieb gab demnach an, dass die zum Jahreswechsel eingeführte gesetzliche Untergrenze von 8,50 Euro zu gestiegenen Lohnkosten im Unternehmen geführt hat.

Von diesen Firmen hat der Umfrage zufolge gut jede dritte ihre Preise erhöht. Ebenso viele setzten auf vermehrte Automatisierung. 31 Prozent gaben demnach an, dass sie Stellen gestrichen haben, elf Prozent verlagerten Jobs ins Ausland. „Der politische Mindestlohn in der derzeitigen Gestaltung ist der falsche Weg und bedarf dringender Korrekturen“, sagte der Präsident der Familienunternehmer, Lutz Goebel, der „Welt“. Der Unternehmer widersprach damit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), die in der vergangenen Woche eine positive Bilanz der ersten 100 Tage mit dem Mindestlohn gezogen hatte. Vor allem müssten die bürokratischen Folgen des Gesetzes „auf ein erträgliches Maß“ reduziert werden, forderte Goebel. Der Umfrage zufolge hat der Mindestlohn in 70 Prozent der Betriebe den Bürokratieaufwand erhöht. Die Betroffenen nannten vor allem die Pflicht zur Dokumentation der Arbeitszeiten (86 Prozent) sowie die Unternehmerhaftung für die Einhaltung des Mindestlohns bei Zulieferern und Subunternehmern (66 Prozent) als Belastung. Auswirkungen habe die gesetzliche Lohnuntergrenze auch auf die Zahl der Praktika, kritisierte Goebel: „Immer weniger Unternehmen bieten Plätze für Praktikanten an, weil sie für fast alle, die länger als drei Monate arbeiten, den vollen Mindestlohn von 1470 Euro brutto zahlen müssen.“

(dts Nachrichtenagentur)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion